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Zuhause: Ein Handtuch aus dem Krieg

In Beirut kauft unsere Autorin ein Handtuch. Eine Familie in Syrien habe es gewebt, sagt die Verkäuferin. Auf dem Tuch steht eine Telefonnummer. Mit dem Anruf beginnt eine Geschichte um Tradition, Angst, Flucht und Hoffnung.

Ein Handtuch auf dem Krieg in Syrien: Ein syrischer Flüchtling in Berlin trägt das Handtuch seiner Familie auf dem Kopf

Ein Handtuch aus dem Krieg in Syrien - und eine ergreifende Geschichte

Fotos: Patrick Desbrosses

Politische Unruhen und die Leichtigkeit des Lebens liegen in Beirut nah beieinander: Im Viertel Mar Mikhaël dröhnt laute Musik aus Bars, Hipster rauchen auf der Straße, der Laden Plan Bey verkauft wollweiße Handtücher und Seifen aus dem Kriegsgebiet Syrien. Die Hipster finden es schick, wenn im Bad neben einem Waschlappen von Ikea ein Handtuch „made in Hama“ hängt und sie damit zeigen können, dass sie einen kleinen syrischen Familienbetrieb unterstützen. „Lange wird es diese Handtücher vermutlich nicht mehr geben“, sagt die Verkäuferin, als sie mein Handtuch, 26 Euro, in Seidenpapier einschlägt.

Zurück in Hamburg, hallen ihre Worte in meinem Kopf nach und ich frage mich jedes Mal, wenn ich mir die Hände abtrockne: „Was meinte sie damit wohl?“ Auf mein Handtuch ist ein Etikett genäht, neben einem arabischen Schriftzug stehen zwei Telefonnummern. Ich probiere sie aus. Die erste (+96 …) funktioniert nicht, bei der zweiten klingelt es. Vor Schreck lege ich auf. Lieber schreibe ich bei Whatsapp eine Nachricht. Sofort bekomme ich eine Antwort aus Syrien: „Salam, melde dich bei meinem Sohn! Der ist in Berlin! Er spricht besser Englisch!“ Samer Al Madani, 47, sein Sohn Abd Al-Fattah und ich schreiben ein paar Wochen in einer Whatsapp-Gruppe.

Vom Imperium-Erben zum Flüchtling 

Abd Al-Fattah Al Madani, 18, ist als Flüchtling nach Deutschland gekommen. Wir verabreden uns in Berlin am Alexanderplatz. „Kennst du einen Markt, auf dem ich die Handtücher verkaufen kann?“, fragt Abd Al-Fattah gleich nach der Begrüßung. Mit seinem weißen Hemd und seinem Sakko wirkt der Jugendliche, als wolle er sich als Geschäftsmann präsentieren. „Puuh, ich überlege mal“, sage ich verlegen.

In der deutschen Hauptstadt ist Abd Al-Fattah einer von Tausenden Flüchtlingen, die auf die Bearbeitung ihres Asylantrags warten. In seiner Heimatstadt Hama in Syrien war er: Herr Al Madani junior, Erbe einer Dynastie. „Unser Schriftzug ist wie das Nike-Logo, in Syrien kennt uns jeder“, grinst er.

Sein Zimmer im Haus seines Großvaters tauschte er gegen eine Pritsche in einer Flüchtlingsunterkunft im Prenzlauer Berg. In dem Viertel wohnen viele Familien, doch der Familienmensch Abd Al-Fattah ist dort allein. Der Einzige, der ihn auf der Flucht begleitete, ist sein Onkel Mouhamad. 22 Tage waren die beiden unterwegs, fünf Tage mussten sie in einem Flüchtlingslager in Izmir auf die Weiterreise warten, sieben Tage auf der griechischen Insel Chios mit Tausenden anderen Flüchtlingen ausharren. Am schönsten sei es in Wien gewesen. Dort schien die Sonne.

Dem Assad-Regime entflohen

„Hätte ich gewusst, dass die Flucht so hart wird, wäre ich wahrscheinlich nicht gekommen“, sagt Abd Al-Fattah. Er floh nicht nach Deutschland, weil er auf eine bessere Zukunft hoffte, sondern weil seine Eltern ihn schickten. Sie hatten Angst, dass er sonst von den Feldjägern des Assad-Regimes eingezogen würde.

