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Zuwanderung in Deutschland: Von Islamisierung keine Spur

Von wegen Islamisierung - Die meisten Zuwanderer, die 2013 nach Deutschland gekommen sind, stammen nicht aus dem "Morgenland", sondern aus Polen und Rumänien. So steht es im Migrationsbericht.

Deutschland hat die höchste Zuwanderung seit 20 Jahren verzeichnet. Aus dem am Mittwoch im Kabinett beratenen Migrationsbericht 2013 geht hervor, dass die Zahl der Einwanderer binnen eines Jahres deutlich gestiegen ist - von 1,08 Millionen 2012 auf 1,23 Millionen Menschen im Jahr 2013. Einen derart hohen Wert hatte es zuletzt 1992 gegeben.

Wer aber daraus schließt, Deutschland stehe kurz vor der Islamisierung, liegt falsch. Drei Viertel der Zuwanderer (76,8 Prozent) stammten aus anderen europäischen Ländern. Hauptherkunftsländer waren Polen (16,1 Prozent), Rumänien (11,0 Prozent), Italien (4,9 Prozent) und Bulgarien (4,8 Prozent).

Die Zahl der Fortzüge aus Deutschland kletterte im selben Zeitraum um zwölf Prozent auf 800.000, so dass es unterm Strich einen "Wanderungsgewinn" von rund 430.000 Menschen gab.

Nach einer Schätzung der Statistiker lebten Ende 2014 fast 81,1 Millionen Menschen in der Bundesrepublik.

Polen nach wie vor Hauptherkunftsland

Die Statistiker legten noch keine detaillierten Zahlen für 2014 vor. Die im Migrationsbericht aufgeschlüsselten Details für 2013 zeigen aber, dass unverändert die große Mehrheit der Zugewanderten aus Staaten der Europäischen Union (EU) kommt.

Seit 1996 ist Polen das Hauptherkunftsland. Das dürfte sich 2014 geändert haben. Nach den Zahlen für die ersten fünf Monate 2014 führten Rumänen (36.200), Polen (22.700), Italiener (15.100), Bulgaren (13.500) und Kroaten (10.800) die Zuwandererliste aus der EU an.

Ins Gewicht fällt aber auch der Bürgerkrieg in Syrien: Bis Mai 2014 waren fast 16.000 Syrer zugewandert, die drittgrößte Zuwanderergruppe nach Rumänen und Polen. Diese Entwicklung dürfte sich im Rest des Jahres fortgesetzt haben, da die Zahl der Asylbewerber aus Syrien weiter stieg.

jek/DPA/Reuters / DPA / Reuters