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Musik-Jahr 2004: Von Prinzessinnen und Rabauken

Die Rückkehr etablierter Popgrößen, ungeanhnte Erfolge deutscher Bands und zwei Prinzessinnen - das zurückliegende Musikjahr brachte viel Abwechslung in die Charts.

Es waren einmal zwei Pop-Prinzessinnen, die trug der Mainstream ganz nach oben in die Charts. Da gefiel es ihnen so gut, dass sie ganz lange dort verweilten. Der wahre Kern des Märchens ist, dass Anastacia und Norah Jones die erfolgreichsten Künstlerinnen des Jahres 2004 waren: Mindestens fünf Wochen waren sie mit ihren Alben auf Platz eins der deutschen Verkaufscharts und hielten sich lange, verstärkt von erfolgreichen Tourneen, in den Top 5. Bei den Männern gelang nur dem unvermeidlichen Robbie Williams Ähnliches: Mit seinem Live-Album dominierte er wochenlang zu Jahresanfang, mit seinen "Greatest Hits" zum Jahresende die Charts.

Überraschend nachhaltig war der Charterfolg einer verfemten Band, die eine ausverkaufte Abschiedstournee absolvierte und mit "Adios" drei Wochen Nummer 1 war: Die Böhsen Onkelz. Und natürlich landeten alle mit einem hinreichend großen Namen übers Jahr verstreut ganz oben, wenn sie ein Album auf den Markt warfen: Prince, Dido, George Michael, Alanis Morissette, Avril Lavigne, The Corrs, The Cure, Bryan Adams, Green Day, R.E.M., Eminem, Seal, U2... Als neuer Soulstar etablierte sich Joss Stone. Ray Charles starb im Alter von 73 Jahren.

Deutsche Künstler erfolgreich

Besser als ihr schlecht geredeter Ruf präsentierten sich die deutschen Künstler: Da zieht sich eine Spur bunter Vielfalt durch die wöchentlichen Verkaufscharts. Laith Al-Deen, Wir sind Helden, Dick Brave alias Sasha, Rosenstolz, die Sportfreunde Stiller, die Söhne Mannheims, die Fantastischen Vier, Samy Deluxe, Die Ärzte und die Toten Hosen sowie Rammstein platzierten sich allesamt in den Top 5. Silbermond und Juli kamen aus dem Nichts und etablierten sich mit "Perfekter Welle" und dem Aufruf zur Zeitverschwendung. Auch für 2Raumwohnung, Max Herre und Gentleman war in den häuslichen CD-Regalen Platz. Und ja, geben wir es zu, auch für Pur, Yvonne Catterfeld, Andrea Berg und De Randfichten sowie Reinhard Mey, BAP und die Scorpions...

Die Vielfalt ist zu einem großen Teil dem auf ein Rekordtief abgesenkten Umsatzniveau geschuldet - oder zu verdanken. Nie, so scheint es, war es einfacher, in die Charts zu kommen, weil man nie zuvor so wenig Alben dafür verkaufen musste. Die Musikindustrie brach in ihrem Frust zur Popkomm deshalb mal wieder eine Quotendebatte vom Zaun - als ob der Dudelfunk sie aus dem Tief spielen könnte, indem mehr aus deutschen Landen in den CD-Spieler kommt.

Rumänischer Sommerhit

Dabei legen die Popsender ja schon bereitwillig alles auf, was ein bisschen anders als das üblich-seichte Einerlei klingt. Maroon 5 kamen so ganz nach oben, den Sommerhit landete aber mit O-Zone eine Band, die rumänisch singt: "Dragostea Tin Dei" war zehn Wochen lang Nummer eins der Single-Charts. Das ist umso bemerkenswerter, weil Nelly Furtado mit ihrem Fußball-EM-Hit "Forca" am Start war und oft in Funk und Fernsehen zu hören war. Auf den Pop-Wellen nicht zu hören war "Dr Alte Holzmichl", der aber trotzdem in den Single-Verkaufscharts ein gutes Leben führte.

In 2004 wurde der Rock'n'Roll 50. Anlass genug, sich zu erinnern, was diese Musik groß machte: Es war vor allem ein Lebensgefühl. Und dieses Lebensgefühl wurde von Radio-DJs multipliziert, die eben nicht nur den angeblich besten Mix abspielten, sondern Künstler vorstellten, zu Wort kommen ließen und die von ihnen gespielte Musik einfach "lebten".

