1,264 Millionen Menschen verließen Deutschland im Jahr 2024 wieder, damit blieb die Abwanderung etwa auf dem Niveau des Vorjahres. In der Folge lag 2024 der Wanderungssaldo - also die Differenz aus Zu- und Fortzügen - bei rund 430.000. Dies entspricht einem Rückgang von gut 35 Prozent im Vergleich zum Vorjahr.
Dem Migrationsbericht zufolge kamen 2024 aus nahezu allen wichtigen Herkunftsländern weniger Menschen nach Deutschland. Sowohl aus der Ukraine als auch aus Rumänien, der Türkei, Polen und Syrien verzeichneten die Behörden weniger Zuzüge.
"Für 2025 ist davon auszugehen, dass sich der Trend sinkender Migrationszahlen weiter fortsetzt", sagte der stellvertretende Regierungssprecher Steffen Meyer zu dem Bericht. So hätten im vergangenen Jahr "deutlich weniger Menschen in Deutschland einen Asylantrag" gestellt. Gleichzeitig sei die Zahl der Abschiebungen und freiwilligen Ausreisen gestiegen.
"Die Migrationswende wird weiter fortgeführt", sagte ein Sprecher des Bundesinnenministeriums mit Blick auf die Maßnahmen der schwarz-roten Bundesregierung seit ihrem Amtsantritt im Mai 2025. Er verwies auf ausgeweitete Grenzkontrollen gegen irreguläre Migration sowie die Abschaffung des Familiennachzugs und der "Turbo-Einbürgerung" schon nach drei Jahren.
Die Ukraine war laut Migrationsbericht mit 221.570 Zuzügen und einem Anteil von 13,1 Prozent im Jahr 2024 weiterhin das wichtigste Herkunftsland von Zugewanderten. An zweiter Stelle folgte Rumänien mit 173.563 Zuzügen (10,2 Prozent), gefolgt von der Türkei mit 88.690 (5,2 Prozent). Bei der Abwanderung steht wie schon in den Vorjahren 2024 Rumänien an erster Stelle: 178.290 Menschen zogen in das EU-Land fort (14,1 Prozent der Gesamtabwanderung).
Im Jahr 2024 stellten 229.751 Menschen einen Asyl-Erstantrag in Deutschland, das entspricht einem Rückgang im Vergleich zum Vorjahr um 30,2 Prozent. Antragstellende aus Syrien (76.765 oder 33,4 Prozent), Afghanistan (34.149 oder 14,9 Prozent) und der Türkei (29.177 oder 12,7 Prozent) stellten dabei zahlenmäßig die größten Gruppen.
Die Zahl der Einbürgerungen stieg 2024 auf einen Höchststand seit der Einführung der Statistik im Jahr 2000, wie das Statistische Bundesamt bereits im Juni 2025 mitgeteilt hatte. 292.020 Menschen erhielten nach neuen Zahlen des Migrationsberichts den deutschen Pass, das waren 91.925 Einbürgerungen oder 45,9 Prozent mehr als im Jahr 2023.
Der starke Anstieg bei den Einbürgerungen hängt mit der Reform des Staatsangehörigkeitsgesetzes unter der damaligen Ampel-Regierung zusammen. Dabei wurde die Mindestaufenthaltsdauer für den Erhalt der deutschen Staatsbürgerschaft von acht auf fünf Jahre gesenkt, in besonderen Fällen auch schon auf drei Jahre. Letzteres wurde von der schwarz-roten Regierung wieder rückgängig gemacht.
Die Zahl von Ausländern in der Bevölkerung stieg auf rund 12,4 Millionen. Dies entspricht einem Anteil von 14,8 Prozent an der Gesamtbevölkerung und stellt den höchsten Wert seit 1990 dar.