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Geburtstag: Königin Silvia von Schweden wird 60

Am 23. Dezember feiern die Schweden den 60. Geburtstag ihrer Königin. Die hat mehr im Sinn als Geburtstagstorten und Kameralächeln - ihr Wunsch zum Geburtstag: Helft Kindern in Not.

Als Silvia Sommerlath 1972 zu den Olympischen Spielen nach München ging, konnte sie nicht ahnen, wie radikal dies ihr Leben verändern würde. Die damals 28-jährige Dolmetscherin betreute als VIP-Hostess nicht nur Bundeskanzler Willy Brandt, sondern begegnete auch dem schwedischen Kronprinzen. Vier Jahre später, am 19. Juni 1976, fand die Traumhochzeit in Stockholm statt, und die Kaufmannstochter aus Heidelberg wurde Königin von Schweden. Am 23. Dezember ist der 60. Geburtstag der Königin, in Stockholm wird gleich zwei Tage lang offiziell gefeiert.

Kurz vor den Feiern gab es deshalb noch einmal Erholung pur: Ferien in Lappland. Nach Angaben eines Hofsprechers wollte sie die Gegend um Kiruna schon lange ihrer Familie zeigen. Neben Ehemann König Carl Gustaf und Kronprinzessin Victoria war auch Silvias deutsche Verwandtschaft dabei, darunter Neffe Patrick und ihre drei Brüder Walter, Ralf und Jörg. Im verschneiten Norden Schwedens vergnügte sich die Familie bei 20 Grad minus bei Spaziergängen und Ausflügen mit dem Schneemobil - und hatte im Urlaub "viel Spaß", wie das schwedische 'Aftonbladet' die Königin zitiert.

Geburtstagswunsch: Helft Kindern in Not

Ihren Geburtstagswunsch zum 60. hat sich Königin Silvia vorzeitig erfüllen lassen. Als sie im September ein Straßenkinder-Projekt in St. Petersburg besuchte, hatte sie auf die Frage eines Journalisten geantwortet "Mein allergrößter Geburtstagswunsch ist, dass so viele Menschen wie möglich den im Elend lebenden Kindern in der ganzen Welt helfen".

Elf Tage vor dem 23. Dezember trafen sich in Stockholm Behördenvertreter, Experten und Organisationen zu einem Runden Tisch über die aktuellen Probleme von Kindern in der schwedischen Gesellschaft. Das Gespräch stand unter dem vom Hof gewählten Titel "Das Kind? Herzensfrage der Königin". Einen Tag später präsentierte sich die gebürtige Heidelbergerin den Deutschen bei der Fernsehgala 'Ein Herz für Kinder' als vor allem um Ernsthaftigkeit bemühte Regenten-Gattin. Silvia bekam dort für ihren Einsatz einen Ehrenpreis und für ihre 'World Childhood Foundation' 150.000 Euro überreicht.

Die Hoffnung, klug und weise zu werden

Daheim soll der Geburtstag eher "ruhig und nur im engsten Kreis" gefeiert werden, wie die Königin einer Reporterin des 'Svenska Dagbladet' verriet. Eher ausweichend fiel in dem großen Geburtstagsinterview die Antwort auf die Frage nach ihrem Verhältnis zu dem jetzt anstehenden Wechsel in die Sechziger aus: "Das Positive am Altern ist seine Unausweichlichkeit." Man könne ja darauf hoffen, klug und weise zu werden - so ergänzte Silvia ihr "nun ja" auf das Nachhaken, ob sie das Altern denn nun positiv sehe.

Bei den neun Millionen Bürgern ihrer dritten Heimat - nach Deutschland und der Kindheit in der brasilianischen Heimat ihrer Mutter - gilt Silvia schon lange als klug und vor allem als die Richtige an der Seite ihres Ehemannes, König Carl XVI. Gustaf. Als die damalige Olympia-Chefhostess Silvia Sommerlath den zweieinhalb Jahre jüngeren Carl Gustaf als Kronprinz 1972 bei den Olympischen Spielen in München kennen und lieben lernte, stand es um den Ruf der schwedischen Monarchie alles andere als gut. Mit der Hochzeit 1976 setzte ein stetiger Aufschwung ein. Vorher doch recht kräftige Forderungen nach Abschaffung des Königshauses sind so gut wie verstummt, und das liegt nach einhelliger Meinung aller Hofexperten vor allem an Silvia.

"Handfeste Arbeit"

"Königin zu sein bedeutet viel mehr handfeste Arbeit als ich mir vorgestellt habe", meint die Regentin selbst. Beim jährlichen Festbankett für die Nobelpreisträger beispielsweise ist die Königin nicht nur "auf Arbeit", weil sie sich festlich herrichten und richtig gut aussehen muss. 1999 hatte ihr Tischherr Günter Grass erzählt, er werde das Geld für seinen Literatur-Nobelpreis zur Hälfte an die Roma abgeben, weil seine Mutter von einer Zigeunerfamilie abstamme. "Ich hab ihm gesagt, er könne noch mehr tun und die Roma-Eltern ermahnen, dass sie ihre Kinder auch zur Schule schicken. Das ist auch bei uns in Schweden ein großes Problem", erzählte Silvia im Geburtstagsinterview.