Heutzutage werden solche Sendungen aus den Programmen gestrichen. Einen traurigen Tiefpunkt markierten die Vorgänge beim von der MTV-Mutter Viacom geschluckten Musiksender Viva: Sarah Kuttner und Charlotte Roche, die einzigen, die im Fernsehen Musik vorstellten, die sonst niemand vorstellt, verloren ihre Jobs. Da ist es schon eine Ironie der Geschichte, wenn wieder aktivierte Radio-DJ-Legenden wie Werner Reinke in ihren Sendungen jemand wie Annett Louisan eine Chance geben - deren Song "Das Spiel" wurde über das Radio zum Hit.

Aber beim Rock'n'Roll geht es ja nach wie vor nicht nur um Tonkonserven. Nachhaltiger Erfolg hat, wer live zu überzeugen weiß. Da setzte ein entspannt wie selten zuvor auftretender Eric Clapton ein Tour-Highlight des Jahres. Brian Wilson vollendete sein Werk "Smile" und stellte es in sensationeller Perfektion auch gleich live vor. Und es scheint endlich neue Bands zu geben, die bald auch in die großen Arenen einziehen können: die Kings of Leon, Hoobastank, 3 Doors Down spielen den den Rock'n'Roll ebenso kreativ wie kraftvoll.

Hip-Hop-Maschine lief wie geschmiert

Während in Europa die gute alte Rockmusik dominierte, waren in den USA Soul, R&B und Hip-Hop die kommerziell erfolgreichste Musikrichtung. Aus den Zentren im Mittleren Westen, New York City, dem Süden und der West Coast kamen wieder jede Menge Hits.

Dem Chicagoer Produzent Kanye West gelang mit "The College Dropout" ein blendender Einstand als Rapper. Mit R. Kellys Doppelalbum, der Neo-Soul-Perle "Happy People/U Saved Me", konnte Chicago weiter punkten. Aus der einstigen Hip-Hop-Provinz St. Louis schallte es mit Nellys mutigem Schritt, gleichzeitig die Alben "Sweat" und "Suit" zu veröffentlichen, gewaltig. Die einstigen Fixpunkte Los Angeles und New York City mussten auch im vergangenen Jahr eine Portion Relevanz an die Auto-Stadt Detroit abgeben - schließlich hatte mit Eminem der oberste Hip-Hop-Botschafter der Motown mit "Encore" ein gewohnt brillantes Album am Start.

Die Südstaaten, im besonderen Atlanta/Georgia, haben dem Hip-Hop/R&B einmal mehr ihren Stempel aufgedrückt. Die Grammy-Sammler Outkast heimsten im ganzen Kalenderjahr die Lorbeeren ihres 2003er Meisterwerks "Speakerboxx/The Love Below" ein, während Usher ("Confessions") und Lil Jon ("Crunk Juice") mit Millionen verkaufter Einheiten zu Mustersöhnen Atlantas geworden sind.

Ein Vorherrschaft, die die Wiege des Hip-Hop, New York, natürlich nicht kampflos akzeptierte. Underground-Helden wie Mos Def ("The New Danger") und Talib Kweli ("The Beautiful Struggle") haben Duftmarken hinterlassen, die von The Roots ("The Tipping Point") aus Philadelphia angereichert wurden.

Eher still und leise haben die einst als Hip-Hop-Hippies diffamierten De La Soul mit "The Grind Date" ein beeindruckendes Spätwerk ins Rennen geworfen, an das LL Cool J aus dem heimischen Queens mit seinem mittelprächtigen "The DEFinition" nicht konkurrieren konnte.

Beastie Boys und Fanta 4 in alter Stärke zurück

Eine Gradwanderung zwischen mehreren Epochen gelang den Beastie Boys mit "To The 5 Boroughs", einer Huldigung an New York. Nicht nur aufgrund ihres Duetts mit Usher hat Alicia Keys den Neo-Soul verändert. Die Multiinstrumentalistin aus Harlem hat einmal mehr stilbildend Wurzeln mit Trends verknüpft. Über allem schwebten 2004 die Tausendsassas The Neptunes.

