Der Epstein-Skandal zieht immer engere Kreise um Andrew Mountbatten-Windsor (65), der einmal mehr im Zentrum von neuen Vorwürfen steht. Wie unter anderem die "Daily Mail" berichtet, wurde der ehemalige Prinz und Bruder von König Charles III. (77) bei der Thames Valley Police angezeigt. Der Vorwurf wiegt schwer: Andrew soll in seiner damaligen Funktion als britischer Handelsgesandter vertrauliche Regierungsberichte an den verurteilten Sexualstraftäter Jeffrey Epstein (1953-2019) weitergeleitet haben.
Grundlage der Anzeige sind E-Mails, die das US-Justizministerium am 30. Januar veröffentlicht hatte. Daraus geht offenbar hervor, dass Andrew Berichte über offizielle Besuche in Hongkong, Vietnam und Singapur an Epstein weiterleitete. Eine E-Mail vom November 2010 soll er nur fünf Minuten, nachdem sie ihm von seinem damaligen Sonderberater Amit Patel geschickt worden war, an Epstein weitergeleitet haben. Die Reisen hatte der ehemalige Herzog in seiner Eigenschaft als Handelsgesandter unternommen.
Auch vertrauliche Afghanistan-Informationen weitergereicht?
Besonders brisant: An Heiligabend 2010 soll Andrew Epstein zudem in ein vertrauliches Briefing über Investitionsmöglichkeiten beim Wiederaufbau der Provinz Helmand in Afghanistan einbezogen haben. Die offizielle Regierungsrichtlinie für Handelsgesandte stellt klar, dass die Rolle mit einer strikten Vertraulichkeitspflicht einhergeht - auch über das Ende der Amtszeit hinaus.
Hinter der Anzeige steht Graham Smith, Vorsitzender der Anti-Monarchie-Organisation Republic. Auf der Plattform X schrieb er: "Ich kann keinen wesentlichen Unterschied zwischen diesen Vorwürfen und jenen gegen Peter Mandelson erkennen." Gegen den ehemaligen Labour-Politiker laufen ebenfalls Ermittlungen wegen mutmaßlichen Amtsmissbrauchs im Zusammenhang mit dem Epstein-Skandal.