Grand-Prix-Debakel Dieter Thomas Heck soll Deutschland retten


Die Debatte um das blamable Abschneiden beim Eurovision Song Contest nimmt absurde Züge an: Jetzt soll ausgerechnet Dieter Thomas Heck Deutschland eine bessere Zukunft beim Grand Prix bescheren.

Nach der Blamage von Gracia mit dem letzten Platz beim Eurovision Song Contest hat der Musikmanager Thomas Stein eine Neuregelung für die Auswahl des deutschen Grand-Prix-Beitrags gefordert. Einen konkreten Vorschlag, wie es besser werden soll, hat der 56-Jährige auch schon zur Hand: "Wir müssen die ZDF-Hitparade von Dieter Thomas Heck wiederbeleben", sagte der frühere Chef der Plattenfirma BMG und Jury-Mitglied von "Deutschland sucht den Superstar" gegenüber der "Bild"-Zeitung.

Schwere Erinnerungslücken

Offensichtlich scheint Stein kaum noch Erinnerungen an die altväterlich-verstaubte "Hitparade" zu besitzen, begründet er doch seinen überraschenden Vorschlag wie folgt: "Die stand immer für tolle Interpreten und hohen musikalischen Anspruch". Stein schlug vor, in der "Hitparade" jeden Monat einen Sieger zu küren: "Und vor dem Song Contest wird aus den zwölf Gewinnern der deutsche Grand-Prix-Teilnehmer ermittelt."

Dieter Thomas Heck, der die "ZDF-Hitparade" von 1969 bis 1984 moderierte, fühlt sich durch Steins Vorschlag offenbar geschmeichelt: "Ich wäre sofort dabei. Schon seit Jahren versuche ich diesen Plan umzusetzen", gab er gegenüber der "Bild"-Zeitung zu Protokoll. Derzeit moderiert Heck die ZDF-Sendung "Melodien für Millionen".

Das ZDF reagierte zurückhaltend. Das Blatt zitierte Unterhaltungschef Manfred Teubner mit den Worten: "Der Vorschlag ist eine interessante Überlegung. Der Wunsch wird auch von den Zuschauern ständig an uns herangetragen."

Das Verfahren der Vorentscheidung zum Grand Prix war erst im vergangenen Jahr neu geregelt worden. Die Bewerber sollten weit höhere professionelle Anforderungen als bisher erfüllen. Die Songs mussten es erst in die Viva-Charts schaffen. Zusätzlich war eine Teilnahme über Wild Cards möglich, wenn der Titel unter die Top 40 der deutschen Charts kam. Das war 2004 bei Max Mutzke so. Auch in diesem Jahr schaffte es Gracia Baur als Nachzüglerin, wobei allerdings manipulierte Plattenaufkäufe für einen Skandal sorgten.

Carsten Heidböhmer, mit Material von DPA

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