HOME

Stern Logo Tatort

Kritik an Darstellung: "Fortwährendes Mobbing": Dortmunder Oberbürgermeister fordert Aus für "Tatort"

Letzten Sonntag gab es wieder mal eine "Tatort"-Folge aus Dortmund. In der Episode "Zorn" ging es um Menschen am Rand der Gesellschaft, um Reichsbürger, Kohleschächte und Trinker. Dem Oberbürgermeister der Stadt platzte nach der Folge der Kragen.

Ullrich Sierau - Dortmunder Tatort

Der Dortmunder Oberbürgermeister Ullrich Sierau schrieb nach dem letzten "Tatort" einen Brandbrief an den WDR, in dem er seine Region in Schutz nimmt

Picture Alliance

Am vergangenen Sonntag lief in der ARD mal wieder ein "Tatort" aus Dortmund. In der Episode "Zorn" ging es um Menschen, die am Rand der Gesellschaft leben – konkret um Reichsbürger und Trinker. Auch gab es eine Menge durch illegale Kohleschächte zerstörte Häuser zu sehen. Ein düstere Szenerie. Knapp neun Millionen Zuschauer schalteten dennoch ein, darunter auch Dortmunds Oberbürgermeister Ullrich Sierau. Dem stieß das von seiner Stadt gezeichnete Bild derart bitter auf, dass er im Anschluss einen Brandbrief an den WDR-Intendanten Tom Buhrow schrieb – samt drastischer Forderung.

Dortmunder "Tatort": Oberbürgermeister Sierau außer sich

"Ich persönlich hätte nichts dagegen, wenn Sie den Dortmund-Tatort einstellen und Kommissar Faber und sein Team in den vorzeitigen Ruhestand schicken würden", schrieb Politiker Sierau, der seinen Ärger über die in seinen Augen regelmäßig negative und rückständige Darstellung Dortmunds und der Region gar nicht erst zu verbergen versuchte.

Aber was erbost Herrn Sierau so sehr, dass er dem Team um Kommissar Faber das Ende wünscht? "Nicht zuletzt nach der Ausstrahlung der Dortmunder Folge von Sonntag, 20. Januar, muss ich meine früher getätigte Aussage, dass ein 'Tatort' die Stadt adelt, revidieren", so Sierau. Was sich in vorherigen Folgen schon angedeutet habe, "lässt sich nach der Folge von Sonntag nur als fortwährendes Mobbing gegenüber einer Stadt, einer Region sowie den dort lebenden Menschen bezeichnen“, argumentierte der Oberbürgermeister. Es sei "maximal lächerlich". 

Oberbürgermeister Sierau: Eine Verbreitung des "Ruhrpott-Klischees" der 80er

Dann wurde Sierau noch konkreter. Durch die Verbreitung dieser "Ruhrpott-Klischees“ aus den 80ern disqualifiziere der WDR die Menschen und sich selbst als produzierender Sender: "Es ist eine plumpe Darstellung ohne jedwede regionalen Kenntnisse. Gesellschaftliche und wirtschaftliche Zusammenhänge sollten ansatzweise passen, wenn die Bilder schon nicht aus Dortmund, sondern aus Duisburg stammen. Die letzte Zeche in Dortmund wurde 1987 geschlossen. Die prägende Zeit der Montanindustrie ist Geschichte. Im Ruhrgebiet gibt es so etwas wie einen Strukturwandel – aber die Vorurteile und Klischees der Drehbuchschreiber und verantwortlichen Redakteure des WDR sitzen fest und lassen diese Sichtweise offenbar nicht zu", führte er aus.

WDR reagiert mit Stellungnahme

Der WDR hat inzwischen auf den Brief reagiert. Zunächst bestätigte eine Sprecherin, dass man die Kritikpunkte prüfe. Am Dienstag folgte dann eine ausführliche Stellungnahme: Man zeige ein vielschichtiges Bild der Stadt Dortmund. Der "Tatort" sei Fiktion, heißt es in dem Statement, und werde aus dramaturgischen Gründen auch verdichtet und zugespitzt: "Dadurch können einzelne Szenen von den einen als Klischees empfunden werden, von anderen als realitätsnahe Darstellungen. Das polarisiert, löst Debatten aus – das ist aus unserer Sicht nicht negativ, sondern bereichernd."

