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Treffen in Hanoi: "Heute-Show" nimmt Gipfel aufs Korn: "Wenn der Kim auf ein Essen verzichtet, ist fast Atomkrieg"

Das ergebnislose Gipfeltreffen zwischen US-Präsident Donald Trump und dem nordkoreanischen Machthaber Kim Jong Un beschäftigt diese Woche Oliver Welke von der Heute-Show. Es markiere eine "schlechte Woche für den Weltfrieden". Und so ironisch ist das wohl gar nicht gemeint.

Kim Jong Un und Donald Trump in Hanoi. In der Heute-Show sinnierte Oliver Welke über das Ende ihrer Bromance.

Kim Jong Un und Donald Trump in Hanoi. In der Heute-Show sinnierte Oliver Welke über das Ende ihrer Bromance.

AFP

Es ist eines dieser Themen, über das man gern herzlich lachen würde, das Lachen jedoch riskiert, im Hals stecken zu bleiben. Der vorzeitig beendete Gipfel in Hanoi, das Abkühlen der erst so herzlich scheinenden Männerfreundschaft zwischen Donald Trump und Kim Jong Un. "Es hätte so schön werden können, mit Kimi und Strolch", sinniert Oliver Welke dazu in der ZDF-Heute-Show am Freitagabend. Im Hintergrund sind US-Präsident Donald Trump und Nordkoreas Machthaber Kim Jong Un in bekannter Heute-Show-Manier als Disney's "Susi und Strolch" beim Teilen des ikonischen Tellers Spaghetti eingeblendet. "Ist das jetzt schon das Ende dieser wunderbaren Männerfreundschaft?", fragt Welke. 

"Große Fortschritte", "viele gute Gespräche": Das ist nun passé

Dabei hatte diese "wunderbare Männerfreundschaft" 2018 so gut begonnen: Am 12. Juni war es zum historischen Handschlag zwischen Donald Trump und Kim Jong Un gekommen – beide hatten sich vage auf das Ziel einer atomaren Abrüstung Nordkoreas geeinigt. Damals jedoch ohne bereits konkrete Schritte oder einen Zeitplan zu vereinbaren. "Dealmaker" Trump rühmte den Gipfel damals als Erfolg: Die nukleare Bedrohung aus Nordkorea sei gebannt, es gebe große Fortschritte, man habe viele gute Gespräche mit den Nordkoreanern. Im September vergangenen Jahres meinte Trump noch: "Wir haben uns verliebt":

Oliver Welke: "Wenn der Kim auf ein Essen verzichtet ... "

Nach dem Treffen in Hanoi klingt das nun schon anders. Welke bringt das, bei aller Ironie, treffend auf den Punkt. Denn der Gipfel platzte, als Kim Jong Un das gemeinsam anberaumte Mittagessen ausfallen ließ. "Wenn der Kim auf ein Essen verzichtet, dann ist wirklich fast Atomkrieg, Freunde. So bitter", sagt Welke. Trump habe sich schon als nächster Friedensnobelpreisträger gesehen; "Mahatma Trump" wird eingeblendet.

Doch seit Jahrzehnten seien alle Verhandlungen mit dem nordkoreanischen Regime daran gescheitert, dass sie Atomwaffen als Lebensversicherung sehen. Eigentlich wenig verwunderlich, dass Trump diese jahrzehntelange Einstellung nicht mit ein paar Nettigkeiten ändern konnte: "Nur der große 'Dealmaker' dachte, er kann den Kim da irgendwie reinlabern, oder reinschleimen", so Welke, bevor Trumps warme Worte an den nordkoreanischen Diktator eingespielt werden. 

Donald Trumps Abschiedsbrief an Kim Jong Un

Nun also das "traurige Ende einer unvergesslichen Bromance". Es folgt ein Clip, in dem die Heute-Show Donald Trump Abschiedsworte an Kim Jong Un in einem Brief in den Mund legt.

Dort heißt es: "Dear Kim, I'm writing to say it's over. So sad." Trumps Gründe für das Ende der Beziehung? "You and me, you see, it just doesn't fit: I have a big jumbo jet, you have a little choo-choo-train. How is that ever gonna work?" (Zu deutsch: "Lieber Kim, ich schreibe dir, um dir mitzuteilen, dass es vorbei ist. So traurig. Du und ich, das musst du verstehen, das passt einfach nicht: Ich habe einen riesigen Jumbojet, du hat einen kleinen Choo-Choo-Zug. Wie sollte das je funktionieren?") Vielleicht könne es irgendwann in der Zukunft nochmal eine Chance für ihre Liebe geben. Aber bis dahin bliebe Trump nichts weiter, als mit gebrochenem Herzen zu sagen: "Goodbye, my fat little prince."

"Das geht einem schon nahe", schließt Welke. Und vielleicht hilft diese Ironie zu verdrängen, wie wichtig ein Gipfelergebnis in der Form einer zumindest symbolischen Friedenserklärung zwischen den beiden Ländern gewesen wäre.

she / DPA