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Noch Fragen?

Frage Nummer 3000112062 StechusKaktus

Daten-Leak: Wo ist der Skandal?

Spielende Kinder hacken Accounts von Politikern und stellen ein paar Belanglosigkeiten (Mobilfunknummern, Adressen) an Stellen ins Internet, wo sie nur von wenigen gefunden werden.

Grosse Aufregung, Weltuntergang. Geht's noch? Oder habe ich die Dimension des Skandals einfach nicht erfasst?
Antworten (31)
StechusKaktus
In Einzelfällen sollen auch ein Schreiben an einen Vermieter und private (unverfängliche) Fotos ebenfalls aufgetaucht sein.
Ach Gottchen, wie schlimm! Muss dafür eine politische Krise vom Zaun gebrochen werden? Oder ist einfach alles viel schlimmer, wenn Politiker betroffen sind?
Cheru
Die Kenntnis einer Adresse kann z.B. zu Pöbeleien oder Grafitti oder Farbbeutelanschlägen führen.

Der Twitterprofi Habeck hat z.B. von der Veröffentlichung seiner innerfamiliären Kommunikation berichtet: Darin könnten alle möglichen kompromittierenden Informationen enthalten sein, sei es über ihn, über Angehörige oder über Dritte.
Cheru
Im Übrigen ist das ein Armutszeugnis sondergleichen: Politiker befinden über Datenschutz, wirken an uns drangsalierenden Gesetzen (DSGVO) mit, fordern Sicherheitsmaßnahmen von uns und von Internetunternehmen ein und sind selbst offenbar ziemlich sorglos. Und die Oberprofis unter ihnen rufen jetzt nach dem gar nicht zuständigen BSI.
StechusKaktus
Sind denn nicht alle Abgeordneten Personen des öffentlichen Lebens? Rufnummer und Adresse lassen sich doch googeln. Wer als Politiker nicht in die Öffentlichkeit will ist wohl fehl am Platz, oder?

Übrigens habe ich in diesem Zusammenhang noch von keinen geleakten Infos gehört, die kompromittierend sein könnten.
Dorfdepp
Würdest du hier deinen Namen, deine Adresse, deine Telefonnummer veröffentlichen?

Stell dir das einfach mal vor, dann könntest du vielleicht persönlich die Dimension dieses Skandals nachvollziehen.
StechusKaktus
Du meinst also in etwa so?
https://www.bundestag.de/abgeordnete
Cheru
Nein, so nicht: Dorfdepp hatte nach der (privaten) Adresse und der Telefonnummer gefragt.
ing793
Wir leben in einer Zeit, in der immer mehr Daten über jeden einzelnen Menschen in einem Medium gespeichert werden, zu dem sich Dritte Zugang verschaffen können.
Ich kann in diesem Zusammenhang auch die Formulierung "wer nichts zu verbergen hat..." nicht mehr hören. Wenn dem so wäre, warum laufen dann die Menschen im Sommer bekleidet herum.
In China sehen wir gerade, was möglich ist : ein persönlicher Score, wie kompatibel man mit dem gewünschten System ist.
Man stelle sich nur einmal vor, in der Weimarer Republik wäre Facebook entstanden...
Cheru
Das spielende Kind hat laut aktueller Pressekonferenz satte 8,3 GB Daten veröffentlicht. Das ist schon eine ganze Menge.
ing793
Anders gesagt: der Skandal besteht darin, dass es überhaupt möglich ist!
Und jetzt erzähl nicht, man müsse sich halt schützen. Große Firmen unterhalten ganze Abteilungen mit hochbezahlten Spezialisten und trotzdem kommt man da rein.
ing793
Ich warte übrigens noch auf Deinen Klarnamen und Deine Adresse...
Matthew
Privat-Adressen sind ein echtes Sicherheits-Risiko. Z.B. kann es potentiellen Kidnappern Hinweise geben, wo die Kinder abgepasst werden können, um bestimmte politische Entscheidungen zu erpressen. Historisches Beispiel: Ermächtigungsgesetz 1933.
Deshalb wirst Du die Privat-Adresse, nicht nur von Politkern, auch von Managern größerer Firmen oder im Rundfunk-Bereich, von Leuten in der Polizeiführung und ähnliches, in der Regel nicht im Internet finden. Mag für Stadt-Verordnete noch nicht so extrem sein, aber je höher es in der Hierarchie geht, um so stärker sind Leute real gefährdet.
Ansonsten gelten Brief- und Fernmelde-Geheimnis natürlich auch für Politiker. Solange es keine anderslautende richterliche Verfügung gibt, uneingeschränkt. Nicht erst dann, wenn etwas kompomitierendes heraus kommt.
Sandmann2605
Wenn das Veröffentlichen von privaten Daten für dich Belanglos ist, warum dann kein Klarname von Dir? Ach könntest Du dann gleich deine vollständige Adresse und Telefonnummer veröffentlichen.

