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Teaser Norderstedt
Podcast Folge 7

NEON-Kurzgeschichte "Norderstedt": Wenn der Liebeskummer einfach nicht aufhören will – und wie er sich mit der Zeit verändert

Es sind erst wenige Wochen vergangen, seit Fiona nach Norderstedt zurückgekehrt ist. Mehr denn je trauert sie ihrem Ex-Freund Max hinterher – und das hat Folgen. Die letzte Folge unseres Podcasts "Norderstedt" – die NEON-Kurzgeschichte.

Der Winter kann gar nix. Das wusste Fiona spätestens seit dem ersten Weihnachten ohne Max. In der Zwischenzeit hatte sie einmal Hamburg und zurück erlebt. Es waren erst wenige Wochen vergangen, seit sie nach Norderstedt zurückgekehrt war. Ihr war längst klar geworden, dass sie einen großen Fehler begangen hatte, indem sie Max verlassen hatte. Und sie wusste auch, dass diese Einsicht viel zu spät kam.

Aber so richtig schlimm wurde es erst rund um die Feiertage. Das erste Weihnachten ohne Max war das schwierigste. Es war ihr sogar egal, dass sie immer noch keinen Verlag für ihren Roman gefunden hatte und dass sie der mausgraue Büroalltag in der Firma ihres Vaters fast um den Verstand brachte – so sehr vermisste sie Max. So oft wie möglich stieg sie abends und an den Wochenenden in die U-Bahn und fuhr zum Shoppen oder Feiern nach Hamburg. Sie hatte ihren Frieden geschlossen mit der Stadt, die sie so schlecht behandelt hatte. Für ein paar Stunden kehrte sie nun sogar gerne zurück, nur länger nicht. Währenddessen traf sie der Winter mit Wucht. Zum ersten Mal wurde ihr bewusst, wie sich das müde Hamburg verlangsamte, je näher es dem Jahresende kam.

Sie starrte in den Schnee und stellte alles in Frage. Sie mochte die Leute, die lächelten, wenn es schneite, aber sie selbst konnte das nicht. Wenn sie durch den Schnee stapfte, fragte sie sich, ob sie wohl ankommen würde, am Ziel und im Leben. Und ob sich das alles überhaupt lohnt, ohne Max – was man sich halt so fragt, wenn es kalt ist. Es war auch die Zeit, in der sie viel zu viel feierte. Manchmal blieb sie dabei sogar alleine am Tresen sitzen, wenn ihre Freundinnen schon nach Hause gegangen waren. Dann wartete sie, bis sie angeflirtet wurde.

Sie wusste, sie musste etwas ändern, sonst hätte sie auch gleich alles loslassen und aus dem Fenster springen können. Also backte sie an Heiligabend ein paar Kekse. Weltraumkekse, um genau zu sein. Dann legte sie sich auf die Couch, mit dem Blech und einer Karaffe Milch. Unter Einfluss von Weltraumkeksen bekam sie immer besonders große Lust auf Milch. Auf RTL lief "Kevin – Allein zu Haus".

Zu später Stunde machte sie sich auf den Weg nach Hamburg, wie immer: mit der U1 bis zum Hauptbahnhof und dann mit der S-Bahn auf den Kiez. Sie wollte bloß nicht alleine sein.

Im Tunnel der Haltestelle Reeperbahn spielte der Straßenmusiker "I’m On Fire" von Bruce Springsteen – ein Lied, das eigentlich viel zu heiß und fiebrig ist für den Winter. Aber der Mann mit der Gitarre schien genau diesen Widerspruch zu mögen. Außerdem spielte er das Lied zu jeder Jahreszeit.

"Hey little girl, is your daddy home, did he go and leave you all alone?", sang er sehnsüchtig, und als Fiona ihm ein paar Münzen in die Schiebermütze warf, hielt er inne.

"Mach nicht so ein langes Gesicht, Mädchen", sagte er zu ihr. "Die Zeit heilt alle Wunden."

Fiona sah ihn an, weil sie nicht wusste, ob sie sich verhört hatte. Er versuchte, sein Lachen noch zu unterdrücken, aber dann prustete er los.

"Die Zeit heilt alle Wunden", ächzte er, als er sich wieder eingekriegt hatte. "Ganz geil, oder?"

"Wieso geil?", fragte Fiona und bot ihm eine Zigarette an.

