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Ehec-Entschädigungen Spanien und Frankreich fordern mehr Geld für EU-Bauern


150 Millionen Euro soll die Europäische Union den Gemüsehändlern als Entschädigungszahlungen anbieten. Frankreich und Spanien halten das für zu wenig. EU-Bauern müssen auf Grund des Ehec-Ausbruchs massive Einkommensverluste hinnehmen.

Die Vorschläge der EU-Kommission zur Entschädigung von Gemüse-Bauern, die wegen der EHEC-Epidemie unter Einnahmeverlusten leiden, stoßen unter den EU-Ländern auf Kritik. "Für Spanien sind 30 Prozent nicht genug", sagte die spanische Landwirtschaftsministerin Rosa Aguilar am Dienstag in Luxemburg. Sie forderte eine hundertprozentige Entschädigung. EU-Agrarkommissar Dacian Ciolos hatte vorgeschlagen, 150 Millionen Euro für die betroffenen Landwirte bereitzustellen. Damit könnten etwa 30 Prozent der Einnahmeausfälle entschädigt werden.

Auch der französische Landwirtschaftsminister Bruno Le Maire forderte am Rande eines Treffen der EU-Agrarminister in Luxemburg zu den Folgen der Ehec-Krise Kompensationen in der gesamten Höhe der Ausfälle. Aguilar zufolge unterzeichneten mehrere Länder ein Schreiben, in dem sie je nach Produkt Zahlungen in Höhe von 90 bis 100 Prozent der Einnahmeausfälle der Landwirte forderten. EU-Diplomaten zufolge sind rund zehn Länder gegen den Vorschlag der Kommission.

Der Plan der EU-Kommission sieht vor, dass mit den 150 Millionen Euro den Bauern je nach Gemüse 30 Prozent des Durchschnittspreises im Juni in den vergangenen vier Jahren gezahlt wird. Ein Gurkenproduzent könnte so etwa für jedes nicht verkaufte Kilo rund 14 Cent kriegen. Die Regelung soll auch für Salat und Tomaten gelten. Ob auch die Hersteller anderer Gemüse davon profitieren könnten, war zunächst noch offen. Die Mitglieder von Erzeugerorganisationen können über Notfonds dieser Verbände auf weitere Entschädigungen hoffen, die nochmal rund ein Drittel des Durchschnittspreises ausmachen, von dem die Hälfte aus EU-Geld stammt.

Der europäische Bauernverband Copa und die europäische Landwirtschaftskooperativen-Vereinigung Cogeca forderten in einem gemeinsamen Brief an Ciolos "Entschädigungen für Warenrücknahmen für alle Erzeuger der Europäischen Union". Diese müssten "den im Normalfall über den Markt erwirtschafteten Erlös sowie die Gesamtheit der zurückgenommenen Menge abdecken".

Die Konsequenzen der Ehec-Krise seien "verheerend" für die Gemüsebauern in der EU, da sie "beispiellose Wirtschaftsverluste" erlitten, heißt es in dem Brief. "Das Angebot von saisonalem Obst und Gemüse hat sein volles Potenzial erreicht und die Verbrauchernachfrage ist praktisch auf den Nullpunkt abgesunken", heißt es in dem Schreiben. Demnach betragen die Verluste der Gemüse-Bauern in Deutschland rund 30 Millionen Euro pro Woche. Spanische und italienische Landwirte verlieren demnach wöchentlich 200 beziehungsweise 100 Millionen Euro.

liri/AFP AFP

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