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"Club der roten Bänder": Freundschaft bis über den Tod hinaus - so gut wird die zweite Staffel

Die Vox-Serie "Club der roten Bänder" war die große Überraschung des vergangenen Jahres. Jetzt startet die zweite Staffel - und zeigt erneut, warum sie ein Glücksfall für das deutsche Fernsehen ist.

"Club der roten Bänder"

In den neuen Folgen von "Club der roten Bänder" sind alle Patienten aus der ersten Staffel wieder dabei. Auch der verstorbene Alex (Timur Bartels, l.) erscheint von Zeit zu Zeit.

Es war der unwahrscheinlichste Serienerfolg der vergangenen Jahre - und er verstieß gegen so ziemlich jede Regel, wie eine erfolgreiche Produktion in Deutschland auszusehen hat. Denn obwohl "Club der roten Bänder" zur Prime-Time ausgestrahlt wurde, stehen hier Jugendliche im Mittelpunkt - die zudem allesamt schwer krank sind. Eine Krankenhausserie, in der Ärzte wie überhaupt Erwachsene nur am Rande vorkommen. Zudem verzichtet die Produktion auf bekannte Schauspieler.

Und dann sprach der Erzähler aus dem Koma zu den Zuschauern. Zumindest das ist in der nun startenden zweiten Staffel anders. Zwar ist es weiterhin der bei einem Schwimmunfall verunglückte Hugo (Nick Julius Schuck), der die Geschehnisse mit seinen Off-Kommentaren einordnet. Doch er ist inzwischen aus dem Koma erwacht.

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Die Mitglieder im "Club der roten Bänder" kommen nicht voneinaner los

Auch bei den übrigen Mitgliedern im "Club der roten Bänder" hat sich etwas getan: Emma (Luise Befort) ist bereits als geheilt entlassen worden, auch Toni (Ivo Kortlang) soll das Krankenhaus verlassen. Es gibt sogar eine Liebesgeschichte.

Stand in der ersten Staffel vor allem der Kampf gegen die Krankheit im Vordergrund, geht es in den neuen Folgen um die Freundschaft der sechs Clubmitglieder. Die kommen einfach nicht voneinander los. Emma besucht weiterhin fast täglich die Klinik. Toni sträubt sich mit allen Mitteln gegen seine Entlassung. Und auch der in Staffel 1 gestorbene Alex (Timur Bartels) taucht in wichtigen Momentan auf und spricht zu seinen Freunden. Denn, wie Hugo aus dem Off erklärt: "Freundschaft bedeutet, füreinander dazusein. Über alle Grenzen hinweg. Manchmal sogar über die Grenze von Leben und Tod."

Jan Martin Scharf und Arne Nolting, die Autoren der aus dem spanischen Fernsehen adaptierten Serie, wahren auch in den neuen Folgen die fragile Balance zwischen Komik, Trauer und Sentimentalität, ohne Gefahr zu laufen, ins Kitschige oder Klamaukige abzurutschen. Ein großer Glücksfall für das deutsche Fernsehen, den der Privatsender Vox da hinbekommen hat. Ein Grund für den Erfolg: Der Sender hat den Autoren vertraut und ihnen freie Hand gelassen. Warum versuchen das die mit Fernsehgebühren gemästeten öffentlich-rechtlichen Anstalten nicht mal?

Die Darsteller der Vox-Serie: Sie sind der "Club der roten Bänder"
Leo (Tim Oliver Schultz)

Tim Oliver Schultz (Leo)
Der Schauspieler Tim Oliver Schultz kann trotz seiner 29 Jahre bereits ein beeindruckendes Schaffen vorweisen. Der Berliner wirkte in rund 40 Filmen mit. In "Club der roten Bänder" spielt er den Langzeit-Patienten Leo, der bereits seit mehr als einem Jahr in der Klinik liegt und dem ein Bein amputiert wurde. "Es war ein riesiger Reiz für mich, einen krebskranken Kämpfer zu spielen, der seine Haare verloren hat, der nur ein Bein hat und im Rollstuhl sitzt", sagt Schultz über die Rolle. "Ich habe mich im Vorfeld viel damit beschäftigt und habe jemanden getroffen, der ein ähnliches Schicksal durchlebte wie Leo. Er sagte, dass es auf eine Art die schönste Zeit in seinem Leben war, obwohl er einige Chemotherapien mitmachen musste." Leo ist der Anführer vom Club der roten Bänder - und in Emma verliebt.

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