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Wiener Opernball: Eröffnung mit "Love-In" und Geri Halliwell

Den erwarteten Eklat zwischen Tatjana Gsell und Richard Lugner hat es auf dem Wiener Opernball nicht gegeben. Stattdessen lud die Chirurgen-Witwe zum Fototermin ans Hotelbett.

Weniger Prominenz, keine Skandale und dazu erstmals rauchfrei: Auch fast ohne Stars und Politgrößen ist der Wiener Opernball am Donnerstagabend wieder zum größten gesellschaftlichen Ereignis der Donaumetropole geworden. Zwar konnten die Veranstalter für den 49. "Ball der Bälle" dieses Mal kaum mit internationalen Größen aufwarten. Die Flutkatastrophe in Asien warf ihren düsteren Schatten auch über die Luxusfeier in der Staatsoper. Doch die 4700 Gäste aus aller Welt genossen sichtlich Glanz und Glamour, den die Veranstalter in den prunkvollen Sälen und Logen für sie ausgebreitet hatten.

Abgesagt hatten zahlreiche internationale und sogar einige österreichische Politiker. Auch die Prominenz der bayerischen CSU mied die Teilnahme in Hinblick auf die Opfer der verheerenden Flut. Zugesagt hatten dagegen erstmals Ferfried Prinz von Hohenzollern (61) und seine Partnerin Tatjana Gsell. Sie luden Reporter Stunden vor dem Ball ins Wiener Grandhotel, um ihnen - so die Ankündigung - eine moderne Version des berühmten "Love-Ins" von John Lennon und Yoko Ono zu präsentieren. Doch ging es den beiden weniger um den Weltfrieden. "Lasset uns den Opernball einfach in Frieden genießen", sagte Prinz Ferfried - zugedeckt im Bett sitzend.

Überraschungsgast Geri Halliwell

Kaum Aufsehen erregte der "Überraschungsgast", den der Wiener Bauunternehmer Richard "Mörtl" Lugner wie jedes Jahr für ein beträchtliches Honorar als "Begleiterin" an die Donau gebeten hatte. Geri Halliwell, bekannter als Ex-Spicegirl, flog kurz vor dem Ball ein, den der Wiener Zeremonienmeister nach dem üblichen Ritual am späten Abend mit seinem traditionellen Ruf "Alles Walzer" eröffnete. Viel habe die blonde Sängerin ja leider nicht gesagt, klagte "Mörtl" nach Halliwells Begegnung mit der Presse. Immerhin hauchte Geri den Reportern die Worte "Wien ist so schön" entgegen. Mehr Aufsehen sollte da schon Lugners Ehefrau Christina, genannt "Mausi" erregen. Ihr hauchdünnes Abendkleid mit einem knappen Bikini-Oberteil sei so eng, dass sie es ohne Unterwäsche tragen müsse, verriet sie Medienvertretern.

Das Opernhaus erstrahlte im üblichen Glanz: 50.000 Blumen und Pflanzen im überwiegend kräftigen Orange sorgten für die Dekoration des Walzerfests, zu dem die Gäste wie immer in Frack und langem Abendkleid erscheinen mussten. Nur wenige Besucher, die bis zu 12.000 Euro für eine Loge zahlten, störten sich an dem strikten Rauchverbot, das Staatsoperndirektor Ioan Holender im Dezember überraschend für den Ball ausgesprochen hatte.

Großes Medienaufgebot

Ungebrochen war auch in diesem Jahr das internationale Interesse an dem "Ball der Bälle". Wie schon im Vorjahr hatten 3sat und der Bayerische Rundfunk Übertragungsrechte, doch auch RTL war dieses Mal dabei. Selbst das chinesische Fernsehen reiste an, denn erstmals tanzte ein junges chinesisches Paar beim Eröffnungswalzer der Debütanten mit. Besondere Aufmerksamkeit erwartete allerdings auch die 19-jährige Sabine Kropatsch aus Wien, die trotz ihrer Behinderung durch das Down-Syndrom bei der Eröffnung mittanzen sollte.

Die sonst üblichen Proteste gegen das Top-Ereignis der Wiener High Society blieben in diesem Jahr aus. Die Polizei, die das Opernhaus weiträumig abgesperrt hatte, suchte und fand lediglich ein paar Dutzend potenzieller Demonstranten, denen sie schnell Farbbeutel, Brandsätze und Steinschleudern wegnahm.

DPA / DPA