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St. Pauli vs. HSV: Derby-Wahnsinn: über 14.000 Euro für ein Ticket! Wo es noch (günstige) Karten gibt

Dreistellig war gestern. Schwarzhändler bieten Eintrittskarten für das Hamburger Stadtderby zwischen dem FC St. Pauli und dem HSV auf Internetplattformen zu Wucherpreisen an. Die Clubverantwortlichen haben einen Tipp für Fans.

Hamburger Stadtderby FC St. Pauli vs. Hamburger SV

Einlaufen der Mannschaften beim letzten Hamburger Stadtderby zwischen dem FC St. Pauli und dem HSV im Millerntorstadion 2010. Für Tickets für die Neuauflage in diesem Jahr rufen Schwarzhändler astronomische Preise auf

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Es ist das 18. Ligaduell seit Gründung der Bundesliga der Stadtrivalen. Rund 30.000 Zuschauer werden am Sonntag in einer Woche (10. Februar, 13.30 Uhr, live im stern-Ticker) im Millerntorstadion dabei sein, wenn der FC St. Pauli den Hamburger SV empfängt. Der Kiezclub hätte ein Vielfaches der Karten verkaufen können, doch mehr als  29.546 Fans passen nicht rein in das Stadion auf dem Heiligengeistfeld.

Die große Nachfrage ruft erwartungsgemäß auch Geschäftemacher auf den Plan. Im Internet bieten sie illegal Tickets an – zum Teil zu astronomischen Preisen. So werden zum Beispiel bei "Ebay Kleinanzeigen" für Eintrittskarten Preise von bis zu 1800 Euro aufgerufen. (Stand: 28. Februar)

Auch auf der Plattform "Viagogo" werden Tickets gehandelt. Unter 330 Euro geht dabei nichts, der höchste aufgerufene Preis liegt aber bei sage und schreibe 56.080 Euro für vier zusammenhängende VIP-Sitzplätze auf der Haupttribüne im Millerntorstadion, also 14.020 Euro pro Person. (Stand: ebenfalls 28. Februar)

Allerdings sollte nicht nur der hohe Preis abschrecken. Verbraucherschützer warnen ausdrücklich vor dem Kauf von Eintrittskarten bei "Viagogo". Der Bundesverband der Verbraucherzentralen wirft dem Schweizer Unternehmen unter anderem Intransparenz vor. "Während des gesamten Kaufvorgangs wird nicht deutlich, dass 'Viagogo' nicht Verkäufer der Tickets ist, sondern zwischen privaten Verkäufern und Käufern vermittelt." Der Käufer trage damit das Risiko, sollten die (oftmals überteuerten) Tickets nicht ankommen, so die Verbraucherzentrale.

Auch beim Veranstalter des Derbys, dem FC St. Pauli, können die Verantwortlichen "Viagago" und anderen Ticketbörsen nichts abgewinnen. "Der Handel mit Tickets zu erhöhten Preisen widerspricht dem Interesse des Vereins, eine möglichst breite Versorgung der Fans mit Tickets zu sozialverträglichen Preisen zu erhalten. Um sein Image zu wahren, möchte sich der FC St. Pauli an dieser Stelle erneut deutlich vom Unternehmen 'Viagogo' distanzieren", stellt der Verein in einer Stellungnahme klar. Der Weiterverkauf von Eintrittskarten über nicht autorisierte Plattformen sei verboten.

Der Verein selbst berichtet sogar, dass ein Ticket für fast 90.000 Euro angeboten worden sein soll. Doch egal, ob 300 oder mehrere Zehntausend Euro: Über einen Zweit- oder Schwarzmarkt gehandelte Karten sperrt der Verein, kündigt ein Sprecher an.

Als preisgünstige und seriöse Alternative stellt der FC St. Pauli im Online-Ticketshop eine sogenannte Zweitmarktoption zur Verfügung. Hier werden zurückgegebene Tickets unter Aufsicht des Zweitligisten zu festgelegten Preisen weiterverkauft. Allerdings dürften auch dort bei weitem nicht alle Interessenten zum Zuge kommen.

HSV-Fans auf der Auswärtsfahrt nach Magdeburg

Quellen: "Ebay Kleinanzeigen""Viagogo", Verbraucherzentrale Bundesverband, FC St. Pauli