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"heute-show" im ZDF: "Scheißklima" in der Jamaika-Koalition: "Wie doof ist eigentlich ein Christian Lindner?"

Zwischen Fluch und Segen der Karibik: Die "heute-show" nimmt die knirschenden Jamaika-Verhandlungen aufs Korn. Dabei machen die Satiriker vor allem ein Problem in der exotischen Koalition aus: eine Rechenschwäche. 

"heute-show" im ZDF: "Wie doof ist eigentlich ein Christian Lindner?"

Die Satiriker der "heute-show" (ZDF) ziehen eine erste Bilanz zu den knirschenden Jamaika-Verhandlungen: "Scheißklima"

Die Verhandlungen um die erste Jamaika-Koalition sorgen für Gesprächsstoff. Und dementsprechend für jede Menge Gags und spitze Pointen in der ZDF-"heute-show": "Willkommen in der Volksrepublik Jamaika!", begrüßt Moderator Oliver Welke die Zuschauer zum satirischen Jamaika-Update.

Denn Mutti Merkel habe beschlossen, nur noch Konsens statt Knirsch der Verhandlungen an die Öffentlichkeit dringen zu lassen. "Scheißklima", urteilen die Satire-Show im ZDF. Doch Streit in der Hauptstadt hin oder her: Die exotische Koalition verspreche "das beste Deutschland, das Deutschland je hatte" zu werden. Zumindest lasse es die Politik so aussehen.

Zu schön, um wahr zu sein

Und so arbeitet sich die "heute-show" in einem kunterbunten Cartoon an den Versprechen und Verheißungen der potenziellen Bündnispartner ab. So wolle die Union etwa für jedes Baby ein Baukindergeld auszahlen - "aber nur für Babies, die auch wirklich Häuser bauen", kommentieren die Satiriker. Die Grünen wollen alle Kohlekraftwerke abschalten, doch der Strom bleibe schön billig - "wir haben ja Windenergie und die Biomasse von Peter Altmaier." Von der FDP gebe es für den Papa Steuerentlastungen in Höhe von 30 Milliarden Euro - "plus ein nymphomanes Topmodel. Und Mama kriegt ein Pony, damit sie nicht traurig ist." Die Botschaft ist klar: Das ist alles viel zu schön, um wahr zu sein.

Rechenaufgabe in der "heute-show"

Auch mit Blick auf die Zahlen. Sidekick Birte Schneider (bürgerlich Christine Prayon) begrüßt zur "Koalitions-Mathematik" und beruhigt Moderator Oliver Welke gleich zu Beginn: "Schlecht Rechnen ist quasi Voraussetzung für Koalitionsverhandlungen."

Eine Textaufgabe zum warm werden: "Ein Christian Lindner verspricht den Bürgern 30 Milliarden Euro Steuersenkungen + milliardenschwere Investitionen + die 'schwarze Null'". Frage: "Wie doof ist ein Christian Lindner?" Klar, die Antwort muss lauten: "Zwölf" - wenn es nach Welke geht.

"Herr Gauland, bleiben Sie stehen, sonst jage ich Sie!"

Dass sich die ein oder andere Partei auch bei der Aufstellung ihrer Abgeordneten für den Bundestag verzählt haben könnte - nur etwa ein Drittel des 19. Parlaments sind Frauen - will "heute-show"-Reporter Fabian Köster zur Debatte stellen. Immerhin: Dieser Bundestag ist mit 709 Abgeordneten sogar so groß wie nie zuvor.

Eine launiger Vorschlag an CSU-Politiker Andreas Scheuer: "Wäre es nicht mal sinnvoller, eine Obergrenze für Abgeordnete als für Flüchtlinge einzuführen? Von mir aus auch 200.000. Die Zahl finden Sie doch so geil, oder?" - "Ja", entgegnet Scheuer kurz angebunden.

Ausführlicher (aber nicht wirklich verständlicher) antwortet Karl Lauterbach von der SPD: "Würden Sie sich für die Frauenquote umoperieren lassen?" - "Ich glaube, ich brauche das nicht. Ich decke beide Geschlechter ab."

Auch Markus Frohnmaier von der AfD wird ins Verhör genommen: "Sie haben gesagt, jetzt wird ausgemistet und aufgeräumt. Könnte man nicht mit der AfD anfangen?" - "Nein, überhaupt nicht. Wir wollen ja mit den Altparteien und deren Politik aufräumen." Schweigen. Langes Schweigen. "Sie müssen jetzt wieder eine Frage stellen.", erinnert Frohnmaier. "Ach so, ich dachte, Sie hätten noch etwas Inhaltliches zu sagen."

Offenbar gar nichts zu sagen hatte Alexander Gauland, Co-Faktionschef der AfD: "Herr Gauland, bleiben Sie stehen, sonst jage ich Sie!", so Reporter Köster. 

Auch diese Rechnung ging nicht auf.

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fs