"Das ist doch der schlimmste Spruch aller Zeiten", sagte er und inhalierte wie an der Zigarette danach. Mit seinem angepissten Blick und der roten Nase sah er aus wie Billy Bob Thornton in "Bad Santa".

"Die Zeit heilt alle Wunden", wiederholte er, "was soll das überhaupt heißen? Klar, das soll Trost spenden und versöhnlich klingen. Aber eigentlich ist es doch nur unendlich traurig, weil es bedeutet, dass nichts wirklich wichtig ist. Jedenfalls nicht wichtig genug, um sich morgen, übermorgen oder in ein paar Jahren noch darum zu scheren."

So hatte Fiona das noch nie gesehen. Sie zuckte mit den Schultern. Er reichte ihr die Hand und sagte: "Ich bin Macke."

"Warum spielst du nicht mal einen Weihnachtssong, Macke?"

"Gefällt dir mein Lied etwa nicht?"

"Ich dachte nur, ein fröhlicher Weihnachtssong wäre doch auch schön."

"Zum Beispiel?"

Fiona überlegte kurz und schlug "Santa Claus Is Coming To Town" vor.

"Auf keinen Fall", sagte er und machte eine wegwischende Handbewegung. ",Santa Claus is coming to town’ – das klang für mich schon vom Text her immer irgendwie falsch."


Das zweite Weihnachten ohne Max verbrachte Fiona wie das erste: Milch und Kekse, dazu aber "Ist das Leben nicht schön?" auf DVD, gleich zweimal hintereinander. Ansonsten hasste sie alles nur noch mehr: den Alltag im Versicherungsbüro; die ständigen Fluchtfahrten nach Hamburg; die Lichterketten über der Mönckebergstraße; den bescheuerten Weihnachtsmann, der in seinem Schlitten über den Rathausmarkt flitzte; die Massenpanik in den Kaufhäusern; den Glühwein-Gestank; und den Heiligabend allein zu Hause.

Es war schon spät, als sie Macke an der Reeperbahn traf. Er spielte "I’m On Fire", schon wieder oder immer noch.

"Tell me now, baby, is he good to you, can he do to you the things that I do", sang er schwermütig, und als sie ihm ein paar Münzen in die Schiebermütze warf, hielt er inne.

"Du siehst schick aus, Mädchen", sagte er. "Besser als letztes Jahr."

Sie winkte ab. "Der Schein trügt."

Tatsächlich war es beruflich ein gutes Jahr gewesen. Sie hatte ein paar große Deals für die Firma ihres Vaters an Land gezogen und war befördert worden. Finanziell stand sie besser da als je zuvor. Aber sie konnte sich nicht darüber freuen. Sie hatte noch immer keinen Verlag gefunden. Aber vor allem vermisste sie Max noch viel zu sehr.

"Nicht so bescheiden", sagte Macke. "Der Erfolg gibt dir recht!"

"Wie bitte?" Fiona wusste nicht, was er meinte. Sie reichte ihm erst mal eine Zigarette.

"War nur ein Witz", sagte Macke und lachte laut auf. "Der Erfolg gibt nur denen recht, die kein Gewissen haben. Glaub mir, meine Liebe: Kein Wirtschaftsboss, kein Politiker, kein Chef von irgendwas schafft es nach ganz oben, ohne dass sich in seinem Keller die Leichen stapeln. Erfolg ist was für Arschlöcher. Meine Meinung."

"Mir egal", sagte Fiona. "Ich will gar nicht nach ganz oben."

"Aber nach ganz unten auch nicht, oder?", fragte er und zog schmatzend an seiner Zigarette.


Das dritte Weihnachten ohne Max war egaler als die vorherigen. Fiona vermisste ihn ein bisschen weniger als in den beiden Jahren zuvor, aber nur ein bisschen. Sie musste nicht mehr jedes Mal an ihn denken, wenn sie mit der U-Bahn die 30 Minuten zum Hauptbahnhof fuhr. Wenn sie durch den Schnee stapfte, fragte sie sich trotzdem, wie viele kaputte Herzen wohl durch Hamburg wanderten. Eigentlich müssten sie sichtbar gemacht werden, dachte sie, um sie vor den Zumutungen der Großstadt zu schützen. Sicher würde jeder Rücksicht auf sie nehmen. Man müsste die kaputten Herzen mit schwarzer Kreide sichtbar machen, dachte sie, aber dann wäre das ganze Land wahrscheinlich zugepflastert mit schwarzen Punkten, die an plattgetretene Kaugummis auf dem Bahnsteig erinnern. Und die schwarzen Punkte würden wir so wenig wahrnehmen wie die Kaugummis.

