HOME

Freizeit: 10 Weihnachtsbräuche aus der ganzen Welt

Christbaumkugeln, Gänsebraten und Lebkuchen sind zu langweilig? Diese zehn Weihnachtsbräuche aus aller Welt legen ein Päckchen Exotik unter jeden Weihnachtsbaum.

Was wäre, wenn man die Christbaumkugeln gegen Spinnweben austauscht oder den Gänsebraten gegen ein paar frittierte Hähnchenteile vom Colonel? Wir reisen um die Welt und werfen einen Blick auf Gabentische, Teller und am Kamin aufgehängte Socken.


Niederlande

Wir starten in unserem westlichen Nachbarland. Hier heißt der Nikolaus Sinterklaas und er wohnt nicht am Nordpol, sondern in Spanien. Statt mit Rentierschlitten reist Sinterklaas mit dem Dampfschiff an und verteilt Geschenke an die Kinder, die sich das Jahr über anständig benommen haben. Dabei hilft ihm sein Kumpel Zwarte Piet.


Island

Martialischer geht es im hohen Norden zu. Die isländische Folklore besagt, dass am heiligen Abend die riesige Katze Jólaköttur umgeht und jedes Kind frisst, das keine neue Kleidung zu Weihnachten bekommen hat. Natürlich ist eine Playstation 4 allgemein das beliebtere Weihnachtsgeschenk, allerdings bleibt der Spielspaß recht gering, wenn man noch am selben Abend von einer Monsterkatze verspeist wird. 


Österreich

Auch in Österreich gehört ein gewisser Grusel zur Weihnachtszeit. Der Nikolaus wird hier vom Krampus begleitet, einem gehörnten Dämon, der unartige Kinder verprügelt. Der 5. Dezember ist der "Krampustag". In der Nacht auf den 6. finden in vielen Österreichischen Städten Krampusläufe statt, bei denen Jugendliche und Erwachsene verkleidet durch die Straßen laufen. Viele Österreicher stehen diesem Event kritisch gegenüber, da es in den letzten Jahren zu Auseinandersetzungen zwischen Krampussen und der Polizei kam.

 

Russland

Gemütlicher hält man es in Russland: Hier bringt Väterchen Frost, der äußerlich sehr dem Weihnachtsmann ähnelt, die Geschenke. Die Figur entstammt der russischen Märchenwelt. Begleitet wird er von seiner Enkelin, die ihn beim Austragen der Geschenke unterstützt. Die Wartezeit auf die Geschenke verkürzen sich russische Familien mit einem Zwölf-Gänge-Menü - jeweils ein Gang für jeden Apostel Christi.


Japan

Den kompletten Gegenentwurf zu Russlands weihnachtlicher Esskultur bietet Japan: Hier gehören frittierte Hähnchenteile zu jedem anständigen Weihnachtsessen. Zugegeben, das Maskottchen der Fastfood-Kette hat auch Ähnlichkeit mit dem Weihnachtsmann. Die Buckets werden schon Wochen vorher vorbestellt, da der Run auf die Geflügelbeine so groß ist. In Japan ist lediglich der 23.12. ein nationaler Weihnachtsfeiertag. 


Philippinen

Auf den Philippinen wird weltweit die längste Weihnacht gefeiert - bereits am 16. Dezember beginnen hier die offiziellen Weihnachtsfeiertage. Bis zum Heiligabend wird dann jede Nacht zwischen 3:00 Uhr und 4:30 Uhr ein Gottesdienst abgehalten. Der 24. Dezember gilt als Bergfest des Feiermarathons. Am 28. ist „Niños inocentes“, ein Feiertag, an dem man sich gegenseitig Streiche spielt, ähnlich dem ersten April in Deutschland. Weihnachten endet auf den Philippinen erst am "Dreikönigstag", der hier immer auf den ersten Sonntag im neuen Jahr gelegt wird.


Schweden

In Schweden beginnt die Weihnachtszeit bereits am 13. Dezember mit dem Luciafest. Traditionell verkleidet sich hier die älteste Tochter der Familie als heilige Lucia. Zur Verkleidung gehört ein weißes Kleid und eine Krone mit Kerzen. Die heilige Lucia serviert der Familie Safranbrot, Pfefferkuchen und Glühwein. Der Ursprung des Luciafests geht auf die Zeit vor der Einführung des Gregorianischen Kalenders zurück. Damals war der 13. Dezember der Tag der Wintersonnenwende und somit der kürzeste Tag des Jahres. 



Ukraine


Die Ukraine ist ein Nachzügler in Sachen Heiligabend. Hier trifft sich die Familie erst am 6. Januar und auch hier werden zwölf Gänge serviert. Unter die Tischdecke wird Knoblauch gelegt - die einzelnen Zehen der Knolle sollen den Zusammenhalt der Familie symbolisieren. Außerdem existiert der Brauch, dass der Fußboden des Esszimmers mit Heu bedeckt wird, in Erinnerungen an den Stall Bethlehems. Außerdem werden ukrainische Weihnachtsbäume oft mit glitzernden Spinnweben dekoriert. Das soll Glück bringen.



Brasilien

Da der Dezember in Brasilien im Hochsommer liegt, hilft man sich dort in Sachen Deko mit Kunstschnee. Geschmückt werden Tannen und Palmen. In der Bucht von Rio de Janeiro wird unter Anderem der größte schwimmende Weihnachtsbaum wer Welt installiert. Höhepunkt ist das Feuerwerk um Mitternacht an Heiligabend.



Griechenland

In Griechenland erhalten die Kinder ihre Geschenke am Neujahrstag. Das große Finale der Weihnachtszeit ist der 6. Januar. Hier ziehen Priester durch die Straßen und segnen Häuser und Gewässer, um böse Geister zu vertreiben. Anschließend ziehen die Geistlichen mit den Familien aus der Umgebung zum örtlichen See oder Fluss. Der älteste Priester wirft ein Holzkreuz ins Wasser - Aufgabe der anwesenden Männer ist es, ins Wasser zu springen und das Kreuz zu retten. Wer das Kreuz aus dem Wasser fischt, wird ein Jahr lang als mutigster Typ der Gemeinde gefeiert.