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Oprah-Interview Die Entzweiten – warum es zum Bruch zwischen William und Harry kommen musste

Prinz William und Prinz Harry
Prinz William und Prinz Harry
© Philippe Huguen / Picture Alliance
Im Interview mit Oprah Winfrey wurde Prinz Harry auch nach dem Verhältnis zu Prinz William gefragt und betonte erneut, sie befänden sich auf "verschiedenen Wegen". 

Um Prinz Harry und Prinz William entstand im Spätsommer 1997 ein Mythos, der bis in die Gegenwart anhielt: Die Geschichte der traurigen Brüder, durch den Tod der eigenen Mutter vereint. Wie die beiden hinter dem Sarg Dianas herliefen, die Köpfe gesenkt, öffneten sie die Herzen eines jeden. Harry und William gehören zusammen, niemand kann die Brüder trennen, hatte man fortan das Gefühl.

Prinz Harry über Prinz William: "Sind auf verschiedenen Wegen"

Von Oprah Winfrey auf das Verhältnis zu William angesprochen, sagte Harry am Sonntagabend im US-Fernsehen: "Weißt du, wie ich schon sagte, ich liebe William über alles. Er ist mein Bruder. Wir sind zusammen durch die Hölle gegangen. Wir haben eine gemeinsame Erfahrung. Aber wir sind auf verschiedenen Wegen." Nach allem, was in den vergangenen Jahren vorgefallen ist, überrascht die Aussage nicht. Doch sie war schon wahr, bevor Herzogin Meghan auf der Bildfläche erschien. Denn die Brüder sind auf verschiedenen Wegen. Und zwar buchstäblich. Der eine Weg führt auf den Thron, der andere nicht. 

Die Beziehung zwischen William und Harry konnte noch so eng sein – die Thronfolge allein sorgt dafür, dass die beiden ihr Leben unterschiedlich gestalten müssen. Prinz William ist zukünftiger König, die Verantwortung für die Monarchie wurde ihm somit in die Wiege gelegt. Harry wiederum gilt seit jeher als Hitzkopf, der viel von seiner Mutter geerbt hat, vor allem den Eigensinn und das Rebellische. Lange Jahre bevor er auf seine heutige Ehefrau traf, rebellierte Harry gegen die strikte Institution der Monarchie. Er spielte Strip-Poker in Las Vegas, tingelte durch die Nachtclubs Londons, sorgte mit seinen Beziehungen für Schlagzeilen. Skandale, die sich William in dieser Form nie hätte leisten dürfen. 

News im Video: Herzogin Meghan und Prinz Harry bei Oprah – die wichtigsten Zitate

Prinzessin Diana war sich der Unterschiede zwischen ihren Söhnen früh bewusst. Ihr großes Anliegen war es, William und Harry gleich zu erziehen und möglichst normal. Ein Wunsch, den ihr der Rest der Familie offenbar nicht gewährte, schließlich handelte es sich bei William um den Thronfolger, bei Harry hingegen nicht. Und so kompensierte sie die Aufmerksamkeit, die William von ranghohen Familienmitgliedern bekam, so gut es ging selbst. Diana verbrachte viel Zeit mit Prinz Harry, um sicherzustellen, dass er nicht benachteiligt würde. 

Prinz William ist sich seiner Verantwortung bewusst

Und so ist Harrys Ausstieg aus dem royalen Konstrukt weniger überraschend und vor allem weniger erschreckend, als wenn Prinz William diesen Schritt vollzogen hätte. Selbst wenn William ausscheren wollen würde – er könnte es nicht. Mit ihm steht und fällt möglicherweise die Zukunft der Monarchie. Eine Verantwortung, die seit seiner Geburt auf seinen Schultern lastet und derer er sich bewusst ist. 

Heute muss man rückblickend feststellen: Die Geschichte der traurigen Brüder, die nichts entzweien kann, war schon damals nur ein Mythos. Irgendwann musste es krachen zwischen dem pflichtbewussten William, der seine Rolle im System ohne Widerrede akzeptiert und dem Hitzkopf Harry, der seine Freiheit liebt und nie davor zurückschreckte, Dinge zu kritisieren, die seiner Meinung nach nicht richtig laufen. 

Mit Meghan hat Harry die perfekte Mitspielerin gefunden. Sie hat seine emotionalen Gedanken geordnet, seine Gefühle in Worte und Taten über- und umgesetzt. Sie war der Brandbeschleuniger für ein Feuer, das lange vor ihrer Zeit gelegt wurde. 


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