Auch von negativen Publikumsreaktionen will der WDR nichts wissen, diese seien überwiegend positiv. Bei den letzten öffentlichen Vorführungen habe es "sehr viel Applaus" gegeben.

Sierau stand dem "Tatort" schon mal positiver gegenüber

Oberbürgermeister Ullrich Sierau hatte sich schon vor fast zehn Jahren, vor der Einführung des Dortmunder "Tatorts", gefreut und geäußert, dass die Ruhrpott-Stadt nun auch mal an der Reihe sei. Damals hatte er sogar eine Drehbuchidee: "Junger Wissenschaftler aus der Region schafft über die Hochschule den Aufstieg, gründet ein Start-up-Unternehmen, hat bahnbrechenden Erfolg – und finstere Typen heften sich an seine Fersen“, schrieb er in einem Gastbeitrag für den Berliner "Tagesspiegel“. Vielleicht kommt ihm der "WDR" in der nächsten Folge ja etwas entgegen.

Quellen: Stadt Dortmund, "Ruhr Nachrichten"

"Gümer und Tschiller" oder "Thiel und Boerne"?: Das sind die beliebtesten Tatort-Kommissare
Oldtimer gekauft - bei Instandsetzung Unfallschäden entdeckt
Hallo, ich habe mir vor ein paar Wochen einen amerikanischen Oldtimer gekauft - ein Import aus den Staaten, bekam hier eine Vollabnahme und H-Gutachten. Aufgrund der Entfernung konnte ich den Wagen jedoch lediglich auf Fotomaterial besichtigen und auf den Fotos sah er aber sehr gut aus - hatte wenig Laufleistung und wurde auch beim Gespräch mit dem Verkäufer am Telefon mit einem guten Zustand beworben. Nach der Lieferung fielen mir dann sofort 2 Roststellen auf, wo ich mir noch sagte "Hey - das Auto ist 40 Jahre alt - darf es haben, also reparierst du es einfach". Bei der Reparatur stellen sich dann jedoch weitere Roststellen heraus, die sogar zur Demontage der Innenverkleidungen, Kotflügel und Windschutzscheibe führten. Aber Ok - altes Auto. Der Wagen ging daraufhin zum Lackierer und wurde dort weiter behandelt. Dabei kamen dann weitere Mängel zum Vorschein: Die Beifahrertüre wurde bereits im unteren Bereich dick mit Spachtel überzogen - die Unterkante wurde ausgetauscht und von innen nicht versiegelt - das Blech rostete durch. Jedoch war das gesamte untere Türdrittel komplett verbeult - dazu braucht es schon einen recht großen Hammer. Ca. 8mm dicke Spachtelbrocken musste ich abschlagen. An einer Stelle wurde das Blech der Seitenwand bereits ausgetauscht. Durch die schlechte Arbeit waren Blechteile vollständig durchrostet. Auf der anderen Seitenwand hatte der Wagen einen weiteren Treffer kassiert - das Blech war eingedrückt und wurde mit massig Spachtel übergetüncht. Von außen nur anhand sehr schlechtem Lackbildes zu sehen und von innen sind deutlich Schweißpunkte vom Blechzughammer erkennbar. Auch die Seitenscheiben waren stümperhaft montiert. Diese wurden nicht mit Scheibenkleber, sondern einer kaugummiartigen Substanz montiert und fielen bei der Demontage der Zierleisten dem Lackierer bereits entgegen. Laut Verkäufer wurden die Seitenwände zwar überlackiert (was man auch sehen konnte), ein Grund wurde jedoch nicht genannt - angeblich schlechter Lack oder Kratzer. Nun meine Frage: Im Kaufvertrag ist der Wagen wie folgt beschrieben: "Keine Unfallschäden laut Vorbesitzer" "Dem Verkäufer sind auf andere Weise keine Unfallschäden bekannt" Weitere Regelungen gibt es im Kaufvertrag nicht. Durch die Beseitigung der Durchrostungen an den unfachmännisch ausgeführten Blech- und Spachtelarbeiten ist der Preis für die Lackierung deutlich gestiegen. Kann man beim Verkäufer hierfür mitunter Schadensersatz geltend machen? Gekauft wurde das Fahrzeug Mitte Dezember 2018, geliefert in der 2ten KW im Januar. Danke im Voraus für eure Antworten.