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"The Masked Singer" Alles für die Katz’ – Rea vergrätscht sich völlig

Vicky Leandros mit "The Masked Singer"-Moderator Matthias Opdenhövel
Enttarnt: Im Kostüm der Katze versteckte sich Sängerin Vicky Leandros (mit "The Masked Singer"-Moderator Matthias Opdenhövel)
Ohne Samu ist hier gar nichts los: "The Voice of Germany"-Juror Rea Garvey wechselt für einen Gastauftritt die Show – und lag am Ende maximal daneben. Sein Glück, dass die enttarnte Legende ihn mit Samtpfoten anfasste.
Von Ingo Scheel

"Ich denke, das ist eine beliebte, ältere Person, aber kein Profi", so hatte sich Rea Garvey ausgedrückt und ein halbversöhnliches "aber sie singt gern" nachgeschoben. Im Sinne von Freizeitsängerin oder trällernder Schauspielerin also, eine Hobbydiseuse, die gern mal beim Zwiebelnschneiden ein fröhliches Liedchen schmettert, ein wenig schief, aber mit viel Gefühl und Spaß dabei. Nun denn, so kann es sich wenden, das Blatt. Wo eben noch heftig gebuzzert wurde – und mit Samu Haber ein kompetenter Beisitzer am Start ist – da ging es diesmal in Teilen nach hinten los. "The Masked Singer" ist eben doch eine etwas andere "Blind Audition" als selbige bei "The Voice of Germany".

Halbfinale bei "The Masked Singer"

Aber der Reihe nach: Das Halbfinale stand auf dem Programm und die Reihen haben sich spürbar gelichtet. Nur noch ein halbes Dutzend Inkognito-Entertainer ist in der Verlosung. Im ersten Duell musste sich der Alien mit dem Nilpferd auseinandersetzen. Der flauschige Außerirdische griff tief in die Kiste mit den Klassikern und lieferte eine polyglotte Version eines Evergreens, an dem sich auch schon Lichtgestalten wie Peter Alexander, Caterina Valente und Ross Antony versucht haben, nämlich "Quando, Quando, Quando". Für Rea Garvey, schon bei Dienstantritt auf Betriebstemperatur, war der Fall klar: "Die Stimme, dazu der Alkohol auf der Bühne, und die Frauen, das kann nur Alec Völkel von BossHoss sein."

Während Bülent Ceylan da zügig zustimmte, und Sonja Zietlow noch Hape Kerkeling in die Diskussion warf, stapfte auch schon das Nilpferd mit Aerosmiths "I Don't Want To Miss A Thing" ins Rampenlicht. "Kein professioneller Sänger", so bereits hier das irische Orakel, seine NebensitzerInnen mäanderten derweil zwischen Nelson Müller und Jay Khan, Mark Medlock und Tedros Teclebrhan. Ganz happy wurde das Hippo zunächst nicht, denn während der Alien Richtung Finale abbog, hieß es für das Schwergewicht mit den Ballettschühchen zunächst einmal: Zittern ist angesagt.

Mit "Rooftop" von Nico Santos gab es dann einen klingenden Gruß aus der "TVOG"-Clique für Mr. Garvey. Ob sich bei der Leistung des Anubis wohl die Sessel umgedreht hätten? Maa waas es net, man munkelt´s nur! Bülent Ceylan freestylte hier erneut in gewohnt psychedelischer Manier und brachte plötzlich den Bergdoktor, also Hans Sigl, ins Spiel. Sonja Zietlow ("Jan Josef Liefers, Henning Baum oder DJ Ötzi") und Rea Garvey ("Oli P.") bewegten sich ratetechnisch in ähnlichen Sphären. Die Katze schnurrte sich anschließend durch Tom Jones’ "Sex Bomb", Bülent Ceylan bestellte Grüße von seiner Mutter und Rea Garvey brachte hier jenen Namen ins Spiel – bilden Sie einen Satz mit "Theo" und "Lodz" – der ihm am Ende ein wenig um die Ohren fliegen sollte, kurzum: Anubis weiter, die Katze musste bangen.

"Mein Vater wird nicht mit mir sprechen"

Im ungleichsten Duell des Abends murmelten sich erst die Erdmännchen durch Topics "Breaking Me", schaukelte sich anschließend das Skelett – mit dem schönsten Knochenmikro seit King Diamond – in orgiastische Höhen und brachte Sias „Chandelier“ zum Fliegen. Tränen bei Herrn Ceylan ("Das Lieblingslied meiner Tochter"), dicke Backen bei Frau Zietlow ("Ich habe live noch nie jemanden so singen gehört") und Prägnantes von Mr. Garvey: "Wow". Spot on, das Skelett war natürlich weiter.

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Die Trostrunde also ein hoffnungsvolles Triple: Das Nilpferd mit "Ain’t No Sunshine", die Katze mit "Believe" und die Erdmännchen, deren leidlich temperamentvolle Version von Shawn Mendes’ und Camila Cabellos "Señorita" gefühlt das Aus hätte bedeuten müssen. Aber das Voting sah anders aus und fiel schließlich dem bibbernden Rea Garvey vor die Füße. Während die Erdmännchen und das Nilpferd Richtung Finale tippelten, schwante dem Iren bereits Böses: "Wenn das jetzt Vicky Leandros ist, dann wird mein Vater erstmal nicht mehr mit sprechen." Als dann auch noch Sonja Zietlow und Bülent Ceylant auf die legendäre Sängerin tippten, war das Ding schon fast gelaufen, und tatsächlich: Die Katze schraubte sich ihren Kopf ab, und es verbarg sich tatsächlich Vicky Leandros darunter.

Die nahm es so entspannt, wie es nur Legenden tun können, sprach den etwas konsternierten Garvey frei – "Man kann hier drin wirklich kaum atmen oder singen" – und erfüllte am Ende noch einen sehnlichen Wunsch: Ein Autogramm für Mutter Ceylan. Kommenden Dienstag fallen weitere Masken: Das Finale steht an. Bis dahin spricht Papa Garvey bestimmt auch wieder mit Sohnemann.

wue

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