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Tag 14 im Dschungelcamp 2011: Und täglich mobbt das Dschungeltier

Auf der Zielgeraden der fünften Dschungelcamp-Staffel legt das Format in puncto Ekelfaktor noch einmal richtig zu. Der Grund dafür sind nicht etwa Kakerlakenschwärme, Krokodil-Penisse oder Känguru-Hoden - es reicht völlig, den Kandidaten dabei zuzuhören, wie sie langsam, aber sicher selbst irre werden.

Von Ingo Scheel

Es ist besser auszubrennen als zu verblassen - die Zeilen von Neil Young hatten es einst schon Kurt Cobain angetan und auf den letzten Metern schienen sie auch zum Credo von Mathieu Carrière zu werden. Dabei wählte der Schauspieler zwar einen weniger tragischen Weg als der Nirvana-Sänger, ein absurdes letztes Ausrufezeichen setzte der 60-Jährige dennoch. Ausgerechnet mit Indira, der wohl aussichtslosesten Dialogpartnerin seit dem sprechenden Baumstamm aus "Twin Peaks", erging Mathieu sich in dubiosen Theorien über Peer und sein Verhalten.

Und seine Diagnose stand fest: Peer hat ADS. Was haben denn Autobremsen mit Peer zu tun, wird Indira sich gedacht, aber nicht zu fragen getraut haben. Ein Hoch auf die Übersprungshandlung. Es gibt ja noch das ungesteuerte Kichern. Spätestens jetzt erwartete man jeden Moment, dass Schwester Ratched durchs Camp schreiten würde, um mit dem Ruf "Medikamenten-Ausgabe!" für Ordnung zu sorgen. Die Hoffnung erfüllte sich nicht, dafür flog wenigstens schon mal einer aus dem Kuckucksnest. Mach's gut, Mathieu!

"Das ist viel zu viel Kopfgeficke"

Den Abschied kaum verdaut, gaben Bach und Zietlow den Verbliebenen dann gleich noch einmal Feuer. Was passt für einen zerrütteten Haufen wie die letzten fünf Camp-Kapeiken besser, als eine Dschungelprüfung, bei der es ausgerechnet auf Teamwork ankommt? Die Rechnung ging auf - beim Arschbomben-Spiel "Tarzan und Jane" reichte es nur für einen kümmerlichen Stern.

Und auch die Flüstertüten waren wieder im Einsatz. Dabei gab es endlich Aufklärung, was denn zu Indiras Nervenzusammenbruch am Vortag geführt hatte: nicht etwa die Reue, die Einsicht, die Erkenntnis, hier am "Punkt of no Return" angekommen zu sein. Nein, es war die Liebe, einzig und allein die echte, große Liebe. Wie schade, dass Rainer Langhans das nicht mehr erleben durfte: "Jane" Indira war schlicht überwältigt von den Gefühlen, die sie für ihren "Tarzan" Jay empfand. Der wiederum hatte damit so seine mentalen Probleme, denn auch bei ihm haben zwei Wochen Iso-Haft mittlerweile Spuren hinterlassen: "Das wird für mich alles zu viel langsam, das ist viel zu viel Kopfgeficke."

Ein Flirt mit Katy Karrenbauer?

Entspannung musste also her - und die gab es diesmal nicht im Tümpel, sie kam in Form von Feldpost: Die Angehörigen der Insassen hatten ein paar mutmachende Zeilen ins Dschungelcamp geschickt, die diese einander vorlasen. Leseschwäche hin, Krakelschrift her - im Schein des Lagerfeuers hatte man für einen kurzen Moment das Gefühl, es könnte sich hier doch um ganz normale Menschen handeln.

Auf ein Happy End wartete man an diesem Abend im Herzen der Finsternis schließlich vergebens. Nicht Thomas oder Peer oder Katy mussten gehen - die Zuschauer gaben der Liebe keine Chance mehr: Indira "Jones" muss das Dschungelcamp verlassen. Zurück bleibt ein derangierter Jay. Was wird der Boygroup-Barde mit der verbliebenen Zeit im Camp jetzt anfangen? Einen überhasteten Flirt mit Katy Karrenbauer beginnen?

Den Gerüchten über seine sexuelle Orientierung dürfte das ebenso wenig zuträglich sein wie das morgendliche Duschbad mit Tommy Rupprath. Möglicherweise ist er aber auch schneller mit Indira wiedervereint als ihm lieb ist: Die Peer-Group von Kollege Kusmagk wittert mittlerweile auch auf Facebook Morgenluft und plant insgeheim schon die Krönungsfeierlichkeiten. In 36 Stunden wird man wissen, wer die Narrenkappe gegen ein Krönchen tauschen darf.