Seit den koordinierten Luft- und Raketenangriffen Israels und der USA auf Ziele im Iran am Samstag verfolgen auch in Deutschland viele Menschen mit iranischen Wurzeln die Entwicklungen in ihrer Heimat - darunter mehrere Prominente. Schauspielerin Jasmin Tabatabai (58), die in Teheran geboren wurde, macht seit Jahren immer wieder auf die Lage im Iran aufmerksam. Auch jetzt nutzt sie ihren Instagram-Account, um Stimmen, Videos und Berichte aus dem Land weiterzuverbreiten.
Erst vor wenigen Tagen hatte Tabatabai zusammen mit Professorin Naika Foroutan, Schriftsteller Navid Kermani und Filmregisseur Mohammad Rasoulof einen offenen Brief initiiert. Darin forderten 67 prominente Deutsch-Iranerinnen und Deutsch-Iraner die Bundesrepublik auf, nach dem Massaker an Demonstrierenden im Januar 2026 strafrechtliche Ermittlungen einzuleiten.
Ganze Familie vor dem Fernseher
Auch Moderatorin Nina Moghaddam (45), deren Familie aus dem Iran stammt, verfolgt die Entwicklungen in Nahost derzeit besonders aufmerksam. Am Wochenende zeigte sie in ihren Instagram-Storys, wie sie mit Verwandten gebannt vor dem Fernseher sitzt und die Nachrichten verfolgt. Besonders emotional waren dabei für sie die ersten Informationen zum Tod von Ajatollah Ali Chamenei (1939-2026).
Filmregisseur Mohammad Rasoulof (53) nannte Chamenei die "am meisten gehasste Figur der iranischen Zeitgeschichte". Für den Mann, der für "unglaubliche Massenverbrechen" verantwortlich sei, sei der Tod "ein billiges Ende". Wie es im Iran ohne ihn weitergeht, beschäftigt Rasoulof ebenso wie viele seiner Landsleute: "Auf dem schwierigen Weg der Freiheit warten jetzt neue Tage auf uns ..."
Hoffen auf einen Neuanfang
"Völliges Chaos" herrsche derzeit im Iran, bilanzierte Moderator Michel Abdollahi (44). Es sei ein Machtvakuum entstanden, das Land stehe ohne Führung da. Der Tod Chameneis und weiterer zentraler Akteure sei zwar ein "großer Etappensieg", doch der Kampf sei damit noch nicht entschieden. Jetzt gelte es, die "volle Aufmerksamkeit auf den Iran" zu richten. Aus dem Land höre er von vielen, sie hätten inzwischen vor nichts mehr Angst und wollten sich widersetzen: "Die Menschen hören nicht auf, bis das Regime Geschichte ist."
Comedienne Negah Amiri (32) schilderte in der WDR-Sendung "Aktuelle Stunde", wie sehr sie die Nachricht vom Tod Chameneis gefreut habe. Die Erleichterung habe ihren ganzen Körper erfasst und sie hoffe nun auf einen Neuanfang, den die unterdrückten Menschen im Iran so sehr verdient hätten.
Elmira Rafizadeh: Iraner dürfen sich nicht aufgeben
Auch "Wendehammer"-Schauspielerin Elmira Rafizadeh (geb. 1981) nutzt ihre Bekanntheit, um immer wieder auf die Lage in ihrer Heimat aufmerksam zu machen. Sie betonte, sie gönne den Menschen im Iran - und "uns allen" - von Herzen, dass sie am Samstag einen Moment der Erleichterung und des "Entladens" erleben konnten, als die Nachricht von Chameneis Tod bekannt wurde. Khameini habe Jahrzehnte lang "die Befehle erteilt, ihre Kinder zu ermorden, sie zu erhängen, sie zu foltern, zu vergewaltigen, zu massakrieren. Das Ausmaß der Brutalität ist mit keinen Worten zu beschreiben!"
Kein anderer Staat habe in den Jahren "jemals etwas für die unterdrückte Bevölkerung" getan. Die Menschen feierten nun, dass "überhaupt jemand es geschafft hat, diesem Massenmörder Chamenei die Stirn zu bieten und ihn unter die Erde zu bringen. Auch wenn wir ihn lieber vor Gericht gesehen hätten!" Sein Tod sei aber ein "Etappen-Sieg", und den habe es gebraucht, "damit die Menschen im Iran sich nicht aufgeben, wissen, dass sie nicht vergessen wurden, Hoffnung schöpfen in einer hoffnungslosen Zeit". Es bleibe nun nur zu hoffen, "dass weiterhin so wenig Blut wie möglich vergossen wird".