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Hackerangriff, Trump und Oscars: Politik to go: Drei Dinge, die du in dieser Woche nicht verpasst haben solltest

Du findest Politik wichtig, hast aber keine Lust oder Zeit, jeden Abend die "Tagesschau" zu gucken oder Zeitung zu lesen? Dann bist du hier genau richtig! Wir fassen dir jedes Wochenende zusammen, was du diese Woche wirklich nicht verpasst haben solltest.

Von Linus Günther

Drei Bilder: Überwachungskameras, Harvey-Weinstein-Skulptur und ein Schild aus den USA mit der Aufschrift: "Fewer Guns"

Hackerangriff auf das Bundesnetz, Politik bei den Oscars und Debatte um schärfere Waffengesetze in den USA

DPA / AFP

BLICK NACH INNEN

Hackerangriff auf das Bundesnetz: Warum sind die Politiker so in Aufruhr?

Das Datennetzwerk des Bundes gilt als eines der bestgesicherten Netze in Deutschland. Aus dem Grund war ganz Politik-Berlin aufgewühlt, als bekannt wurde, dass dieses Netz Opfer eines wurde. Das Netz wird genutzt von Teilen des Bundestags, dem Bundesrat, dem Bundeskanzleramt und den Bundesministerium. Kurzum: beinahe allen wichtigen bundespolitischen Institutionen. Nach Angaben der "Süddeutschen Zeitung", NDR und WDR sei insbesondere der Rechner eines Mitarbeiters gehackt worden, der im Auswärtigen Amt tätig war. Da das Außenministerium natürlich über streng geheime Informationen wie zum Beispiel Kontaktdaten von Menschenrechtsgruppen oder Informationen über geheime Gespräche verfügen könnte, die nicht nach außen dringen dürfen, waren viele in großer Aufruhr. Auch sei der Angriff offenbar Teil einer internationalen Spähaktion. Neben Deutschland sollen auch andere Länder, unter anderem aus Skandinavien, Südamerika und der ehemaligen Sowjetunion, betroffen sein.

Bereits 2015 war es russischen Hackern gelungen, in das weitaus weniger gesicherte Netz des einzudringen. Vor der Wahl im letzten Jahr hatten viele pikante Veröffentlichungen gefürchtet, die die Wahl hätten beeinflussen können. Dann passierte aber: nichts.

Doch nun also noch ein Angriff: Und wieder führt die Spur offenbar nach . Verdächtigt wird die Hackergruppe SNAKE, die einem russischen Geheimdienst zugeordnet wird. Anders als beim letzten Angriff suche die Gruppe offenbar gezielt nach Informationen und wolle nicht wahllos irgendetwas kopieren. Der Angriff laufe außerdem wohl bereits seit mindestens einem Jahr. Das Bundesamt für Sicherheit und Informationstechnik ließ die Angreifer zunächst gewähren, um mehr über die Ziele der Gruppe herauszufinden.

Den Angriff nutzten einige Politiker der Opposition, um allgemeine schlechte IT-Sicherheit in aufmerksam zu machen. Der Bundestagsabgeordnete Konstantin von Notz von den Grünen kritisierte, der Angriff zeige, "wie schlecht es um die IT-Sicherheit in unserem Land insgesamt steht." FDP-Mann Marco Buschmann spottete, digitale Sicherheit scheine für die Bundesregierung auch "Neuland" zu sein. Damit spielte er auf den berühmt gewordenen Satz Merkels aus dem Jahr 2013 an: "Das Internet ist für uns alle Neuland."

BLICK NACH AUSSEN

Amoklauf in den USA: Will Trump nun die Waffengesetze verschärfen?

Seit dem Amoklauf in den an einer High School in Florida mit 17 Toten wird in den USA erneut über die dortigen Waffengesetze debattiert. Um die 18-jährige Emma Gonzalez, eine Überlebende des Attentats, formte sich nun eine große Jugendbewegung, die sich für strengere Waffengesetze in Amerika einsetzt. Auch die engen Verbindungen Donald Trumps zur amerikanischen Waffenlobby wurden dabei stark kritisiert. Trump selbst fiel wenige Tage später mit seiner Forderung auf, Lehrer mit einem "natürlichen Talent für Waffen" mit Waffen auszustatten, um zukünftigen Attentaten etwas entgegensetzen zu können. Auf einer späteren Pressekonferenz gab er dann jedoch auch noch erstaunlich vernünftige Töne von sich. Er lasse sich nicht von der Waffenlobby einschüchtern und kündigte unter anderem an, Waffenkäufer zukünftig gründlicher überprüfen zu lassen und das Mindestalter zum Kauf von Gewehren auf 21 anheben zu wollen.

Laut einer Umfrage von CNN befürworten 70 Prozent der Amerikaner mittlerweile strengere Waffengesetze. Für den 24. März ist eine große Demonstration angekündigt, die auch viele Prominente wie Steven Spielberg und Meryl Streep unterstützen. George Clooney möchte mit seiner Frau sogar bei dem Protestmarsch dabei sein. Man darf gespannt sein, ob Trump seinen Worten nun auch Taten folgen lässt.

BLICK NACH VORNE

Politik auf der Oscar-Verleihung: Gewinnt eine Frau zum ersten Mal die "Beste Kamera"?

Apropos Trump: Zwar sollen bei der 90. Oscarverleihung, die nach deutscher Zeit in der Nacht auf Montag stattfindet, natürlich die Filme und ihre Darsteller im Vordergrund stehen. Es ist jedoch stark davon auszugehen, dass der oder die eine Prominente die Bühne nutzen wird, um ihren oder seinen Ärger über die Politik Luft zu machen. Bereits im letzten Jahr war beispielsweise Preisträger Ashgar Farhadi von der Preisverleihung fern geblieben, um gegen das Einwanderungsverbot gegen einige arabische Länder zu protestieren.

Auch die aktuelle Sexismus-Debatte, die ja im Skandal um den Hollywood-Produzenten Harvey Weinstein ihren Ursprung hatte, wird wohl nicht unkommentiert bleiben. Bereits bei den Golden Globes vor einigen Wochen kamen viele Frauen, wie Emma Stone oder Emma Watson, in schwarzen Kleidern, um ein Zeichen gegen sexuellen Missbrauch und die Benachteiligung von Frauen zu setzen.

Manchmal lassen sich auch aus den Auszeichnungen selbst politische Statements ablesen. So gewann im letzten Jahr das Drama "Moonlight" um einen homosexuellen, afroamerikanischen Mann überraschend den Hauptpreis des Abends – den Preis für den besten Film. Unfassbar, aber wahr: Erst in diesem Jahr ist zum allerersten Mal mit Rachel Morrison eine Frau für die "Beste Kamera" nominiert. Morrison führte die Kamera bei dem Rassismusdrama "Mudbound", das bei uns nicht in die Kinos kam, sondern nur auf Netflix verfügbar ist. Erwartet uns in der Nacht auf Montag also der nächste historische Moment in der Geschichte der Oscars? Verdient hätte sie es: Die Bilder von "Mudbound" sind atemberaubend!

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