Auch Politiker und Prominente haben ein Recht auf Privatsphäre.
elfigy
Es wurde schon alles geschrieben.
Was ich an dem Datenklau positiv finde, ist, dass er eine Debatte angestoßen hat. Vielleicht kapieren nun auch die ganz Leichtsinnigen, dass sie ihre Daten besser schützen müssen. Und hoffentlich hat es auch die Politiker aufgerüttelt.
elfigy
Ach ja, ich will eure Adressen nicht, mir genügt es, wenn mir jeder ein aktuelles Foto schickt.
Dorfdepp
Mache ich gerne, wohin?
StechusKaktus
@Elfigy: Kriegste nicht, bin kein Politiker. Wäre ich einer, so bekämst du den Link mit meinen Daten. Sonst wüsstest du doch gar nicht, wen du wählen sollst.
Dorfdepp
elfigy wählt natürlich Andrea Nahles, eine Frau, die keinen einzigen Tag in ihrem Leben einer produktiven Arbeit nachgegangen ist. Also ihr absolutes Gegenstück. Muss ich die Frauen verstehen? Nein!
DerDoofe
Es ist eine Katastrofe! Es wurden tatsächlich Privatadressen veröffentlicht!

Erinnert sich eigentlich noch jemand an die noch gar nicht so lange zurück liegende Zeit, in der es Telefonbücher gab? Adressverzeichnisse mit den Privatanschriften und Telefonnummern von Millionen Bürgern? Jedermann zu jeder Zeit zugänglich. Telefonnummern konnte man ganz einfach per Telefon anfordern. Es nannte sich ‚Auskunft’.

Da gibt es tatsächlich einen Beamtenapparat, der die Daten im Internet schützen soll ...? Na ja, sie bauen ja auch Flughäfen.
Tom Bombadil
der Doofe
du konntest aber schon jeher eine Geheimnummer haben. In dem Fall wurde auch deine Adresse nicht angegeben.
rdiess
"Oder habe ich die Dimension des Skandals einfach nicht erfasst?"
Stimmt.
Es wurden nicht nur "Belanglosigkeiten", sondern auch Daten veröffentlicht, die eben nicht für jeden zugänglich sein sollten, wie z. B. nicht-öffentliche Telefonnummern.
ing793
Was mir zu denken gibt: obwohl hier schon der ein oder andere Gedanke geäußert wurde, hat zumindest die Fragestellerin nach ihrem letzten Posting auch nicht einen Hauch dazugelernt.
elfigy
@Dorfdepp. Unabhängig davon, wie ich zu Andrea Nahles stehe - Wie kommst du darauf, dass Politiker nichts arbeiten? Was ist denn für dich Arbeit? Ganz abgesehen von der politischen Arbeit, hat die Frau während ihres Studiums gearbeitet, sie hat ein Buch geschrieben und sie ist als Mutter von zwei Kindern bestimmt auch zumindest zeitweise erzieherisch und hausfraulich tätig. Und das ist alles nichts wert?
elfigy
@ing. Hat sie das schon mal?
Dorfdepp
@ elfigy

Ich habe nicht behauptet, dass Andrea Nahles nicht arbeitet oder gearbeitet hat, sondern nie einer produktiven Tätigkeit nachgegangen ist. Das ist der Unterschied. Sie hat eine reine Funktionärskarriere hingelegt und kennt das „normale“ Arbeitsleben nicht. Und hat als Arbeitsministerin die Unternehmen, deren ureigenste Aufgabe es ist, die Wirtschaft am Laufen zu halten, mit unsinnigen bürokratischen Regeln belastet. Aber wem erzähle ich das, du bist oder warst doch selbstständige Unternehmerin und müsstest das viel besser wissen.