Abd Al-Fattah zieht sein Handy aus der Hosentasche und zeigt mir ein Video: Sein Vater, ein kleiner Mann mit kugeligem Bauch, sitzt hinter einem Webstuhl. „Der älteste, den wir haben, ist aus dem 19. Jahrhundert“, sagt Abd Al-Fattah. Tatsächlich wirkt die Weberei im Haus der Al Madanis wie ein Museum. Samer, der Vater, zieht das Schiffchen durch die gesponnene Baumwolle.

Bald könnte die lange Tradition der Familie zu Ende gehen, doch in Abd Al-Fattahs Erzählungen lebt sie noch einmal auf: Seit fünf Generationen weben die Al Madanis in Hama. Für sie ist diese Tradition auch eine Kunst. Zu Beginn produzierte die Familie Baumwollhandtücher mit einem farbigen Streifen am äußeren Rand, die man einer Braut bei der Hochzeit schenkt. In den 80er Jahren übernahm der älteste Sohn Samer die Produktion. Er modernisierte den Betrieb und entwickelte neue Designs: weiche Handtücher, grün, blau oder gelb gestreift. Aufwendige Blumenstickereien. Die Handtücher kamen so gut an, dass die Al Madanis expandierten: Samer verschickte Pakete nach Brasilien, in die Türkei und nach Frankreich. Die Familie eröffnete einen Laden in Aleppo und einen in Damaskus.

Der Krieg in Syrien zerstört die Wirtschaft

Wenn Abd Al-Fattah an seine Kindheit zurückdenkt, hört er das Klackern der Webstühle. Sein erstes Handtuch, aus Baumwolle und mit blauem Rand, webte er mit zehn Jahren. Als kleiner Junge zeigte er den Touristen im Laden Handtücher und übte so Englisch: „Look, nice towels.“ Deshalb können wir uns heute, in Berlin, unterhalten. Wenn Abd Al-Fattah davon erzählt, dass Botschafter aus Italien oder Frankreich sich mit seinem Vater fotografieren ließen, wirkt er stolz. Das günstigste Gästehandtuch kostet fünf Euro, die teuersten Handtücher aus Seide über zweihundert. Viele Syrer konnten sich die Handtücher gar nicht leisten. Die besten Kunden waren die Touristen.

Eine Erfolgsgeschichte bis der Bürgerkrieg begann. Er hat nicht nur mindestens 250.000 Menschen das Leben gekostet und große Teile des Landes zerstört, sondern auch die Wirtschaft zum Stillstand gebracht.

Wie den Handel der Al Madanis. Touristen kommen schon lange nicht mehr nach Syrien. Vor dem Krieg produzierte die Familie an fünfzehn Webstühlen etwa zwanzig Handtücher am Tag, heute nur noch zwei. Bei einem Angriff vor vier Jahren brannten die Produktionshallen, Webstühle wurden zerstört. Damals fielen Bomben auf den Laden in Aleppo, auch den in Damaskus musste die Familie schließen. Abd Al-Fattah will dazu nichts sagen: „Ich halte mich aus der Politik raus, das ist alles schrecklich.“

Syrische Handtücher, made in Germany

Obwohl es in Hama sicherer ist als in Aleppo oder Homs, sorgt sich Abd Al-Fattah um seine Familie und das Handwerk. „Ich habe große Angst, dass die Tradition stirbt“, sagt er. Der Baumwollvorrat seines Vaters wird in zwei Jahren aufgebraucht sein.

„Für unser Land gibt es kaum noch Hoffnung“, sagt Abd Al-Fattah. Für die Handtücher schon. Wenn er gelernt hat, wie der Handel in Deutschland funktioniert, kann er einen Laden suchen. Dann könnte seine Familie nach Berlin ziehen und dort weiter weben. „Syrische Handtücher, ,made in Germany‘. Das wäre eine gute Idee“, sagt Abd Al-Fattah. Die Leute in Berlin-Mitte würden sie bestimmt kaufen und ich auch.

