VG-Wort Pixel

Dschungelshow, Tag 12 "Ohne Angst vor dem Tod ist man frei" – Xenia ahnt ihren Untergang

Xenia von Sachsen scheitert an ihrer Aufgabe, schlägt die Hände vors Gesicht.
Xenia von Sachsen scheitert an ihrer Aufgabe, schlägt die Hände vors Gesicht.
© TVNOW / Stefan Gregorowius / MG RTL D
In der Dschungelshow stand das letzte Tiny Trio an, next Stop: Halbfinale. Nach den flimmernden Telegrammen des Ex-Bewohners David Ortega, konnte erst einmal nicht mehr viel kommen. Und genau so kam es dann auch.
Von Ingo Scheel

Irgendwo stopft sich Bea Fiedler in diesem Moment eine Halbaktive, zwei Wimpern fallen ihr unbemerkt in den Tabak, ein Chihuahua bellt, die Straßenlaternen flackern, das Streichholz zischt. Tief inhalieren. So weit, so Glut. Gerecht ist das alles nicht. Während die nackte Superhexe vom Rio Amore längst Geschichte ist, kommt ein Camp-Komparse wie Filip Pavlovic mal eben ins Dschungelshow-Halbfinale? Ups, jetzt haben wir gespoilert. Was soll's? Viel mehr passiert ist eh nicht, rund ums Tiny Clubhouse bereitet man sich auf die Vorschlussrunde vor. Und dass es nach dem diffusen Monolog des David Ortega vom Vortag noch irgendetwas Spektakuläres zu vermelden gäbe, das war eh nicht zu erwarten.

Auch 24 Stunden danach, dazu noch in Super-Slomo aufbereitet, war in weiten Teilen nicht klar, was der ominöse Ortega da verkünden wollte. Nun gut, könnte man jetzt sagen, das weiß man bei Verona Pooth oder Helge Schneider mit defektem Mikro zumeist auch nicht, aber wenn man denn schon Gäste aus einer vorangegangenen Staffel exhumiert, dann möchte man doch auch ein bisschen Entertainment. Ob man eine(n) der drei letzten Kandidaten der diesjährigen Vorrunde noch einmal in einem solchen Wiederaufbereitungstalk wird sehen können, sei dahingestellt. Filip, mit blondiertem Raspelschopf eine Art Ähm-inem, der gern Fragen wie "Was war das Schlimmste in deinem Leben?" erörtern möchte, dürften sämtliche Allgemeinplatzpatronen in Bälde verschossen haben.

Prinzessin mit dem aufgeräumten Eindruck

Djamila Rowe-Rowe-Rowe the Boat, nun ja, ein klassischer Fall von postoperativer Empathie: Kommt mit nichts als ihren Lippen, und ist dann doch auf eine unterschwellige Art so rührend wie die Omma, die im Park immer auf der Bank sitzt und mit den Tauben spricht: Wenn man sich erst einmal mit ihr unterhalten hat, erwächst da womöglich doch noch ein unterschwelliges Gefühl der Obhutverpflichtung.

Bei Prinzessin Waswarhierlos, Xenia von Sachsen, ist das eher nicht der Fall. Eigentlich macht die blondbezopfte Beinah-Adelige einen relativ aufgeräumten Eindruck. Wäre da nicht das Lebenskrisenbingo, bei dem die Frau, die einst den guten Harald Glööckler als "Sisi" zum Wiener Opernball begleitet hatte, sofort alle Kreuzchen macht. Missbrauch, Knochenkrebs, Schädelplatte weg, in der Reihenfolge, eigentlich genau der Extremstoff, der im richtigen Dschungelcamp erst so auf der dritten, vieren Nachtwache ausgepackt wird, wurde hier bereits vorschnell verfeuert, frei nach der alten Devise von Harry Valérien: Freunde, mir ham net sovui Zeit.

"

Lag es daran, dass die Geschichte mit dem Hörnchen unter dem Haupthaar so schnell versickerte oder weil die Redaktion es einfach verpasst hatte, das Ganze mit einem Song von Radiohead zu unterlegen? Mer waas et net, mer steckt net drin. "Ohne Angst vor dem Tod ist man frei", verkündete Xenia noch in seherischer Manier. Ohne Angst vor Langeweile auch, möchte man ihr entgegnen, aber da sind die drei schon Richtung Dschungelprüfung entfleucht.

Wunderbare Erlebnisse, die einem keiner nehmen kann

Da gab es dann bei einem Spiel namens "Qualen nach Zahlen" oder so ähnlich, einen Mix aus dem nie gesendeten Sesamstraßen-Sketch "Berühr das Tier" und einem fast vergessenen Beitrag aus dem Schulfernsehen, darin der Merksatz, der den Atomkrieg überleben wird: Punktrechnung vor Strichrechnung. Zwischendurch erneut Besuch aus der Vergangenheit, so vogelwild wie beim Ortega wurde es nicht. Mit Dschungelkönigin Jenny Frankenhauser, Mathias Manschapahne (wer soll sich bitteschön merken, wie das geschrieben wird) und Natascha Ochsenknecht herrschte quer durch die Bank Einigkeit: Das wunderbare Erlebnis kann einem heute keiner mehr nehmen.

Und das war es dann auch schon. Ach nein, Halt, Stopp. Wobei…gespoilert hatten wir ja eh schon ein wenig, hier nun der Form halber und für die Statiker, Verzeihung, Statistiker unter uns: Djamila und Filip hangelten sich ins Halbfinale, die Prinzessin mit dem Horn musste die letzte Droschke nach Hause nehmen. Irgendwo zwischendrin wurde noch ein Boxkampf zwischen Djamila Rowe und Desirée Nick in Aussicht gestellt, küsste Filip "unsere Augen", sah Tina York in dieser einen Szene aus Staffel 12 immer noch so aus, als würde sie tot in ihrer Hängematte liegen. Bammel muss man davor nicht haben, das wissen wir jetzt. Ohne Muffen vor Gevatter Hein ist es sowieso am entspanntesten. Morgen dann Halbfinale. Das wird wohl wieder mehr knallen, keine Angst.


Mehr zum Thema


Wissenscommunity


Newsticker