Was ist für mich Arbeit? Jede Tätigkeit, die einen Nutzen bringt. Dazu gehört auch die Kindererziehung, der Lehrerberuf, die Künstler und auch die politische Tätigkeit. Aber es gibt produktive Arbeit, von der wir alle leben. In einer reinen Dienstleistungsgesellschaft (was auch Arbeit ist) können wir uns alle gegenseitig die Haare schneiden, aber davon wird niemand satt. Und wer als Politfunktionär meint, die Leistungsträger immer mehr belasten zu können, sägt an dem Ast, auf dem er (oder sie) sitzt.

So und nicht anders war das gemeint.
Matthew
@Dorfdepp.
  • ein Buch geschrieben. Keine produktive Arbeit?
  • Mutter von zwei Kindern bestimmt auch zumindest zeitweise erzieherisch und hausfraulich tätig. Keine produkltive Arbeit?


Wenn ich es richtig in Erinnerung habe hattest Du mal davon geschrieben, das Du ein Ing. bist.
Ingenieurleistungen sind zu einem großen Teil Dienstleistungen. Kommt kein "Produkt" bei raus.
Ist das dann auch keine produktive Arbeit?

Denk einfach noch mal drüber nach, wenn Du wieder nüchtern bist.
Dorfdepp
@ Matthew

Offenbar ist es mir nicht gelungen zu verdeutlichen, was produktive Arbeit ist, und du weißt es auch nicht. Vielleicht hilft dieser Wikipedia-Artikel weiter, etwas anderes kann ich laut Aussage eines geschätzten Mitbloggers ohnehin leider nicht.

Die Resultate meiner Arbeit konnten sogar im Fernsehen bewundert werden, entstanden auf einem leeren Blatt Papier. Nix Dienstleistung, reine Innovation.

Und nüchtern bin ich nie. Darauf kannst du also nicht hoffen.
StechusKaktus
"Was mir zu denken gibt: obwohl hier schon der ein oder andere Gedanke geäußert wurde, hat zumindest die Fragestellerin nach ihrem letzten Posting auch nicht einen Hauch dazugelernt."

Anders herum wird ein Schuh draus: Obwohl schon mehrere Antworten gepostet wurden, vermochte es bis dahin noch keine, die These der Fragestellerin zu erschüttern.

Gestern fand in Phönix übrigens eine Themenrunde dazu statt, in der die Teilnehmer die These im Wesentlichen bestätigten: Viel Wind um wenig (nicht nichts) und deswegen in der Öffentlichkeit breitgetreten, weil die Betroffenen Politiker sind. Datensicherheit ist natürlich sehr wohl ein Thema. Aber wichtiger für die von Kinderpornographie Betroffenen oder anderen schwerwiegenden Fällen.
Deho
Eine These? Habe ich etwas verpasst?
Musca
In den 80igern gab es einen Riesenbohai wg. Volkszählung.
Ich gehörte auch zu den absoluten Gegnern.
Es ging um wenige Daten, aber der gläserne Mensch war die Befürchtung.
Heute streckt fast jede(r) 14-jährige seinen nackten Arsch aus dem Fenster und postet es bei Facebook.
Wenn aber die "Stützen unsrer Gesellschaft" nicht in der Lage sind, sich zu schützen (das reimt sich, daraus könnte man einen Song machen)...den Rest des Textes überlasse ich der Phantasie des geneigten Lesers.
Deho
Wenn der Gesellschaft Stützen
uns Bürger nicht beschützen
weil das sind Schlafmützen
dann kommen echte Schützen
die keinem etwas nützen