Die Kälte konnte sie in diesem Winter immer noch nicht leiden, sie erinnerte sie ständig daran, dass sie älter wurde. Und die Kids auf dem Kiez wurden immer jünger. Nur Macke hatte sich nicht verändert.

"Sometimes it’s like someone took a knife, baby, edgy and dull, and cut a six-inch valley through the middle of my soul", sang er nuschelnd, und als Fiona ihm ein paar Münzen in die Schiebermütze warf, hielt er inne.

"Mädchen, was ist der Unterschied zwischen einer leeren Dose Bier und einer vollen Dose Bier?", fragte er wie ein Quizmaster.

"Häh?" Sie zuckte mit den Schultern und fingerte zwei Zigaretten aus ihrem Mantel.

"Eine leere Dose ist Leergut", sagte er, "eine volle Dose ist voll gut!"

Er grinste Fiona an und sie grinste mit. Dann schwiegen sie für einen Moment.

"Mach dich nicht verrückt", sagte er schließlich und klopfte ihr wie einem Kumpel auf die Schulter: "Wird schon werden. Die guten Dinge kommen zu denen, die warten können."

Fiona sah ihn an und konnte sich ein Schmunzeln nicht verkneifen: "Meinst du das ernst?"

Endlich brach er in sein dreckiges Gelächter aus und rief: "Natürlich nicht, Mädchen! Ich warte schon mein halbes Leben, aber was Gutes ist mir noch nicht passiert."

"Die Jahre vergehen auch viel zu schnell", sagte Fiona.

"Ich hoffe, das nächste Jahr wird besser als das letzte", sagte er und stieß den Rauch durch die Nase aus. "Das hoffe ich jedes Jahr."

Sie umarmte ihn innig und befahl ihm, auf sich aufzupassen.

"Bist du betrunken?", rief Macke ihr noch hinterher.

"Nur vollgepumpt mit Milch und Keksen", antwortete sie und blinzelte dabei in die Leuchtreklamen der Lokale, als würde sie von einer Aussichtsplattform in die Ferne schweifen.


Das vierte Weihnachten ohne Max war das erste Weihnachten mit Felix. Wie im Kino war plötzlich alles anders. Sie hatte nicht mehr darauf gehofft, aber dieser Winter konnte alles. Er war irgendwie milder, aber der Schnee nicht so matschig, und es ging kaum ein Wind. Sie spürte nicht mehr diesen Drang, ständig nach Hamburg fahren zu müssen, aber wenn, dann wollte sie Felix mitnehmen. Hand in Hand wollte sie mit ihm auf Schlittschuhen über die zugefrorene Alster laufen, oder, noch besser, über die zugefrorene Elbe. Sie wollte mit Felix durch die Spitalerstraße bummeln und gebrannte Mandeln essen.

Keine Milch mehr, keine Weltraumkekse, schließlich wollte sie wissen, wie ihr geschah. Außerdem hatte sie irgendwo gelesen, dass Milch für Erwachsene auch längst nicht so gesund sein soll wie für Kinder.

Sie konnte den Winter riechen, den Zimt und die süßen Heißgetränke. Sie inhalierte tief und wollte nirgendwo anders sein. Jeden Abend notierte sie alle Eindrücke wieder wie früher in ihrem Tagebuch. Sie schrieb inzwischen nicht mehr, um einen Verlag zu finden, sondern nur noch, wenn sie Lust hatte. Seitdem machte es ihr mehr Spaß als je zuvor.

Am Tag vor Heiligabend war sie mit Felix auf dem Weg nach Hamburg, zum Weihnachtsmarkt am Spielbudenplatz. Sie stiegen an der Reeperbahn aus. Diesmal fühlte es sich an, als hätte Macke nur auf sie gewartet.

"At night I wake up with the sheets soaking wet and a freight train running through the middle of my head", sang er leidenschaftlich, und als Fiona ihm ein paar Münzen in die Schiebermütze warf, hielt er inne. Er musterte erst Fiona, dann Felix, und als er verstand, strahlte er von Ohr zu Ohr.

"Only you can cool my desire", sang er weiter, "oohoohoo, I’m on fire, oohoohoo, I’m on fire."

"Hast du eigentlich kein anderes Lied?", fragte Fiona mit einem Grinsen.

