HOME

Mithilfe von Freddie Mercury: "Ich blieb tagelang wach, guckte Pornos, nahm Drogen": Wie Elton John seine Sucht überwand

Elton John offenbart in seiner Biografie Erstaunliches. So waren es unter anderem Freddie Mercury und George Harrison, die ihn dazu brachten, endlich clean zu werden.

Elton John und Freddie Mercury

Elton John (l.), Schauspieler Peter Straker und Queen-Frontmann Freddie Mercury 1977

Getty Images

In seiner Biografie "Ich" rechnet Elton John schonungslos ab. Mit sich, seinen berühmten Freunden und Widersachern. Dabei erinnert er sich mit viel Humor und Selbstironie an vergangene Zeiten - und lässt auch schmerzhafte Episoden seines Lebens nicht aus. So wie seine verheerende Drogenabhängigkeit, die eigenen Angaben zufolge fast zum Tod geführt hätte.

Es waren Johns berühmte Weggefährte, die seinen Absturz als erste bemerkten. Darunter war auch Queen-Frontmann Freddie Mercury. Schon früh hatte Mercury Tony King, einen Freund Johns, gebeten, einzugreifen. "Nachdem dieses Urteil von Freddie kam, in Bezug auf Alkohol und Drogen selbst nicht gerade ein Heiliger, hätte es einiges Gewicht für mich haben sollen", schreibt John in "Ich". Stattdessen machte er einfach weiter, feierte wild, nahm Drogen. 

Elton John: Konfrontation auf Party

Auch ein Beatle hatte damals versucht, Elton John vom Kokain weg und auf den richtigen Weg zu bringen: George Harrison. Es war auf einer von Johns ausschweifenden Partys in Los Angeles, als Harrison ihm voller Ernst sagte: "Elton. Ich bin der festen Überzeugung, du solltest es mit dem guten alten Marschierpulver etwas langsamer angehen lassen." Dass ausgerechnet ein Beatle ihn öffentlich aufgefordert hätte "etwas an meinen Kokaingewohnheiten zu ändern", habe John lächerlich gefunden.

Auf der gleichen Party hatte Elton John, high und betrunken, einen Gast für den Gärtner gehalten, bis er darauf hingewiesen wurde, dass der vermeintliche Angestellte kein Geringerer war als Bob Dylan. Entsetzt über das heruntergekommene Outfit Dylans, versuchte John, ihm ein anderes Styling zu verpassen. "Seinem Gesichtsausdruck nach zu urteilen, gab es absolut nichts, was er weniger gern tun würde, als sich anziehen zu lassen wie Elton John", schreibt der heute 72-jährige Musiker in seiner Biografie. 

"Es war verkommen. Entsetzlich"

All diese Begegnungen beschreibt der Brite in "Ich" mit einer ordentlichen Portion Humor. Doch tatsächlich spielten sich die Szenen zu einer Zeit ab, da er kurz vor dem Zusammenbruch stand. "Aber da ich durch das Kokain vor Selbstbewusstsein platzte, ließ ich keinen Widerspruch zu", erklärt er im Buch. Nach einer Konfrontation mit seinem damaligen Lebensgefährten Hugh Williams - der sich früher als Elton John in eine Entzugsklinik begeben hatte - igelte sich der "Rocket Man"-Star in seinem Haus ein. "Ich versteckte mich zwei Wochen alleine im Schlafzimmer, nahm Kokain und trank Whisky. Wenn ich zwischendurch überhaupt etwas aß, spuckte ich es danach gleich wieder aus. Ich blieb tagelang wach, guckte Pornos, nahm Drogen", verrät er unverblümt. "Ich saß herum und holte mir einen runter, in einem vollgekotzten Bademantel. Es war verkommen. Entsetzlich."

Dass er Hilfe brauchen würde, um dem Sumpf zu entkommen, wurde ihm erst Tage später klar, als er wieder Kontakt zu Hugh Williams aufgenommen hatte. Dieser überzeugte ihn, sich mit ihm und seinem Suchtberater zu treffen. 

Heute ist Elton John clean und hilft anderen Stars (darunter Robbie Williams und Eminem), ebenfalls von den Drogen wegzukommen. Dass er es schaffte, hat er auch seinen berühmten Freunden zu verdanken. 

Elton Johns Biografie "Ich" ist am 15. Oktober im Heyne-Verlag erschienen und kostet 26 Euro.

ls