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Heute-Show: "Faustregel: Wer mehr als ein Flugzeug besitzt, ist wahrscheinlich nicht Mittelschicht"

In den Ruinen der großen Koalition steht Angela Merkel plötzlich wie der Phönix in der Asche. Man könnte sie also gleich selig sprechen, überlegt die "Heute Show". Dem Möchtegern-Nachfolger Friedrich Merz fliegen derweil seine Aussagen zu seinem Vermögen um die Ohren.

Merz als Mittelschicht? Die "Heute-Show" sieht das eher nicht

Merz als Mittelschicht? Die "Heute-Show" sieht das eher nicht

ZDF

Sich die aktuelle Situation der GroKo anzuschauen, ist ein bisschen, wie Zeuge eines sehr langsamen Autounfalls zu sein. Man weiß, es geht grausig zu Ende, aber wegsehen kann man nicht. Auch die "Heute-Show" befasst sich in der aktuellen Folge natürlich mit dem "Abschiedsfest der Volksparteien" - und nimmt vor allem Angela Merkel und ihren Möchtegern-Nachfolger Friedrich Merz aufs Korn.

Über Merkel zeigt sich Welke regelrecht verdutzt. Seit die Bundeskanzlerin nach der katastrophalen Hessen-Wahl ihren Rückzug angekündigt hat, kennen alle plötzlich nur noch - Lob. "Schon verblüffend, wie Merkel plötzlich als quasi historische Figur von allen gefeiert wird", wundert sich Welke. "Gut, jetzt nicht in Ostdeutschland. Aber in Deutschland halt", fügt er feixend hinzu. "Bei manchen Kommentatoren steht sie ganz kurz vor der Seligsprechung."

Die drei Wunder Merkels

Dafür müsse man allerdings nach der katholischen Kirche mindestens ein Wunder vollbringen. Zum Glück fallen Welke gleich drei ein. Nach all den Jahren Aufschwung leben immer noch zwei Millionen Kinder in Armut (Halleluja),  drei Jahre Dieselskandal - ohne, dass ein einziger Autokonzern zur Verantwortung gezogen wurde (Halleluja). Und zu guter Letzt die Energiewende, bei der trotz der enormen Kosten jedes Klimaziel verpasst wurde (Halleluja). "Läuft."

Letzte Vorausetzung zur Seligsprechung: Man muss ein Martyrium erlitten haben. "Joa, hat sie auch. Oder? Ich finde schon", überlegt Welke laut vor dem johlenden Publikum - während hinter ihm das Konterfei Horst Seehofers zu sehen ist. "Gott, hat die Frau unter Opa gelitten." Immerhin würde Merkel in Würde gehen - während der Innenminister den Rücktritt weiter verweigert.

Mittelschichts-Millionär

Dann nimmt sich Welke den möglichen Nachfolger vor - vor allem Friedrich "Merz-edes-Bonz". In einem "Bild"-Interview hatte Friedrich Merz sich hartnäckig geweigert zu erklären, ob er Millionär ist - und sich dann als Teil der gehobenen Mittelschicht eingeordnet. Das kann Welke so nicht stehen lassen. "Faustregel: Wer mehr als ein Flugzeug besitzt, ist wahrscheinlich nicht Mittelschicht. So merk' ich's mir immer." Merz besitzt nach eigenen Angaben drei.

Dabei sieht Welke Merz' Reichtum gar nicht als Problem - sondern seine Positionen in zahlreichen Aufsichtsräten - "und dass man alle seine künftigen Entscheidungen als Kanzler danach beurteilen wird."

Zur anderen Volkspartei - hier muss Welke kurz den Namen nachschauen - SPD - hat Welke nun kaum noch etwas zu sagen. Das überlässt er lieber Kollege Fabian Köster. Wie der die Abgeordneten beim Debattencamp zerlegt, sehen Sie - gemeinsam mit dem Rest der Sendung - unter diesem Link.

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mma