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Pfiffe beim Pokalfinale: Würdelos durch die Nacht - warum Helene Fischer ausgebuht wurde

Es sollte eine Show nach dem Vorbild des amerikanischen Super Bowl werden: Doch die Halbzeit des DFB-Pokalfinals endete mit einem Pfeifkonzert für Helene Fischer. Drei Gründe, warum allein der DFB die Schuld an dem würdelosen Spektakel trägt.

Helene Fischer

Helene Fischer während der Halbzeit auf dem Rasen im Berliner Olympiastadion

Ein derartiges Pfeifkonzert hat sie in ihrer Karriere noch nie erlebt: Helene Fischer wurde am 27. Mai bei ihrem Live-Auftritt beim Pokalfinale zwischen Eintracht Frankfurt und Borussia Dortmund im Berliner Olympiastadion gnadenlos ausgebuht. Über Minuten wurde sie von den Fußballfans niedergebrüllt. "Da muss ein Musiker vielleicht auch mal durch", sagte die Sängerin danach in der RTL-Sendung "Mensch Gottschalk". Dabei trifft Fischer in Wahrheit keine Schuld. Denn der Groll der Fußballanhänger galt nicht ihr, sondern den Verantwortlichen beim DFB. Drei Gründe, warum allein der Verband das Fischer-Debakel zu verantworten hat.

1. Murks bei Bayerns Meisterspiel

Dass der FC Bayern Meister werden würde, stand schon lange vor dem letzten Bundesliga-Spieltag fest. Deshalb sollte der 20. Mai in der heimischen Allianz-Arena eine fröhliche Party werden. Die Bayern heuerten Sängerin Anastacia an, die in der Halbzeit sang. Doch dadurch verzögerte sich das Spiel, die zweite Halbzeit konnte erst Minuten später angepfiffen werden - und das, obwohl es für Gegner Freiburg noch um den Einzug in die Europa League ging. Ein Skandal, den der DFB hätte verhindern müssen. Die Fans ärgerten sich zu Recht über derartigen Murks. Die Folgen bekam dann Helene Fischer zu spüren.

2. Das war keine Show, sondern würdelos

Endlich haben sie's beim DFB verstanden - hätte man denken können. Statt die Motorradstaffel der Berliner Polizei auftreten zu lassen, machen sie's wie beim Super Bowl und engagieren den größten deutschen Star. Doch statt Fischer einen spektakulären Auftritt anzubieten, durfte sie nur am Spielfeldrand mit Halbplayback singen. Null Inszenierung, null Show und eine Bildregie, als hätten die Kamerakinder von "Eins, zwei oder drei" am Drücker gestanden. So geht Unterhaltung nicht, das war einfach nur lieblos.

3. Der DFB hat kein Gespür für seine Fans

Jetzt haben wir's so geplant, jetzt machen wir's auch so. Das muss der Satz gewesen sein, der in der vergangenen Woche in der DFB-Zentrale in Frankfurt öfter gefallen ist. Denn das Debakel von Berlin war abzusehen. Statt die Fußballfans, die sich über Helene Fischer schon im Vorfeld lautstark beschwert hatten, zu besänftigen und mit ihnen zu sprechen, stellte der DFB auf stur. Das Programm wurde durchgezogen. Einmal mehr beweist der Verband damit seinen unsensiblen Umgang mit den Fußballfans in Deutschland.

Fazit

"Wir analysieren nach jedem Pokalfinale die Abläufe, das werden auch in diesem Jahr tun. Danach entscheiden wir, was wir beibehalten oder verändern", teilte der DFB am Sonntag mit. Das bedeutet wohl, dass wir in Zukunft auf Halbzeitshows beim DFB-Pokalfinale verzichten müssen. Dann gibt's eben wieder Motorradstaffel.

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Hinweis: Dieser Text war einer der meistgelesenen Artikel auf stern.de im Jahr 2017 - zum Jahresrückblick spielen wir die besten Artikel in loser Reihenfolge bis zum Ende des Jahres.

Die Sängerin Helene Fischer streckt während ihres Auftritts beim Finale des DFB-Pokals den linken Arm zur Seite.