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Filmpreis-Verleihung Sieben Euro Taschengeld doch vorerst keinen Golden Globe: Das ist Helena Zengel

Helena Zengel blickt ernst
Helena Zengel spielt in "Neues aus der Welt" zum ersten Mal in einem Hollywoodstreifen
© Bruce W. Talamon/Universal Pictures/ / Netflix
Die zwölfjährige Helena Zengel war als beste Nebendarstellerin für einen Golden Globe nominiert – nach den Oscars der wichtigste Filmpreis der Welt. So tickt der deutsche Kinderstar.

Ein Golden Globe steht erstmal nicht in ihrem Kinderzimmer. Doch ginge es nach der Einschätzung von Filmexperten rund um den Globus wäre der Preis für die zwölfjährige Helena Zengel verdient gewesen. Doch unabhängig von ihrem Erfolg hat die Autodidaktin schon jetzt den Ruf eines Kinderweltstars, ihre Mutter befeuert den Traum vom Oscar.

Helena hat in ihrem Zimmer eine Schreibmaschine, die ihr Tom Hanks schenkte. Mit dem Oscar-Preisträger stand Helena für "Neues aus der Welt" vor der Kamera.

Auch nach den Dreharbeiten bestehe der Kontakt zu Hanks, den sie Tom nennt, fort, sagt Helena. "Wir sind Freunde, wir reden, schreiben", erzählte sie kürzlich der Wochenzeitung "Die Zeit". Die kleine Helena und der große Hollywoodstar als Freunde – eine der vielen Anekdoten aus dem jungen Leben der Deutschen, die baff machen.

Auch wenn sich bei einer Minderjährigen das Wort eigentlich verbietet, blickt Helena schon auf eine große Filmkarriere. Die am 10. Juni 2008 geborene Berlinerin stand mit vier Jahren das erste Mal vor einer Kamera. Einer Freundin ihrer Mutter Anne Zengel war die Lust des Kinds am Auftritt aufgefallen – die Freundin hat eine Schauspielagentur für Kinder.

"Ich stehe gern im Mittelpunkt", sagte sie einmal dem Berliner "Tagesspiegel". Als Helena fünf Jahre alt war, war sie in einer Nebenrolle im "Spreewaldkrimi – Mörderische Hitze" zu sehen. Mittlerweile spielte sie acht Rollen für Fernsehen und Kino und bekam mehrere Filmpreise oder Nominierungen dazu. 

Das Drama "Systemsprenger" machte Helena Zengel bekannt

Helenas größter Erfolg war bisher die Hauptrolle in dem Drama "Systemsprenger" um ein verhaltensauffälliges Mädchen, wofür sie im vergangenen Jahr den Deutschen Filmpreis gewann. Der Film war auch die Eintrittskarte für Hollywood. Der Regisseur von "Neues aus der Welt", Paul Greengrass, lud Helena daraufhin zum Casting ein und gab ihr die Rolle.

Hanks soll direkt von Helena, die nie Schauspielunterricht nahm, begeistert gewesen sein. Schon nach der ersten Szene sei er zu Greengrass gegangen und habe geschwärmt: "Sie ist absolut brillant", berichtete der britische "Daily Telegraph".

Der Filmexperte der Zeitung schwärmte für Zengel und brachte diese im Fall eines Erfolgs bei den Golden Globes auch schon für den Oscar ins Gespräch. Eine Vorlage, die Helenas Mutter in einem Internetblog ihrer Tochter aufgriff. 

"Warum diesen Gedanken von sich weisen?", schrieb Anne Zengel. "Vielleicht ist das nur eine spezielle deutsche Marotte, die Vorfreude auf Großes zu beschränken – statt sie zu genießen und sich freiweg zu freuen."

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Die Mutter scheint die Denkweise ihrer Tochter gut zu kennen. Sie werde feiern, egal ob sie gewinne oder nicht, sagte Helena in ihrem Blog. "Ich bin immer noch erst zwölf Jahre alt." Und jenseits des Rummels mit weltweiten Interviews ist die Siebtklässlerin eines Berliner Gymnasiums auch weiter ein Kind, das vor allem gern mit seinen Freunden zusammen ist. 

Die Verleihung der Golden Globes wir Helena Zengel von einem Hotelzimmer in Berlin aus verfolgen. "Meist sind die Schauspieler eher gegen Ende dran. Für das Outfit haben wir einen Designer. Das wird so eine Art Jumpsuit, aber mit einem neumodischen Style. Ich werde mir bestimmt Popcorn holen! Ich glaube, das wird eine richtig tolle Nacht!", sagte sie der Nachrichtenagentur dpa. Am Montag habe sie extra schulfrei bekommen.

Träume für die Zeit danach hat sie auch, jenseits des Filmgeschäfts. "Ein zweites Pferd" wäre super, findet der mit einem Taschengeld von sieben Euro pro Woche ausgestattete Kinderstar. Ihre Gage für den Western "Neues aus der Welt" hat sie erst einmal gespart. "Vielleicht für später, für meinen Führerschein, fürs Auto, fürs Moped. Ich will ja irgendwann auch richtig schön leben." 

jum/AFP/DPA

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