HOME

Stern Logo Dschungelcamp

E-Mail von Till: Ich bin ein Star, ich zieh' mich aus!

Stern.de-Kolumnist Till Hoheneder fragt sich, was für Nackte das Dschungelcamp noch so hervorbringen wird, er verrät, was das Gute an der Känguruhoden-Show ist, und er klärt auf, warum Deutschland ein Problem mit Lothar Matthäus hat.

Leute, mal ganz ehrlich! Man wird doch immer noch überrascht im Leben. Du guckst morgens in die Zeitung und liest mit Erstaunen, dass für die meisten Männer in Deutschland Ex-Kanzler Helmut Schmidt der "coolste Kerl" ist. Gut, bei Til Schweiger auf Platz 1 hätte ich auch sofort Pickel an der Sitzbank bekommen, dann schon lieber "Schmidt Schnauze".

Von Lothar Matthäus keine Spur in der Umfrage. Gut, deswegen wird Lothar nicht den "Sand in den Kopf stecken". Obwohl, dann wäre wenigstens was drin - in dem Kopf. Erstaunlich, wie Matthäus sich nachträglich bei den Bayern als Trainerlösung ins Spiel bringt. Dabei war er laut Vorstand Rummenigge noch nicht mal angedacht, schon gar nicht als Lösung. Matthäus im Interview: "Ich weiß, dass ich irgendetwas in Deutschland verbrochen habe, ich weiß nur noch nicht was!" Ich kann es Dir sagen, Lothar. Einfach mal die Klappe halten, bevor man Sprüche raushaut wie: "Gewollt hab ich schon gemocht, aber gedurft ham sie mich nicht gelassen." (Lothar zum Thema Lothar als Bundestrainer!) Wir Deutschen wissen, dass ein Fußballspieler nicht unbedingt viel Hirn braucht. Aber gar keins?

Apropos hirnlos: Wer behauptet, das Dschungelcamp wäre eine sinnlose Veranstaltung, der weiß nicht, was tägliche Demut bedeutet. Zum Beispiel dem lieben Gott dankbar sein, dass man nicht so fett ist wie Dirk Bach. Dass es einem noch nicht mal für Geld in den Sinn kommt, seine Restwürde mit diesen Umlaut- und Konsonantenpromis im Wald zu verlieren. Also: Man kann auch viel Gutes aus dieser Freakshow ziehen. Nachdem Bernd Herzsprung zum Beispiel gesehen hat, wie seine Frau Barbara eklige Känguruhoden in den Mund genommen hat, weiß er gar nicht mehr, warum er seine Frau eigentlich verlassen hat!

Allerdings werden die Grenzen des guten Geschmacks schnell überschritten, wenn sich abgehalfterte, ehemalige Serienstars wie Julia Biedermann auch noch für den "Playboy" ausziehen. Ihr Name verbietet das doch schon. Das ist ja wie Weihnachten ohne Ostereier! Früher war Raquel Welch im "Playboy"! Catherine Deneuve, Sharon Stone, Madonna! Da wäre Julia Biedermann noch nicht mal als Karikatur auf der Witzeseite rein gekommen. Und dann diese Fotos! Mit diesen billigen Angler-Kunstgummistiefeln kann Julchen nicht mal einen riemigen, usbekischen LKW-Fahrer auf dem Straßenstrich an der E55 von der Selbstbefriedung abhalten. Damit ist der Playboy genauso billig wie die anderen läppischen Hochglanzheftchen "Max", "FHM", "Coupé". Da ziehen schon seit Jahren irgendwelche Starlets blank und behaupten: Ich bin ein Star, ich zieh' mich aus!

Wahrscheinlich kommt da eine Flut von optischen Abscheulichkeiten auf uns zu. Ein Medieninformant namens "IM Busch" über mögliche nackte Tatsachen: Thekla Carola Wied mit Slim-String auf dem Apotheken-Rundschautitel, Simone Rethel in Jopies Wehrmachtsunterhose im nächsten Landser-Heft und Witta Pohl nur mit Birkenstocks in Medi&Zini. Jetzt schon Kult! Bis die Tage...!