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Grand Prix: Gracia singt für Deutschland

Es war ein spannender Abend: Mit einem hauchdünnen Vorsprung setzte sich die "Superstar"-Teilnehmerin Gracia gegen Ralph Siegels Duo Nicole Süßmilch & Marco Matias durch und darf im Mai nach Kiew.

Die frühere RTL-"Superstar"-Kandidatin Gracia singt für Deutschland beim Grand Prix. Die 22-jährige Münchnerin setzte sich mit ihrem Chart-Hit "Run & Hide" am Samstagabend beim deutschen Vorentscheid in Berlin gegen neun Konkurrenten durch. Im Finale der ARD-Sendung schlug sie Ralph Siegels Duo Nicole Süßmilch & Marco Matias - zwei weitere ehemalige Castingshow-Teilnehmer. Gracia Baur fährt nun am 21. Mai zum Grand-Prix-Finale nach Kiew.

Dabei ging es knapp zu: Gracia bekam 52,8 Prozent der Telefon- und SMS-Stimmen, wobei im ersten Wahlgang noch Siegels Titel vorne gelegen hatte. Gracia Baur zeigte sich von ihrem Sieg "sehr, sehr, sehr überrascht". "Ich fühle mich überwältigt", sagte sie nach der Show, als sie von der internationalen Vorjahressiegerin Ruslana in die ukrainische Flagge gehüllt wurde. Mit Blick auf das Finale in Kiew sagte Gracia: "Es wird gigantisch. Ich finde es klasse, dass ich Deutschland vertreten darf."

Bekannt aus "Deutschland sucht den Superstar"

Bekannt geworden war Gracia vor zwei Jahren durch die RTL-Casting- Show "Deutschland sucht den Superstar", wo Daniel Küblböck bitterlich weinte, als sie ausschied. Mittlerweile ist die Freundschaft abgekühlt. "Daniel hat mich (beim Grand Prix) nicht unterstützt, obwohl ich ihn gebeten hatte", sagte Gracia. Siegel sprach nach der knappen Niederlage von ein "paar Freuden- und kleinen Trauertränen". Ob er bei dem Musikwettbewerb noch einmal antritt, ließ er offen.

Gracia hatte bereits beim "Superstar"-Casting vor zwei Jahren viele Fans und Kritiker mit ihrer natürlichen Art und ihrer kräftigen Stimme überzeugt. Bei ihrem Auftritt in der Arena Berlin-Treptow im offenen schwarzen Ledermantel, darunter nur ein schwarzes BH-Oberteil, die frisch dunkel gefärbten Haare im Wind zersaust, gefiel sie den Fans nicht nur optisch, sondern auch mit ihrem fetzigen Song.

Siegel mit Pseudonym

Siegel hatte sich mit dem von ihm komponierten Titel "A Miracle Of Love" unter Pseudonym in die Qualifikation "geschmuggelt" und hätte es fast zu seinem 15. Grand-Prix-Finale als Komponist geschafft. Dafür darf sich Gracia-Produzent David Brandes doppelt freuen. Er kann seine Daumen nicht nur für die Münchnerin drücken, sondern geht mit der Band Vanilla Ninja auch für die Schweiz ins Eurovisions- Rennen. Ebenfalls eine Besonderheit: Sowohl der Siegel-Titel auch Gracias Lied stammen vom selben Texter.

Im vergangenen Jahr hatte Stefan Raabs Kandidat Max Mutzke Platz acht für Deutschland erreicht. Der einzige deutsche Sieg liegt mehr als 20 Jahre zurück: 1982 hatte Nicole mit dem Siegel-Lied "Ein bißchen Frieden" gewonnen.

Bei der deutschen Qualifikation hatten sich diesmal größtenteils engagierte Nachwuchskünstler um das Ticket zum Grand-Prix-Finale beworben, ein Publikumsliebling war dabei auch Stefan Gwildis. Spaß- oder Blödelkandidaten traten nicht an. Durch die rund zweistündige Show führte ARD-Moderator Reinhold Beckmann.

DPA / DPA