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60. Thronjubiläum von Königin Elizabeth II.: Queen ahoi!

Mit dem größten Spektakel auf der Themse seit 350 Jahren feiern die Londoner ihre Queen - mit mehr als 1000 Booten auf dem Fluss und Menschenmassen am Ufer. Ein Streifzug durch die Stadt.

Von Cornelia Fuchs, London

18.15 Uhr, Soho

Die Straßenstände werden langsam abgebaut, einige Hartgesottene bleiben noch sitzen mitsamt Sektgläsern und Fähnchen. Die Supermarktkette Tesco hat allein in den Tagen vor dem Jubilee zwei Millionen Flaschen "Bubbly" verkauft, wie Engländer ihren Schaumwein nennen. Zwei weitere Tage haben sie zum Feiern - die Queen hat ihrem Land Montag und Dienstag frei gegeben. Wer noch mehr vom Queen-Jubiläum hören will: Montagabend überträgt der Radiosender BBC2 das Buckingham-Palast-Konzert live - in Deutschland über das Internet unter www.bbc.co.uk zu hören. Ich melde mich ab - ziemlich durchnässt und mit schmerzenden Füßen.

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18.00 Uhr, Piccadilly

Leinwände wie diese sind überall in London aufgestellt und zeigen die Live-Übertragung der BBC. Für alle, die am Themse-Ufer keinen Platz gefunden haben.

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17.50 Uhr, Piccadilly

We are singing in the rain. Und es gibt kein schlechtes Wetter, nur schlechte Kleidung. Der Londoner lässt sich von ein bisschen Sturzregen die Sause nicht verderben - wann sonst gibt es noch einmal den Rolls Royce des Ritz-Hotels zur Betrachtung von Jedermann? Die Queen dürfte inzwischen im Trockenen sein. Ihre Untertanen machen sich's schön. In Soho beginnen jetzt die Streetpartys so richtig. Nicht unbedingt auf der Straße, übrigens.

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17.35 Uhr, Themse

Für die Queen ist die Bootsfahrt beendet - die "Spirit of Chartwell" hat am Ufer der Themse festgemacht. Die Königin steht an der Reling und winkt, denn die Parade fährt nun an ihrem Schiff vorüber, damit die Jubilarin das Spektakel ihr zu Ehren in voller Pracht bewundern kann.

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17.30 Uhr, Mayfair

Kontrast zu den Queen begeisterten Massen im Regen draußen: Im Pub "The Punchbowl" trinken die letzten Besucher ihr Pint. Die Last Round wurde bereits eingeläutet. Die Kneipe ist berühmt - sie gehört Guy Ritchie, dem Ex-Mann von Madonna. Johnny Depp und Justin Timberlake haben sich hier schon an der Bar vergnügt.

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16.45 Uhr, St Paul's

Premierminister David Cameron rast im schwarzen Range Rover hinter Polizei-Motorrädern die abgesperrte Straße an der Kathedrale St Paul's zur Tower-Brücke. Hier empfängt er auf der HMS President seine Königin, die den Rest der Parade von dem festverankerten Schiff aus betrachten wird. Gerade rechtzeitig - denn in London hat es wieder begonnen, kräftig zu regnen.

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16.15 Uhr, am Ufer der Themse

Wegen der Menschenmassen ist der Zugang zur Themse jetzt abgesperrt. Die meisten Queen-Fans sind allerdings auch innerhalb der Absperrung genervt. "Ich glaube, wir haben jetzt genug vom Gedränge. Wir gucken das Ganze jetzt auf dem Fernseher. Wie alle braven, aber armen Untertanen mit keiner Einladung zu den Partys mit Blick auf die Themse", sagt ein junger Mann zu seiner Freundin. In den Häusern am Ufer werden überall Pimm's und Sekt getrunken, so im Hotel Savoy und in den Anwaltskanzleien der alteingesessenen Büros im Temple. Für Normalsterbliche hieß es früh aufstehen - für Plätze auf dem Balkon der Tate Galerie wurde schon während der Nacht angestanden.

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16.10 Uhr, Themse

Das königliche Schiff "Gloriana" führt die Parade an - und gibt das Tempo vor. Denkbar langsam kommen die Schiffe voran, denn die "Gloriana" wird von Ruderern angetrieben.

