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Aus New Yorker Abschiebeknast Fake-Erbin Anna Sorokin wird freigelassen – unter strengen Auflagen

Anna Sorokin wurde 2019 wegen Betruges verurteilt - und anschließend berühmt
Anna Sorokin wurde 2019 wegen Betruges verurteilt - und anschließend berühmt
© Richard Drew / DPA
Die berühmte Hochstaplerin Anna Sorokin kommt aus dem Gefängnis frei. Die verurteilte Betrügerin wird unter Auflagen aus einem New Yorker Abschiebeknast entlassen – auf Kaution und mit Social-Media-Verbot.

Anna Sorokin narrte die New Yorker High-Society, wurde als Betrügerin verurteilt und bekam mit der Netflix-Serie "Inventing Anna" ein Denkmal gesetzt. Seit April 2021 sitzt die falsche Millionenerbin mit deutsch-russischen Wurzeln im US-Bundesstaat New York in Abschiebehaft. Aus dieser soll sie nun zeitnah freikommen, wie US-Medien berichten.

Ein Gericht habe angeordnet, dass die 31-Jährige gegen eine Kaution von 10.000 US-Dollar auf freien Fuß gesetzt wird. "Wir sind sehr erfreut über die heutige Entscheidung des Gerichts, Anna Sorokin freizulassen. Der Richter hat zu Recht erkannt, dass Anna keine Gefahr für die Gemeinschaft ist“, erklärte ihr Anwalt Duncan Levin dem Portal "Daily Beast". Es seien nur noch ein paar letzte Hürden zu überwinden, darunter die Hinterlegung der Kaution. 

Anna Sorokin hat Hausarrest und Social-Media-Verbot

Neben der Kaution ist die Freilassung mit weiteren strengen Auflagen verbunden. Sorokin steht unter vollständigem Hausarrest, wird elektronisch überwacht und darf keinerlei Social Media nutzen. Allein auf Instagram hat Sorokin eine Million Follower. Ob sie in den USA bleiben darf oder doch noch nach Deutschland abgeschoben wird, ist weiter offen.

Sorokin hatte sich jahrelang in der New Yorker High Society als Millionenerbin ausgegeben und Bekannte, Banken und Hotels um eine sechsstellige Summe betrogen. Nach ihrer Verurteilung 2019 wurde sie 2021 vorzeitig aus dem Gefängnis entlassen. Doch nur wenige Wochen später wurde sie von Beamten der US-Einwanderungsbehörde erneut festgenommen, weil ihr Visum abgelaufen war. Seitdem sitzt sie in Haft und wehrt sich juristisch gegen die Abschiebung. 

Anna Sorokin im RTL-Interview

Sorokin freue sich über ihre Entlassung und werde sich nun auf die Berufung gegen die ungerechtfertigte Abschiebungsentscheidung konzentrieren, teilte ihr Anwalt Duncan Levin mit. Das Social-Media-Verbot dürfte sie allerdings durchaus schmerzen. Aus ihrer öffentlichen Berühmtheit hat Sorokin bereits ordentlich Kapital geschlagen. Die Netflix-Gagen halfen, ihre Opfer zu entschädigen. Zuletzt promotete sie einige im Gefängnis gemalte Bilder, die sogar in einer Galerie ausgestellt wurden.

Richter Charles Conroy erklärte in seiner Entlassungsbegründung, dass er bei Sorokin keine große Fluchtgefahr sehe. "Sie wird sich an die Entlassungsbedingungen halten müssen, die ihr sowohl vom New York State Parole Board als auch von den Einwanderungsbehörden auferlegt werden, was es ihr in Verbindung mit ihrem Status als Person des öffentlichen Lebens besonders schwer machen wird, sich der Entdeckung zu entziehen", so Conroy. "Aus all diesen Gründen ist das Gericht der Ansicht, dass [Sorokins] Fluchtgefahr ausreichend gemindert ist."

Quellen: Daily Beast / Bloomberg / Variety

bak

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