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Dschungelcamp TV-Kritik: "Wenn man Dschungelkönig wird, ist man der Kapitän der Wahnsinnigen – also der Oberidiot"

Es ist das jüngste Dschungelcamp aller Zeiten – aber wird es auch gut werden? Der Auftakt war solide. Ein paar Blamagen, Krisen und Kullertränen. Doch da geht noch mehr, vor allem bei Ansgar Brinkmann.

Von Mark Stöhr

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Mit der Statik ist es ja so eine Sache, gerade in Booten. Erfahrene Nautiker achten darauf, dass das größte Gewicht in der Mitte ist. Hobbypaddler setzen den Dicksten gerne nach hinten, weil der oft eben auch die dicksten Arme hat zum Paddeln. Fehler! "Jeder glaubt, ich habe gestorben", sagte Sidney Youngblood, bevor er den Kahn bestieg. Das ist richtig. Draufgegangen wäre aber beinahe Tina York, bei der sich allerdings die Frage stellt, ob sie jemals gelebt hat.

Der adipöse Soulsänger (zwei Hits) und die altersschwache (ein Hit) in einem Boot. Auweia. Er der Li-La-Launebär, immer am Trällern mit schwabbelndem Resonanzkörper – sie die vertrocknete Echse in angedeuteter Leichenstarre, von Fliegen umschwirrt. Im Vierer mit Natascha Ochsenknecht und Kattia Vides mussten sie sich auf dem Wasserweg zum Camp begeben. Kurz vor der Ankunft dann das Drama: Havarie, alle über Bord, die York trieb wie ein Algenteppich auf der Oberfläche und musste an den Füßen zum Ufer gezerrt werden. Dort lag sie lange als K.o. gegangene Wanderdüne, irgendwann spuckte sie Sumpfwasser. 

Willkommen im Dschungel: Sandra Steffl, David Friedrich, Daniele Negroni, Ansgar Brinkmann und Sydney Youngblood sind angekommen.

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Wer soll Dschungelkönig 2018 werden?

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Heute im Dschungelcamp 2018: Kamelhirn und Krokodilpenis

Mit der York aka Monika Schwab aka die Schwester von Mary Roos ist also schon mal nicht zu rechnen. Prognose: Auszug nach drei Tagen wegen übermäßiger Klapprigkeit. Ist ja auch gerade superschwül in Australien. Auch Sidney Youngblood ("Alle glauben, jeder Schwarze hat ein großes Ding. Ich habe eine große Stimme") wird nach ein bisschen "Sit and wait" relativ zügig den Abflug machen. Adieu alte Welt.

Es war schön viel Hysterie in der Auftaktshow von "Ich bin ein Star – Holt mich hier raus!". Fallschirmsprünge, Bungee Jumping, Rattenlöcher, Kamelhirn, Krokodilpenis, ein verdrecktes Klo – das ganze Programm für epische Nervenkrisen. Es flossen die ersten Kullertränen bei den Coolen, während sich manche labilen Seelen als recht tough erwiesen. Anwärter Nummer eins für den emotionalen Totalabsturz ist der Sänger Daniele Negroni, ein bis unter die Schädeldecke tätowiertes Jüngelchen, das völlig verloren wirkt in dieser dunklen Blätterwelt mit den grellen Scheinwerfern. Eine Bank dagegen könnte der als Paniktorte eingekaufte Matthias Mangiapane sein. Er stöckelt als patenter Hauswart durch die Anlage und kreischt nur, um seine Zielgruppe nicht zu enttäuschen.

Erstaunlich ist der hohe Grad an Realismus in den Selbsteinschätzungen der Kandidaten. David Friedrich macht sich keine Illusionen über seine Bekanntheit ("Wenn ich bei der Bacholerette nicht mitgemacht hätte, würde ich mich auch nicht kennen"), Jenny Frankhauser über ihre Beliebtheit ("Wenn ich mich selbst googeln würde, würde ich mich auch nicht mögen") und Giuliana Farfalla über ihre Intelligenz ("Ich bin nicht unbedingt die Hellste"). Als sie in einem Bottich voller Fischabfälle weltberühmte Sehenswürdigkeiten den entsprechenden Ländern zuordnen musste, packte sie den Big Ben nach Kanada und den Taj Mahal nach Usbekistan.

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Tatjana Gsell: Gespenst mit Gesichtslähmung

Bei einem Camp der No-Names ruhen die Hoffnungen natürlich doppelt auf den echt krassen Promis. Kategorie A bis B. Doch: Riesenenttäuschung. , die ewige Witwe mit dem katastrophalen Ruf, maximal halbseiden, jede Lebensentscheidung ein Griff ins Klo, aber man muss sie nicht googeln – die Gsell also hat sich ganz offenbar in eine Art Wachkoma operieren lassen. Zombiehaft schlich sie gestern durchs Camp, ein Gespenst mit Gesichtslähmung, selbst beim Tandemsprung in 10.000 Metern Höhe waren ihre Lippen und Wangen wie festgetackert.

Auch der Ex-Fußballer Ansgar Brinkmann ("Selbstvertrauen ist mein Hobby") zeigte sich zum Staffelstart noch indisponiert. Er schmunzelte sich einen und schmollte schon bei der ersten Gelegenheit, als den Kandidaten zur Belohnung für erspielte Sterne ein gebratener Känguruschwanz serviert wurde, eine australische Delikatesse. Brinkmann fand das respektlos. Supernervig: Sein Versuch, den Ausruf "Bam!" analog zu Thorsten Legats "Kasalla!" als sein Markenzeichen zu etablieren. Aber Brinkmann hat ja noch Zeit, sich warm zu spielen. Zumindest einen guten Spruch haute er gestern schon raus: "Wenn man wird, ist man der Kapitän von den ganzen Wahnsinnigen – also der Oberidiot." 

Dschungelcamp 2018, Tag 1: Springen, schwimmen, schlucken - die Tortur hat begonnen
Tatjana Gsell fliegt mit dem Fallschirm ein

Auf geht's ins Dschungelcamp 2018. Zu den Ersten, die in diesem Jahr die Reise antreten, gehört Tatjana Gsell. Sie wird früh morgens geweckt und mit einem Helikopter in den Dschungel geflogen. Aus großer Höhe muss sie mit einem Fallschirm abspringen, um ins Camp zu gelangen. Ob alle Ersatzteile den Sprung überstehen?

Alle Infos zu "Ich bin ein Star - Holt mich hier raus!" im Special bei RTL.de