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16.00 Uhr, Embankment

Kapseln des London Eyes - des Riesenrads an der Themse - kosteten mehrere hundert Pfund und bieten knapp eine Stunde Ausblick auf die Themse. Im Restaurant des Oxo-Towers weiter flussabwärts kostete eine Reservierung für das Lunch-Menü über 600 Euro. Die meisten Zuschauer am Ufer sehen wenig - außer den Übertragungen der BBC-Berichterstattung auf den großen Monitoren, die an der gesamten Strecke stehen.

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15.55 Uhr, Themse

Die "Spirit of Chartwell" hat sich mit der Queen an Bord nun in Bewegung gesetzt und wird nun begleitet von mehr als 1000 Schiffen elf Kilometer die Themse entlang fahren - eine bunte Flotte von Ruderbooten, Jachten oder auch Raddampfern. Es erklingt die Wassermusik von Georg Friedrich Händel, die er im Auftrag des britischen Hannoveraner-Königs Georg I. im Jahr 1717 komponiert hatte. Da Elizabeth II. (M) sich noch immer nicht gesetzt hat, stehen auch alle anderen Begleiter auf ihrem Schiff und winken den Zuschauern am Rand der Themse zu - denn es gehört sich nicht, sich zu setzen, bevor die Queen sitzt. Links neben der Queen steht ihr Gemahl Prinz Philipp, neben ihm Prinz Charles. Rechts neben ihr stehen Camilla und Kate, die ein knallrotes Kleid von Alexander McQueen trägt.

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15.45 Uhr, Whitehall, nahe der Themse

Sicherheitsschranken und eine mobile Krankenstation - wer in die Nähe der Themse will, muss sich kontrollieren lassen.

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15.30 Uhr, Themse

Die Queen auf dem Weg zu ihrem Schiff: Mehr als 1000 Boote sollen das Jubiläumsschiff "Spirit of Chartwell" von Königin Elizabeth II. bei ihrer Fahrt über die Themse begleiten. Auf dem Boot der Königin werden neben Prinzgemahl Philip die Thronfolger Prinz Charles und Prinz William mit ihren Frauen Camilla und Kate sowie Prinz Harry sein. Der Wettergott hat ein Einsehen mit den Briten: Der Regen hat mittlerweile aufgehört.

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14.45 Uhr, St James-Palast

Prinz Charles mit Camilla? Der Herzog und die Herzogin von Cambridge? Gesehen haben alle nur die Silhouette eines Hutes und eine winkende Hand. Hinter der Auffahrt liegen St. James-Palast und Clarence Haus - mit den Wohnungen von Charles und William. Vor dem Rolls Royce fahren Polizei-Motorräder und dahinter die leere Limousine mit großen Panorama-Fenstern, in der Kate einst zur Westminster-Abtei fuhr. Der Polizist guckt übrigens nicht nur böse - er ist auch für Londoner Verhältnisse martialisch ausgerüstet: Die Bobbys tragen heute Pistolen in sichtbaren Halftern an der Hüfte. Normalerweise sind sie niemals bewaffnet.

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14.25 Uhr, The Mall vor dem Buckingham-Palast

Dies ist eine Art königliches Handtuchauslegen: Mit den Zelten reservieren sich Royal-Fans den besten Platz für die dienstägliche Prozession, die Königin Elizabeth vom Empfang im Westminster Palast zurück zum Buckingham Palast bringen wird. Die Aufbauten im Hintergrund sind die Konzertbühne für den Montagabend - hier spielen britische Pop-Größen von Paul McCartney bis Elton John.

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14.00 Uhr, Piccadilly

The Big Lunch wurde vom Londoner Bürgermeister Boris Johnson ausgerufen - Londoner sollen sich beim Mittagessen an Tischen wie diesem kennenlernen. Hier in der Innenstadt sind es wohl eher Touristen, die sich mit Starbucks-Kaffee und gekauften Sandwiches niederlassen. Was allerdings der Feier-Laune keinen Abbruch tut.

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13.50 Uhr, Piccadilly

13.000 Polizisten patrouillieren an diesem Sonntag die Straßen, wie hier auf der abgesperrten Piccadilly-Meile. Zur Sicherheit der Queen haben sich Bombenexperten an Brücken abgeseilt, Taucher den Flussboden der Themse abgesucht und sind Spezialboote auf der ganzen Länge des Ufers stationiert. Es ist mehr Sicherheitspersonal unterwegs als bei der Royal Wedding zwischen Prinz William und Kate Middleton im vergangenen Jahr. Damals musste vor allem die Mall, die Zufahrtsstraße zum Buckingham-Palast gesichert werden. "Doch diesmal bewegt sich unsere Parade mit über fünf Stundenkilometern von Ost nach West quer durch die Stadt", sagt der betreuende Commander von Scotland Yard.

