WAS MACHT EIGENTLICH... Stefanie Powers


In der Fernsehserie »Hart aber Herzlich« ging die Amerikanerin in den achtziger Jahren als tapfere Millionärsgattin auf Verbrecherjagd.

In der Fernsehserie »Hart aber Herzlich« ging die Amerikanerin in den achtziger Jahren als tapfere Millionärsgattin auf Verbrecherjagd.

Zur Person:

Die 59-Jährige gründete 1984 die Tierschutzorganisation William Holden Wildlife Foundation, benannt nach ihrem drei Jahre zuvor verstorbenen Lebensgefährten, Hollywood-Star William Holden, und ist heute deren Präsidentin. Powers, die bürgerlich Stefania Zofia Federkiewicz heißt, war zweimal verheiratet und lebt abwechselnd in Kenia, L. A. und England. Die Schauspielerin begann ihre Karriere bereits mit 15 und avancierte zu einer der beliebtesten TV-Darstellerinnen Amerikas. Ihr größter Erfolg, die Serie »Hart aber herzlich«, wird im deutschen Fernsehen regelmäßig wiederholt

War da eigentlich jemals was zwischen Ihnen und Robert Wagner, Ihrem Serien-Ehemann aus »Hart aber herzlich«?

Wo denken Sie hin? Wir waren immer nur enge Freunde. Mit ihm zu arbeiten hat riesig Spaß gemacht. Ich hatte auch schon aufregende Drehs mit John Wayne, David Niven oder Glenn Ford, aber die fünf Jahre als Serienfrau von Robert Wagner waren die Zeit meines Lebens.

Sie waren das perfekte Paar.

Ich kenne Robert schon, seit ich 15 Jahre alt bin. Da haben wir uns am Set der »West Side Story« kennen gelernt. Aber ich habe nie mehr als einen Freund und begnadeten Schauspieler in ihm gesehen. Die besondere Harmonie zwischen den Ehepartnern Hart hat aber viele Leute beeindruckt. Ich werde noch oft darauf angesprochen.

Haben Sie noch Kontakt zu ihm?

Leider nur noch selten. Das liegt aber an mir und meinem Nomadenleben. Ich verbringe mindestens vier Monate im Jahr in Afrika, dazwischen wohne ich abwechselnd in London und Los Angeles. Und ich reise sehr gern. Da bleibt viel zu wenig Zeit, um Freundschaften intensiv zu pflegen. Aber ab und an telefonieren wir.

Was machen Sie so lange in Afrika?

Ich bin Präsidentin der William Holden Wildlife Foundation und des William Holden Education Center in Kenya. William, der bis zu seinem Tod 1981 mein Lebenspartner war, hat sich immer stark für die Erhaltung einzelner Tierrassen in Afrika engagiert. Er hat dort eine kleine Farm gegründet und gefährdete Arten gezüchtet. Da auch ich Tiere sehr

liebe - ich habe 37 Pferde, sechs Hunde, einen Papagei und einen Hasen -, habe ich mich entschlossen, seine Idee fortzuführen. Ich arbeite dabei eng mit den Zoos in Atlanta und Cincinnati zusammen.

Sie züchten also Tiere?

Nicht nur. In unserem Education Center unterrichten wir jährlich 10.000 afrikanische Kinder und Jugendliche in Allgemeinwissen und vermitteln ihnen auch, warum das Tierleben in den Steppen Afrikas schutzbedürftig ist. Ich liebe es, mit diesen Kindern zu arbeiten. Ich empfinde für sie so, als seien es meine eigenen; vier sehr talentierten Jugendlichen finanziere ich derzeit ein Studium in den USA.

Bleibt da noch Zeit für die Schauspielerei?

Durchaus. Ich habe im Februar in New York in dem Theaterstück »Vagina Monologe« gespielt, und in diesem Sommer plane ich ein größeres Theaterengagement in Polen.

Sprechen Sie Polnisch?

Ja, ich bin polnischer Abstammung. Meine Eltern kamen als Einwanderer in die USA. Mein Geburtsname ist Stefania Zofia Federkiewicz. Mindestens zweimal pro Jahr besuche ich Polen. Ein Theaterstück in Polnisch zu spielen ist eine ganz besondere Herausforderung für mich.

Sie haben drei eigene Parfümserien und drei Fitnessvideos herausgebracht; jetzt geben Sie im US-Fernsehen Tipps, wie sich Frauen finanziell unabhängig machen können. Wie kommt man denn auf so was?

Ich wollte damit Frauen ermutigen, sich mehr mit Geldmärkten und Anlagemöglichkeiten zu beschäftigen. Viele vertrauen in diesen Dingen blind den Männern, dabei haben gerade Frauen oft ein gutes Händchen im Umgang mit Geld. Das hat man schließlich schon bei Jennifer Hart deutlich gesehen.

Wie viel von Jennifer Hart steckt in Ihnen?

Ich hoffe, nicht viel. Ich mag diesen Typ Frau eigentlich gar nicht. Sie ist etwas zu vulgär für meine Begriffe, zu wenig damenhaft. Aber es hat Spaß gemacht, sie zu verkörpern.

Interview: Andreas Renner


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