HANDTÜCHER MIT GESCHICHTE
Die Frankfurterin Lanna Idriss, 40, importiert syrische Waren von einer Händlerin aus Beirut. Auch die Handtücher der Al Madanis, gyalpa.com


Dieser Text ist in der Ausgabe 05/2016 von NEON erschienen. Hier können Einzelhefte nachbestellt werden. NEON gibt es auch als eMagazine für iOS & Android. Auf Blendle könnt ihr die Artikel außerdem einzeln kaufen.


Ich brauche dringend Hilfe bei der EM rente
Guten Tag mein Name ist Carsten Langer ich bin 46 Jahre alt und Versuche seit März 2015 die EM Rente zu beckommen meine Ärzte sagen ich kann nicht mehr Gutachten der Kranken Kasse sieht das auch so nur die Gutachter der Rentenkasse Sehens anders war schon vor sozial Gericht 1 Instanz Richterin sagt ich kann nicht am Gutachten vorbei entscheiden ihre Empfehlung ich sollte in die 2 Instanz weil sie meint das ich auch nicht mehr Arbeits fähig bin die 2 Instanz sagt laut Gutachten könnte ich noch arbeiten aber ihre Meinung nach könnte ich auch nicht mehr arbeiten ich sollte doch auf ein Urteil verzichten und ich sollte neu Rente beantragen und der zwischen Zeit wurde ich zur Berufs Findung geschickt die nach sechs Wochen von der Rentenkasse abgebrochen wurde habe auch erfahren das die Rentenkasse mir keine Umschulung mehr zutraut auf den Rat ich sollte noch Mal EM Rente beantragen bin ich in Reha gegangen damit ich auch neue Arzt berichte habe die Reha hat den Aufenthalt von 4 auf drei Wochen verkürzt und mich entlassen als nicht arbeitsfähig für den allgemeinen Arbeits Markt und ich kann keine 3 Stunden arbeiten das hat der Rentenkasse wieder nicht gereicht hatich wieder zum gutachter geschickt der mir 45 Minuten fragen gestellt hat und jetzt heißt es ich kann wieder voll arbeiten auf den allgemeinen Arbeits Markt Meine Erkrankungen sind Ateose in beiden knieen und mehreren Finger Gelenken Verschleiß in beiden Fuß, Hüft, Schulter und elebogen Gelenken dazu Gicht im linken Daumen satel Anhaltende Schmerzstörungen Wiederkehrende Depressionen Übergewicht Hormonstörungen Wirbelsäulenleiden Bandscheibenschädigung Schlaf Atem Störung Schlafstörungen eine ausgeprägte lese und rechtschreib Schwäche Panick Attacken ( Zukunftsangst) Suizidale Gedanken 1 Suite Versuch Laut aus Zügen einiger Befunde Bin ich nicht mehr Stress resistent Darf keinen akort machen keine Schicht Arbeit keine gehobene Verantwortung überaschinem oder Personen tragen usw Aber al das reicht nicht für die EM Rente Mittlerweile bin ich von der Kranken Kasse ausgesteuert das Arbeitsamt hat mich nach 9 Monaten abgemeldet und seit April wäre die Renten Kasse nicht mehr für mich zuständig aber da ein laufendes verfahren ist hmm keine Ahnung Da ich Mal gut verdient habe habe ich eine bu abgeschlossen aber da die über 900 euro mir zählt und das schon fast 3 Jahre habe ich kein Anspruch auf Harz 4 Grundsicherung Wohngeld oder sie Tafel für essen nein ich darf dafon mich noch mit 260€ freiwillig Kranken versichern Deswegen konnte ich meine Wohnung mir nicht mehr leisten und bin auf einen Campingplatz gezogenitlerweil habe ich eine Freundin und wir teilen uns die Wohnung Bitte ich brauche dringend Hilfe mir wird das alles zuviel werde mich parallel zu ihnen auch an den svdk wenden aber vielleicht können sie unterstützend helfen ich weiß echt nicht weiter und meine schlechten Gedanken werden wider sehr stark Mfg