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13.40 Uhr, Soho, nahe Leicester Square

Richtig ausgestattet für diesen Tag ist dieser Kiosk, dessen chinesischer Verkäufer in kontinuierlichem Singsang "UmbrellaUmbrellaUmbrella" anpreist.

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13.20 Uhr, Soho, Chinatown

Die Fahnen hängen, Tische für die Straßenpartys werden aufgestellt - London lässt sich auch vom Nieselregen und zwölf Grad Außentemperatur nicht vom Feiern abhalten. In der Nacht hat es gestürmt und wie aus Eimern gegossen. Dennoch haben Hunderte an den Ufern der Themse ausgeharrt, geschützt nur von Regenschirmen und billigen Plastikzelten. Auf dem königlichen Boot, der Spirit of Chartwell, haben die Designer die Glaskuppel verlängert. Queen Elizabeth II. mitsamt Ehemann Philip, Sohn Charles und Enkel William und Harry soll nicht nass werden, egal, woher der Wind über die Themse bläst.

Oldtimer gekauft - bei Instandsetzung Unfallschäden entdeckt
Hallo, ich habe mir vor ein paar Wochen einen amerikanischen Oldtimer gekauft - ein Import aus den Staaten, bekam hier eine Vollabnahme und H-Gutachten. Aufgrund der Entfernung konnte ich den Wagen jedoch lediglich auf Fotomaterial besichtigen und auf den Fotos sah er aber sehr gut aus - hatte wenig Laufleistung und wurde auch beim Gespräch mit dem Verkäufer am Telefon mit einem guten Zustand beworben. Nach der Lieferung fielen mir dann sofort 2 Roststellen auf, wo ich mir noch sagte "Hey - das Auto ist 40 Jahre alt - darf es haben, also reparierst du es einfach". Bei der Reparatur stellen sich dann jedoch weitere Roststellen heraus, die sogar zur Demontage der Innenverkleidungen, Kotflügel und Windschutzscheibe führten. Aber Ok - altes Auto. Der Wagen ging daraufhin zum Lackierer und wurde dort weiter behandelt. Dabei kamen dann weitere Mängel zum Vorschein: Die Beifahrertüre wurde bereits im unteren Bereich dick mit Spachtel überzogen - die Unterkante wurde ausgetauscht und von innen nicht versiegelt - das Blech rostete durch. Jedoch war das gesamte untere Türdrittel komplett verbeult - dazu braucht es schon einen recht großen Hammer. Ca. 8mm dicke Spachtelbrocken musste ich abschlagen. An einer Stelle wurde das Blech der Seitenwand bereits ausgetauscht. Durch die schlechte Arbeit waren Blechteile vollständig durchrostet. Auf der anderen Seitenwand hatte der Wagen einen weiteren Treffer kassiert - das Blech war eingedrückt und wurde mit massig Spachtel übergetüncht. Von außen nur anhand sehr schlechtem Lackbildes zu sehen und von innen sind deutlich Schweißpunkte vom Blechzughammer erkennbar. Auch die Seitenscheiben waren stümperhaft montiert. Diese wurden nicht mit Scheibenkleber, sondern einer kaugummiartigen Substanz montiert und fielen bei der Demontage der Zierleisten dem Lackierer bereits entgegen. Laut Verkäufer wurden die Seitenwände zwar überlackiert (was man auch sehen konnte), ein Grund wurde jedoch nicht genannt - angeblich schlechter Lack oder Kratzer. Nun meine Frage: Im Kaufvertrag ist der Wagen wie folgt beschrieben: "Keine Unfallschäden laut Vorbesitzer" "Dem Verkäufer sind auf andere Weise keine Unfallschäden bekannt" Weitere Regelungen gibt es im Kaufvertrag nicht. Durch die Beseitigung der Durchrostungen an den unfachmännisch ausgeführten Blech- und Spachtelarbeiten ist der Preis für die Lackierung deutlich gestiegen. Kann man beim Verkäufer hierfür mitunter Schadensersatz geltend machen? Gekauft wurde das Fahrzeug Mitte Dezember 2018, geliefert in der 2ten KW im Januar. Danke im Voraus für eure Antworten.