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They Shall Not Grow Old: Beeindruckende Reise in den Ersten Weltkrieg

Peter Jackson verbindet man vor allem mit "Herr der Ringe". Mit "They Shall Not Grow Old" zeigt er echte Gefährten aus dem Ersten Weltkrieg.

Im direkten Vergleich zeigt sich der immense Unterschied der Originalaufnahmen mit den überarbeiteten.

Im direkten Vergleich zeigt sich der immense Unterschied der Originalaufnahmen mit den überarbeiteten.

Dokumentationen über den Ersten und Zweiten Weltkrieg gibt es mannigfach. Doch eine wie die am 27. Juni erscheinende hat es bis dato noch nicht gegeben. Das liegt zum einen daran, dass "Herr der Ringe"-Regisseur Peter Jackson (57) für "They Shall Not Grow Old" ("Sie werden nicht alt") verantwortlich zeichnet. Und zum anderen, dass sie mit neuester Technik restauriertes und überarbeitetes Filmmaterial zeigt, das über 100 Jahre alt ist - als die gesamte Filmindustrie noch in den Kinderschuhen steckte. Was die Doku sonst noch einzigartig macht, gibt es hier nachzulesen.

Geschichte in neuem Gewand

Bei "They Shall Not Grow Old" handelt es sich um Jacksons ersten Dokumentarfilm, den er seinem Großvater gewidmet hat, der einst in den Gräben des Ersten Weltkriegs kauern musste. Er entstand mit historischen Originalaufnahmen, die aus dem Imperial War Museum stammen. Beginnt der Film noch mit Schwarz-Weiß-Aufnahmen, die von einem Rechteck umrahmt sind, weitet sich der Bildausschnitt nach und nach aus und zeigt nach rund 20 Minuten nachträglich kolorierte Aufnahmen, die zudem geschärft und in 3D konvertiert wurden.

Befremdliche, wie aus einer anderen Welt stammende Szenarien und Menschen werden dadurch quasi in die heutige Zeit katapultiert. Oder wie es Jackson im Interview mit "History Extra" selbst ausdrückte: "Ich wollte durch den Nebel der Zeit greifen und diese Männer in die moderne Welt ziehen. Damit sie wieder ihre Menschlichkeit bekommen, statt nur wie Charlie-Chaplin-ähnliche Figuren in altmodischen Archiven angesehen zu werden."

So klang der Erste Weltkrieg

Da der Tonfilm zur Zeit des Ersten Weltkriegs (1914-1918) noch nicht erfunden war, musste Jackson auf einen Trick zurückgreifen, um seinen Protagonisten eine Stimme zu geben. Und so wurden Lippenleser engagiert, die die Aufnahmen analysierten und rekonstruierten, was die Soldaten gesagt haben. Das wurde im Film dann von Schauspielern eingesprochen und über das Bildmaterial gelegt.

In der Summe ist "They Shall Not Grow Old, also sowohl ein zeitgeschichtliches Denkmal einer verlorenen Generation junger Männer als auch eine technische Meisterleistung. Verbunden wird beides mit Jacksons Qualität, Geschichten zu erzählen. Nicht nur Schulklassen und Hobby-Historiker sollten sich daher überlegen, diesen wahrlich besonderen Film zu sehen.

SpotOnNews