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Abgewatscht - der satirische Wochenrückblick: Loddar wird altersweise

Männer und intelligente Ausreden - da prallen Welten aufeinander. Ein Paradebeispiel hierfür lieferte Pauli-Kicker Gerald Asamoah. Wenigstens muss der sich nur von seiner Frau und nicht wie Liliana Matthäus von den eigenen Fans beschimpfen lassen. Auch Lothar Matthäus machte wieder von sich reden - und zeigte überraschende Weisheit.

Von Stefan Mielchen

Männer und intelligente Ausreden - da prallen gerne einmal Welten aufeinander. Ein Paradebeispiel hierfür lieferte in dieser Woche Gerald Asamoah, der sich als "Kiezkicker" des FC St. Pauli in einem besonderen Umfeld bewegt: Wenn die Heimmannschaft am Millerntor einlocht, wird dort gerne mal an der Stange getanzt. Das scheint abzufärben. Als Asamoah in dieser Woche auf der Reeperbahn nachts um halb eins noch zwei Gespielinnen für die dritte Halbzeit aufsammelte, konnte er ja nicht ahnen, dass daheim bereits Ehefrau Linda auf ihn wartete. Die lebt normalerweise bei den Kindern im Ruhrgebiet und, schaute überraschend nach dem Rechten. Wirklich beeindruckend sind jedoch die Ausreden des ertappten Fußballers: Er habe mit den Mädels daheim nur ein paar zuvor gekaufte Burger verspeisen wollen, beteuerte Asamoah. "Das war alles ganz harmlos, da war nichts Sexuelles", beteuerte er. Für diese verbale Schwalbe im Strafraum gibt's nur eins: Platzverweis!

Ein solcher drohte in dieser Woche auch Lothar Matthäus. Seine Ex Liliana hetzte ihm den Staatsanwalt ins Haus. Angeblich sei die Scheidung nicht rechtskräftig, da Loddar in Österreich ungültige Dokumente vorgelegt habe. Das Verfahren wegen angeblicher Urkundenfälschung wurde zwar flugs eingestellt, doch Lilianas Anwalt glaubt weiterhin nicht, dass das Ehe-Aus juristisch korrekt gelaufen sei. Matthäus schlugen die Meldungen über das Scheidungswirrwarr auf den Magen: "Diese Vorverurteilungen kotzen mich an", bellte er in Richtung der Presse um zu beweisen, dass der Überbringer einer schlechten Nachricht eben automatisch auch der Täter ist. Ganz so schlimm scheint's dennoch nicht gewesen zu sein. Der 50-Jährige überraschte mit einem Anflug von Altersweisheit: Er könne sich auch eine reifere Frau an seiner Seite vorstellen, ließ er in dieser Woche wissen. "Ich hätte auch nichts gegen eine Frau, deren Alter jenseits der 30 liegt." Loddars aktuelle Flamme Ariadne, 23, wird's mit Freuden zur Kenntnis genommen haben.

Roberto Blanco und der "Blanco"-Scheck

Alter schützt Bekanntlich vor Torheit nicht. Wer wüsste das besser als die Noch-Ehefrau von Roberto Blanco? Der "braune Bomber" lebte stets nach dem Motto "Ein bisschen Spaß muss sein". Der aktuelle Spaß ist eine rassige U-30-Dame namens Luzandra. Der fallen gerne mal die Bälle aus dem Netz und auch ansonsten scheint sie bemerkenswerte Talente zu haben: Nach 47 Jahren Ehe lassen sich Blancos nun scheiden. "Ich habe mir viel zu lange viel zu viel gefallen lassen", ist Robertos Gattin Mireille gerade noch rechtzeitig aufgewacht und fordert: "Ich will mein Leben zurück. Ich bin 73 Jahre alt. Ich habe nicht mehr viel Zeit. Aber die will ich genießen." Und wie geht das wohl am besten? Na klar: Mit einem hübschen "Blanco"-Scheck natürlich!

Wie soll man sich in Liebesdingen aber auch entscheiden, wenn das Angebot so vielfältig ist? Vor einer solchen Grundsatzfrage steht aktuell Robertos Schlagerkollegin Kristina Bach ("...es kribbelt und es prickelt"). Die muss ihr TV-Gnadenbrot derzeit bei "Let's Dance" auf RTL knabbern. Als wäre dies nicht schon Strafe genug, ist auch ihr Privatleben aus den Fugen geraten - Madame steht zwischen zwei Männern, ihr Tanzkärtchen quillt über. Die Vorzüge ihrer Jungs diskutierte Bach jetzt öffentlich mit den Paarberatern der "Bunten". Ihr Verlobter Peter kommt dabei ganz gut weg: "Er ist immer für mich da, ist korrekt, eine starke Persönlichkeit und einer der zuverlässigsten Menschen, die ich kenne", beteuert sie. Das Problem: Im Vergleich zu ihrem aktuellen Flirt, einem Hamburger Autohändler, ist das eher langweilig. Denn: "Marco ist ein irrer Freigeist, ein Lebemann, der verrückte Dinge macht, Spontaneität liebt." Da ist die kleine Kristina, 48, natürlich ganz wuschig. Und zwar dermaßen, dass sie ihren inneren Konflikt gleich öffentlich austragen muss. Das "Tagebuch einer Chaos-Queen" (so ein Albumtitel Bachs) lässt allerdings nur einen Schluss zu: Abtanzen, und zwar ganz schnell!

Liliana Matthäus und ihr wahres Ich

Dies wiederum würde man sich auch von Bachs "Let's Dance"-Konkurrentin Liliana Matthäus (siehe oben) wünschen. Sie versuchte es im Vorspann der Show in dieser Woche mal ausnahmsweise mit Selbstironie, was indes nur bedingt funktionierte: "Man kennt mich ja aus diversen Tragödien mit Lothar Matthäus", ließ sich Ihre Durchtriebenheit da vernehmen. "Ich hoffe, hier endlich mal die wahre Liliana zeigen zu können." Nicht nötig, Schatz, möchte man ausrufen: Das ist mit dem Scheidungswirrwarr bereits bestens gelungen. Auf Lilianas Fanseite sieht man das offenbar ähnlich: "Du bist echt die dümmste Nuss, die es weltweit gibt", postete dort ein Kommentator. Und auch Chef-Juror Joachim Llambi ätzte in der Sendung: "Liliana muss beweisen, dass sie nicht nur an der Stange tanzen kann." Das allerdings muss nicht die schlechteste Qualifikation für eine wie sie sein: Zum Pausenfüller beim FC St. Pauli würde es gerade noch reichen.