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Ehemaliger-Viva-Zwilling: Was macht eigentlich … (Ex-Viva-Moderatorin) Isabel Dziobek?

Mit ihrer Zwillingsschwester Nathalie moderierte Isabel Dziobek Mitte der 90er Jahre beim Musiksender Viva.

Ex-Viva-Moderatorin: Was macht Isabel Dziobek heute?

Isabel Dziobek, 45, in ihrem Büro an der Humboldt-Universität in Berlin, wo die ehemalige Viva-Moderatorin seit 2014 Professorin ist

Frau Dziobek, Sie und Ihre Schwester Nathalie wurden in den 90er Jahren als die "Viva-Twins" bekannt. Was haben Sie aus dieser Zeit aufbewahrt?

Meine Eltern haben noch die Videokassetten von unseren ersten Sendungen. Wir waren fürchterlich aufgebrezelt. Mit 19 hat man das ja alles mit sich machen lassen. Ich besitze noch ein paar Klamotten, richtig hohe Plateauschuhe zum Beispiel. Aber viel mehr auch nicht.

Sie haben Psychologie studiert, sind heute Professorin und beschäftigen sich mit Autismus. Was genau erforschen Sie?

Es geht im Prinzip darum, was wir in sozialen Interaktionen fühlen und wahrnehmen – also wie wir zum Beispiel Gesichtsausdrücke erkennen, wie Mitgefühl oder auch Vorurteile entstehen.

Sie arbeiten nicht nur wissenschaftlich: Sie haben auch Patienten und eine Sprechstunde in einem Flüchtlingsheim.

Das stimmt. In dem Flüchtlingsheim springe ich allerdings nur noch bei Bedarf ein. Drei Jahre lang habe ich das regelmäßig gemacht.

Wie kam es dazu?

An Weihnachten 2014 bei meinen Eltern sahen wir die ersten Flüchtlingsboote im Fernsehen. Da haben wir gedacht: Man muss da doch helfen. Wir sind bis heute mit zwei Familien befreundet, die ich über die Jahre betreut habe – eine aus Afghanistan, eine aus Syrien. Wir haben auch Weihnachten zusammen gefeiert.

Vermissen Sie manchmal die Zeit bei Viva?

Ein bisschen vermisse ich die Unbeschwertheit. Das war schon eine gute Zeit mit viel Spaß und wenig Arbeit damals.

Wie war das, so jung bekannt zu werden?

Eine interessante Erfahrung, aber schon auch oft anstrengend – wenn zum Beispiel morgens auf dem Weg zur Uni in der S-Bahn jemand nach einem Autogramm fragte, man aber eigentlich nur eine normale Studentin sein wollte. Wir haben ja parallel studiert.

Eine interessante Erfahrung, aber schon auch oft anstrengend – wenn zum Beispiel morgens auf dem Weg zur Uni in der S-Bahn jemand nach einem Autogramm fragte, man aber eigentlich nur eine normale Studentin sein wollte. Wir haben ja parallel studiert.

Was war das schönste Erlebnis in dieser Zeit?

Einmal haben wir mit Bud Spencer gedreht. Wir hatten als Kinder seine Filme gesehen. Und mit so jemandem dann Spaghetti zu kochen, das war schon toll.

Warum haben Sie beim Fernsehen aufgehört?

Nach der Zeit bei Viva haben wir noch ein Jahr bei RTL moderiert. Aber die Sendung wurde abgesetzt. Es kamen keine neuen Angebote. Das hat uns die Entscheidung dann abgenommen.

Was macht Ihre Schwester heute?

Sie ist Architektin. Sie hat ein eigenes Büro hier in Berlin. Und sie hat drei Kinder.

Haben Sie auch Kinder?

Ja, zwei. Also dadurch, dass wir eineiige Zwillinge sind, hat jede genetisch gesehen sogar fünf.

Sehen Sie Ihre alten Viva-Kollegen noch ab und zu?

Nils Bokelberg und Heike Makatsch hin und wieder. Mein Mann hat zwei Filme mit Heike gedreht. Er ist Filmproduzent, und über ihn treffe ich hier und da noch Leute von damals.

Hätten Sie selbst noch manchmal Lust, vor der Kamera zu stehen?

Nein. Höchstens als Wissenschaftlerin, um über meine Arbeit zu sprechen. Es gibt zum Beispiel eine Forschungsgruppe, die ich vor zehn Jahren gegründet habe. Dort forschen nicht Wissenschaftler über Autismus, sondern mit Autisten. Das sind Themen, die mich heute interessieren.

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Interview: Ralf Heimann