Offene Worte von Lindsey Vonn
Nach Horrorsturz beginnt der Kampf im Kopf

Lindsey Vonn stürzte bei den Olympischen Winterspielen schwer.
Lindsey Vonn stürzte bei den Olympischen Winterspielen schwer.
© imago images/ZUMA Press Wire / Luis Soto
Lindsey Vonn spricht nach ihrem Olympia-Sturz und der drohenden Amputation offen über psychische Probleme, die sie nun einholen.

Erst der Körper, jetzt die Seele: Ski-Star Lindsey Vonn (41) durchlebt nach ihrem verheerenden Sturz bei den Olympischen Winterspielen in Cortina d'Ampezzo die nächste schwere Phase. Die US-Athletin wandte sich mit bewegenden Worten auf ihrem X-Account an ihre Fans und Follower - und gab dabei einen schmerzhaft ehrlichen Einblick in ihren Gemütszustand.

"Dunkel, hart und unerbittlich"

"Heute war ein harter Tag", schrieb Vonn in dem sozialen Netzwerk. Während der körperliche Kampf in der Sekunde ihres Unfalls begonnen habe, sei der mentale Kampf erst jetzt über sie hereingebrochen. "Es traf mich wie ein Schlag", so die Athletin. Den Umgang mit Rückschlägen kenne sie zwar aus ihrer langen Karriere - jede Verletzung habe sie auf ihre Weise stärker gemacht. Trotzdem könne der Kampf im Kopf "dunkel, hart und unerbittlich" werden.

Fünf Operationen in wenigen Wochen

Am 8. Februar 2026 war Vonn bei der olympischen Abfahrt der Frauen schwer gestürzt und hatte sich dabei eine Tibiafraktur - einen schweren Schienbeinbruch - zugezogen. Im Krankenhaus Ca' Foncello im italienischen Treviso wurde die Ski-Ikone insgesamt viermal am linken Bein operiert. Zurück in den Vereinigten Staaten folgte ein weiterer Eingriff. Neben dem Schienbein hatte sich die 41-Jährige auch den Wadenbeinkopf gebrochen, wie sie schon vor einigen Tagen in einem emotionalen Video auf Instagram schilderte.

Was den Fall so dramatisch machte: Vonn entwickelte ein sogenanntes Kompartmentsyndrom. Bei dieser gefährlichen Komplikation sammelt sich laut der Sportlerin so viel Blut in dem verletzten Bereich an, dass es nicht mehr abfließen kann. Muskeln, Nerven und Sehnen werden regelrecht zerquetscht - und drohen abzusterben.

Arzt bewahrte ihr Bein vor der Amputation

In dem tränenreichen Clip, den Vonn wenige Tage zuvor veröffentlicht hatte, wurde das ganze Ausmaß der Tragödie deutlich. Ihre Stimme brach mehrfach weg, als sie von der schlimmsten Verletzung ihres Lebens berichtete. "Ich hatte wirklich zu kämpfen, die Schmerzen waren unerträglich", sagte sie. Besonders einem Mediziner sei sie zu tiefstem Dank verpflichtet: Dr. Tom Hackett habe mit einer Fasziotomie - dem Aufschneiden beider Seiten ihres Beins - die drohende Amputation in letzter Minute abgewendet. "Er hat mich gerettet", so Vonn.

Ein langer Weg liegt vor ihr

Aktuell ist Vonn noch auf einen Rollstuhl angewiesen - denn neben den schweren Verletzungen am linken Bein brach sie sich bei dem Sturz auch den rechten Knöchel. In einigen Wochen wolle sie auf Krücken umsteigen und sich voll auf die Rehabilitation konzentrieren. Bis alle Knochen verheilt seien, werde rund ein Jahr vergehen, erklärte sie auf Instagram. Danach stehe die Entscheidung an, ob das eingesetzte Metall wieder entfernt werden solle - und schließlich eine weitere Operation zur Reparatur ihres vorderen Kreuzbands.

Trotz der schweren Tage, die noch vor ihr liegen, gab sich Vonn auf X kämpferisch: Sie wolle den Weg zurück an die "Spitze des Berges des Lebens" finden. "Es wird ein langer Weg, aber ich werde es schaffen", hatte sie bereits auf Instagram angekündigt. Worte, die nach allem, was diese Frau durchgestanden hat, niemand ernsthaft bezweifeln dürfte.

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