Er antwortete: "Wenn man das richtige Lied gefunden hat, braucht man kein anderes. Das gilt für fast alles im Leben." Er legte die Gitarre ab und Fiona stellte ihm Felix vor.

"Ist das Leben nicht schön?", fragte er und lächelte. Sie nahm ihn in den Arm und flüsterte ihm ins Ohr: "Das nächste Jahr wird besser als das letzte!"

"Ist das Leben nicht schön?", flüsterte er abermals, als hätte er nie einen anderen Gedanken gekannt. Sie schenkte ihm ihre Zigarettenpackung.

Als Felix und Fiona schon wieder ein paar Meter weiter waren, drehte sie sich noch einmal zu Macke um. Sie wartete auf seinen Einspruch. Sie rechnete fest damit, dass er loslachen und ihr noch schnell erklären würde, warum das Leben eben nicht schön ist. Aber er stand einfach da und sagte nichts. Er lächelte nur.

Ich brauche dringend Hilfe bei der EM rente
Guten Tag mein Name ist Carsten Langer ich bin 46 Jahre alt und Versuche seit März 2015 die EM Rente zu beckommen meine Ärzte sagen ich kann nicht mehr Gutachten der Kranken Kasse sieht das auch so nur die Gutachter der Rentenkasse Sehens anders war schon vor sozial Gericht 1 Instanz Richterin sagt ich kann nicht am Gutachten vorbei entscheiden ihre Empfehlung ich sollte in die 2 Instanz weil sie meint das ich auch nicht mehr Arbeits fähig bin die 2 Instanz sagt laut Gutachten könnte ich noch arbeiten aber ihre Meinung nach könnte ich auch nicht mehr arbeiten ich sollte doch auf ein Urteil verzichten und ich sollte neu Rente beantragen und der zwischen Zeit wurde ich zur Berufs Findung geschickt die nach sechs Wochen von der Rentenkasse abgebrochen wurde habe auch erfahren das die Rentenkasse mir keine Umschulung mehr zutraut auf den Rat ich sollte noch Mal EM Rente beantragen bin ich in Reha gegangen damit ich auch neue Arzt berichte habe die Reha hat den Aufenthalt von 4 auf drei Wochen verkürzt und mich entlassen als nicht arbeitsfähig für den allgemeinen Arbeits Markt und ich kann keine 3 Stunden arbeiten das hat der Rentenkasse wieder nicht gereicht hatich wieder zum gutachter geschickt der mir 45 Minuten fragen gestellt hat und jetzt heißt es ich kann wieder voll arbeiten auf den allgemeinen Arbeits Markt Meine Erkrankungen sind Ateose in beiden knieen und mehreren Finger Gelenken Verschleiß in beiden Fuß, Hüft, Schulter und elebogen Gelenken dazu Gicht im linken Daumen satel Anhaltende Schmerzstörungen Wiederkehrende Depressionen Übergewicht Hormonstörungen Wirbelsäulenleiden Bandscheibenschädigung Schlaf Atem Störung Schlafstörungen eine ausgeprägte lese und rechtschreib Schwäche Panick Attacken ( Zukunftsangst) Suizidale Gedanken 1 Suite Versuch Laut aus Zügen einiger Befunde Bin ich nicht mehr Stress resistent Darf keinen akort machen keine Schicht Arbeit keine gehobene Verantwortung überaschinem oder Personen tragen usw Aber al das reicht nicht für die EM Rente Mittlerweile bin ich von der Kranken Kasse ausgesteuert das Arbeitsamt hat mich nach 9 Monaten abgemeldet und seit April wäre die Renten Kasse nicht mehr für mich zuständig aber da ein laufendes verfahren ist hmm keine Ahnung Da ich Mal gut verdient habe habe ich eine bu abgeschlossen aber da die über 900 euro mir zählt und das schon fast 3 Jahre habe ich kein Anspruch auf Harz 4 Grundsicherung Wohngeld oder sie Tafel für essen nein ich darf dafon mich noch mit 260€ freiwillig Kranken versichern Deswegen konnte ich meine Wohnung mir nicht mehr leisten und bin auf einen Campingplatz gezogenitlerweil habe ich eine Freundin und wir teilen uns die Wohnung Bitte ich brauche dringend Hilfe mir wird das alles zuviel werde mich parallel zu ihnen auch an den svdk wenden aber vielleicht können sie unterstützend helfen ich weiß echt nicht weiter und meine schlechten Gedanken werden wider sehr stark Mfg