Deutschland sah das Fanta 4-Label Four Music künstlerisch und kommerziell zu alter Stärke auflaufen. Neben dem soliden, von "TROY" beflügelten Album des Quartetts ("VIEL"), konnte das Label mit hochwertigen Alben wie Gentlemans "Confidence", Max Herres selbstbetiteltes Meisterwerk und Joy Denalanes Gänsehautgarantie "Mamani Live" punkten. Dass Rap ursprünglich von der Straße kommt, hat der Frankfurter Azad ("Der Bozz") äußerst packend, der Berliner Bushido ("Electro Ghetto") in 2004 weniger aus unserem Gedächtnis hervorgekramt.

"Handgemachte" Musik in den Clubs

Die internationale Clubszene stand 2004 im Zeichen von hausgemachtem, traditionellem und rockigem Sound. Gelangweilt vom Hype seicht-dahinplätschernder Ambient- und Chill-Out-Sounds in Kaufhäusern, Lounges und Boutiquen à la Cafe Del Mar war die Lust auf Rock und handgemachter Musik groß.

Der Frankfurter DJ Shantel beispielsweise wurde mit seiner Bucovina-Club-Reihe aus brodelndem Balkan-Sound und elektronischen Beats erfolgreich und bringt inzwischen Clubs in ganz Europa, von London bis zur Schwarzmeerküste, mit seiner temperamentvollen Live-Band zum Kochen. Auch das US-Duo Thievery Corporation, bekannt für seine Mischung aus Bossa Sounds, Dub und Lounge Musik veröffentlichte 2004 den DJ-Querschnitt-Mix "The Outernational Sound" mit gesammelten musikalischen Welttournee-Erfahrungen und produzierte eines der schönsten Alben des Jahres: "Gran Hotel Buenos Aires" des Argentiniers Federico Aubele. Der DJ begeisterte durch eigenwillige Downbeat'n'Dub und traditionelles lateinamerikanisches Akkordeon und Gitarrenspiel.

Das deutsche Trance-Projekt Schiller blieb dagegen seinen entspannenden, sphärischen Melodien treu, reiste aber auf seiner "Leben"-Tour mit Live-Percussion, Laptops, E-Gitarre und Performance durch die deutschen Lande. Der Kanadier Sid LeRock arbeitete in seiner zweiten Heimatstadt Köln seine Indie-Vergangenheit ab und vereinte auf "Written In Lipstick" Glam-Rock mit Gesang und Techno-Beats nach dem Motto: Was zählt ist die Musik. Und die soll rocken.

Uwe Käding, Patrick Mushatsi-Kareba und Claudi Ziemer/AP / AP
kann man sich gegen eine maßnahme vom jobcenter wehren?
hallo. ich bin quasi arbeitsunfähig seit meinem 18ten lebensjahr. ich wiege 200 kg und habe eine betreuung weil ich sonst gar nichts schaffen würde. sie bringt mich zu terminen und begleitet mich zu arzt besuchen. das einzige was ich noch alleine kann ist einkaufen und das auch nur weil es nunmal lebensnotwendig ist ,jedoch bin ich danach total erschöpft und fertig.ich kann keine 200 meter mehr laufen.und mal ganz abgesehen von meiner körperlich verfassung leide ich seit meiner kindheit an starken depressionen,borderline,panikattacken,einer traumatischen belastungsstörung und angstzuständen. ich bin demnach körperlich sowie auch psychisch ziemlich fertig. gestern war ich beim amtsarzt zur begutachtung sowie auch einmal vor 2 jahren. und die ärztin sagt mir ernsthaft,das es zumindest köperlich nicht ausreichen würde das ich weiterhin krank geschrieben werden kann und sagte,das eine maßnahme sicherlich gut sein kann.und das obwohl ich bereits sagte,das ich körperlich unfähig bin irgendwas alleine zu schaffen und ,meine betreuerin mich überallhin begleiten muss.(ich habe kein auto)ich bin vollkommen entsesetzt und habe nun angst das sie mich in eine maßnahme stecvken welche ich einfach nicht schaffe und sie mir dann das minum an geld nehmen welches ich bekomme und ich dann verhungernd und auf der starße leben muss,eben weil es ein ding der unmöglichkeit für mich darstellt.kann man sich da irgendwie wehren?sie sagt sie findet ich sei zu jung um berentet zu werden (28).ich habe gerade wirklich angst.kann man einen menschen zwingen etwas für ihn unmögliches zu tun?ich hab das gefühl die wollen irgendeine quote erfüllen und solange man die arme bewegen kann,ist man arbeitsfähig...hilfe :(