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Vorwürfe gegen Moderatorin Angeblich sadistisch: Kritiker werfen Ellen DeGeneres alten Tweet vor, liegen damit aber falsch

Ellen DeGeneres
Moderatorin Ellen DeGeneres kämpft um ihr Image
© Mark Von Holden/Invision / DPA
Ellen DeGeneres steht wegen der Arbeitsbedingungen in ihrer Talkshow in der Kritik. Dazu scheint ein elf Jahre alter Tweet zu passen – in Wirklichkeit aber zeigt der eher die sympathische Seite der Moderatorin.

Lange galt Ellen DeGeneres als eines der strahlendsten Gesichter im US-Fernsehen. Vor der Kamera immer gut drauf, sympathisch, witzig. Ihre Talkshow "The Ellen DeGeneres Show" war nicht nur bei den Zuschauern sehr beliebt, sondern wurde auch sechsmal mit dem Emmy ausgezeichnet. Seit einiger Zeit aber werden schwere Vorwürfe gegen die Moderatorin laut. Hinter den Kulissen ihrer Sendung soll ein unangenehmes Klima herrschen, Mitarbeiter berichteten öffentlich von Einschüchterung, Rassismus und vergifteter Arbeitskultur.

Fans von Ellen DeGeneres eilen der Moderatorin jedoch zur Hilfe und verteidigen sie. Dabei verweisen sie auf Begebenheiten, bei denen die 62-Jährige sich für ihre Mitarbeiter eingesetzt habe. Ein alter Tweet von Ellen DeGeneres wurde wieder an die Oberfläche geholt: "Ich habe einen Mitarbeiter dazu gebracht, in der heutigen Show wie ein Baby zu weinen. Ehrlich gesagt fühlte es sich gut an", schrieb DeGeneres im Juni 2009.

Ellen DeGeneres überraschte Mitarbeiterin vor laufenden Kameras

Kritiker vermuteten hinter dem Tweet bereits einen frühen Hinweis auf die angeblich sadistische Ader der beliebten Showmasterin. "Das hilft dir gerade gar nicht, lösch den Tweet", kommentierte eine Userin, mehr als elf Jahre, nachdem die Nachricht abgesetzt worden war. Unterstützer der Moderatorin haben aber recherchiert, welche Geschichte wirklich hinter dem Tweet steckt. Tatsächlich schrieb DeGeneres den Tweet, nachdem sie ihre Reporterin Jeannie Klisiewicz in der Sendung mit einer Überraschung zum Weinen gebracht hatte. Das bestätigte das Management von Ellen DeGeneres dem Portal "Indy100".

Klisiewicz arbeitet seit 2008 für "Ellen". DeGeneres hatte sie ins Team geholt, nachdem Klisiewicz ihr als großer Fan "Millionen Briefe" geschrieben hatte, wie Klisiewicz selbst einmal in einer Sendung sagte. Seitdem überrascht sie Zuschauer im Rahmen der Show. Ein Jahr nach ihrem Einstieg war es aber Jeannie Klisiewicz selbst, die von ihrer Chefin überrascht wurde: Zum einjährigen Dienstjubiläum schenkte Ellen DeGeneres ihr in der Show eine siebentägige Kreuzfahrt in der Karibik. Reporterin Klisiewicz verlor vor laufenden Kameras die Fassung.

Drei Produzenten müssen die Show verlassen

Die Kritiker der Moderatorin hatten die Episode wohl nicht mehr auf dem Schirm. Auch bei weiteren Anlässen hatte Ellen DeGeneres Überraschungen für ihren Sidekick parat, einmal organisierte sie ihr einen Auftritt in einem Musical. Hinter den Kulissen allerdings soll es bei der "Ellen DeGeneres Show" weitaus weniger herzlich zugehen. DeGeneres musste sich nach einigen Unmutsäußerungen von Angestellten in einem Zoom-Call bei mehr als 200 an der Show Beteiligten entschuldigen: "Ich bin eine Person mit vielen Facetten und ich versuche, die beste Person zu sein, die ich sein kann und ich versuche, aus meinen Fehlern zu lernen."

Auch eine Zuschauerin der Show, die von DeGeneres zu einem Spiel auf die Bühne geholt wurde, hatte kürzlich berichtet: "Während der Werbepausen brach Ellen aus ihrem 'netten' Charakter aus und saß launisch und schweigend auf ihrer Couch, ohne jemanden anzusehen. Sie sagte kein Wort zu den Zuschauern, es sei denn, die Kameras waren eingeschaltet. In der Sekunde, in der die Kameras nicht mehr liefen, brach sie aus ihrer Rolle aus." DeGeneres hat mittlerweile erste Konsequenzen aus den Vorwürfen gezogen und drei Produzenten entlassen, wie das US-Magazin "People" berichtet. 

Quellen: Ellen DeGeneres auf Twitter / "Indy100" / "People"


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