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Andreas Müller vs. Rainer Wendt: Sollten Zwölfjährige schon strafmündig sein? Schauen Sie schon mal in die neue DISKUTHEK-Folge

Sollten Zwölfjährige schon strafmündig sein? Rainer Wendt von der Deutschen Polizeigewerkschaft fordert genau das. Gegenwind gibt es von Jugendrichter Andreas Müller. In der stern-DISKUTHEK haben die beiden dazu gestritten.

DISKUTHEK: Jugendrichter Andreas Müller und Chef der Deutschen Polizeigewerkschaft Rainer Wendt diskutieren

Rainer Wendt, Chef der Deutschen Polizeigewerkschaft, setzt sich immer wieder lautstark für eine Herabsetzung der Strafmündigkeit in Deutschland von 14 auf zwölf Jahre ein. Für seinen Vorstoß bekommt Wendt von vielen Seiten Kritik. Unter seinen stärksten Kritikern ist auch "Deutschlands bekanntester Jugendrichter" Andreas Müller. In der fünften DISKUTHEK-Folge, die am 25. Juli um 17 Uhr veröffentlicht wird, treffen Wendt und Müller nun aufeinander. Sie streiten über die Frage, was eine Herabsetzung der Strafmündigkeit überhaupt bringen würde, wie man kriminelle Minderjährige angemessen zur Rechenschaft zieht – und ob wir in Deutschland dafür härtere Strafen brauchen.

In unserem Teaservideo bekommen Sie einen ersten Eindruck vom Schlagabtausch zwischen Richter Müller und Polizist Wendt. Die ganze Folge sehen Sie am 25. Juli um 17 Uhr auf stern.de und dem Youtube-Kanal des stern

Die Zitate aus dem DISKUTHEK-Teaservideo zur Folge mit Rainer Wendt und Andreas Müller

Andreas Müller: Das sind Vorverurteilungen. Das geht in einem demokratischen Rechtsstaat nicht. 

Rainer Wendt: Der Herr Müller sucht nicht nach Kompromissen. Herr Müller stellt sich nur hin und sagt: "Alles Unsinn, alles Quatsch". So redet der ja – eine reine Verhinderungsdebatte – und sagt, wie unsere Bundesjustizministerin auch: "Nein, machen wir nicht. Geht nicht. Wollen wir nicht. Können wir nicht". Debatte zu Ende.  

Andreas Müller: Das ist eine rechtspopulistische Forderung. Machen wir uns nichts vor.  

Rainer Wendt: Was hat das eigentlich mit rechts zu tun? 

Andreas Müller: Auch die AfD vertritt diese Forderung. 

Rainer Wendt: Die AfD gab’s 2008 noch gar nicht – da haben wir das schon aufgestellt. 

Andreas Müller: Heute machen wir es auf zwölf, übermorgen auf elf. Und dann gibt es irgendeine Sau, die wird durch das Dorf getrieben – und dann machen wir es auf zehn. 

Rainer Wendt: Sie lehnen Dinge ab, die gar keiner gefordert hat. Das ist so ein alter politisch-rhetorischer Trick. Man sagt immer "Ich bin dagegen." Das hat überhaupt gar keiner gefordert. 

Andreas Müller: Wir machen Fehler und da muss rangegangen werden. Wir brauchen aber nicht Veränderung im Sinne von Härte. 

Rainer Wendt: Man kriegt tatsächlich Kontakt mit dem Staat – auch schon mit zwölf. Und man kriegt gesagt: "Das ist eine Straftat, was du da begangen hast." Und ich finde, mit diesem Reifeprozess kann man gar nicht früh genug anfangen. 

Mehr Infos zur stern-DISKUTHEK finden Sie hier.

hh