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Noch Fragen?

Frage Nummer 3000099786 StechusKaktus

Warum dauerte es so lange, bis nach dem blutig niedergeschlagenen Volksaufstand in der DDR die Mauer gebaut wurde?

Übermorgen ist der "alte Tag der Deutschen Einheit". Das Volk stand 1953 gegen die Erhöhung der Planvorgaben und der wirtschaftlichen Verhältnisse im Allgemeinen auf.
Der Aufstand wurde mit der Hilfe von russischen Armeepanzern blutig niedergeschlagen, weil die DDR-Polizei allein überfordert war.

Dennoch dauerte es nach diesem Ereignis noch fast 8 Jahre, bis der Abfluss von Arbeitskräften so stark wurde, dass es nötig wurde, die Bevölkerung mit einer Mauer in ihrem Land einzusperren.
Wie kam es zu diesem langen Zeitraum? Warum wollten so viele Menschen nach dem schrecklichen Vorfall dort bleiben?
Antworten (25)
solitude33
Du solltest mehr rauchen und ab und an schlafen.
Deine Fragen sind nicht nur unbeantwortbar, sondern auch selten ... und ermüdend.
StechusKaktus
Tut mir leid wenn dich die Frage überfordert. Aber vielleicht hast du es ja geschafft, dir ein paar Gedanken dazu zu machen und ich habe es geschafft, dieses wichtige historische Ereignis in Erinnerung zu rufen.
moonlady123456
Als Westler hat man diesen Termin eben nicht auf dem Schirm, musste ihn ja auch nicht in der Schule lernen.
Das Jahr des Mauerbaus ist denke ich noch allen bekannt, aber was danach so in der damaligen DDR vor sich ging....sorry, das ging ja auch nicht gerade durch die Medien, dafür sorgte die Zensur der DDR schon.
Musca
Aus bequemlichkeit. Jeder hatte einen Job, eine Wohnung, Kinder wurden "versorgt", solange man die Klappe hielt und Systemkonform war, ging es einem gut.
StechusKaktus
Das trifft sicher auf viele zu. Ich habe häufig Menschen getroffen, die sich mit dem System arrangiert hatten, denen die Reisefreiheit nicht so wichtig war und denen es -am Massstab ihrer Nachbarn gemessen- gut ging.

Allerdings wäre dann der Volksaufstand doch auch nicht nötig gewesen, oder?
Meine Vermutung ist, dass nach dem 17.06.1953 für eine Zeit mehr Waren verfügbar waren und die Bevölkerung den Eindruck hatte, dass sich die Situation verbessern würde.
StechusKaktus
In dieser WC gibt es offensichtlich keine Ossis. Nur Besserwessis..

Merke: Der Fuchs ist schlau und stellt sich dumm, beim Wessi ist es andersrum...
Skorti
Hä Moony?
Ich vermute mal, dass sollte ein Scherz sein?
Der Witz ist so unverständlich, da solltest du Ironie dran schreiben.
rayer
Dann mach ich mal den Besserwessi.
Was hat der 17. Juni mit der DDR zu schaffen? Der Feiertag war nur im Westen. Das brauchte man nicht in der Schule lernen, den Feiertag gab es jedes Jahr.
Warum bleibt man in der Heimat? Sollte jeder damals für sich beantworten und der Rest hat sich halt verpisst, bis es zu viel wurde.
Sgt_Hartman
Frei nach Westernhagen "Dicke" 1978

Ich bin froh, dass ich kein Ossi bin
Denn Ossi sein ist 'ne Quälerei
Ich bin froh, dass ich ein Wessi bin
Denn Wessi sein bedeutet frei zu sein
dschinn
In Gedenken an Westernhagen steuere ich noch das Lifevideo bei...

https://www.youtube.com/watch?westernhagen_dicke
Dorfdepp
Eigentlich antworte ich nur noch auf vernünftige Fragen, deswegen antworte ich z. Zt. so wenig.

Aber diese Frage ist dermaßen blöd, dass nur eine plausible Antwort sie demaskieren kann.

Natürlich hätte Walter Ulbricht die Mauer am liebsten sofort gebaut. Es hat eben nur so lange gedauert, bis die DDR das nötige Baumaterial zur Verfügung hatte.

That's life.
moonlady123456
Dann frage doch einfach die für den Mauerbau Verantwortlichen oder die, die damals in der DDR lebten. Vielleicht bekommst du dort eine Antwort, die dir passt, Stechus. Meine frühere beste Freundin erzählte mir viel über das Leben in der damaligen DDR, den Alltag, wie sie ihn erlebte, und ich hörte aufmerksam zu, weil es mich interessierte. Über dieses für dich ja anscheinend so wichtige Datum verlor sie niemals ein Wort.
Matthew
Eigentlich ziemlich einfach: Schon vor dem 2. Weltkrieg war das Gebiet, dass später DDR wurde, hauptsächlich agrarisch geprägt. Industrie gab es wegen des Energiebedarfs hauptsächlich um den Ruhrpott herum. Nach dem 2. Weltkrieg gab es zwar starke Bestrebungen, auf Basis von Braunkohle auch in Ost-Deutschland Industrie aufzubauen. Das wurde zunächst aber stark behindert, da dort die Sowjets bis in die 50er Jahre hinein noch Reparationsforderungen durchgesetzt haben und das bisschen an Industrie, die es dort gab, demontiert und nach Russland verfrachtet haben.
Im Gegensatz zu Industriearbeitern ist eine ländliche Bevölkerung aber wesentlich stärker "an die Scholle" gebunden. Ihre Existenz hängt einfach davon ab. Damit ist auch die Tendenz, das Land zu verlassen deutlich geringer.

Davon abgesehen haben sich die Aufstände, rund um den 17. Juni herum wohl hauptsächlich auf Ostberlin konzentriert und wurden von der östlichen Presse wohl eher nicht an die große Glocke gehängt und im ganzen Land verbreitet, während es im Westen so dargestellt wurde, als wäre die ganze DDR davon betroffen gewesen.

In der Folge der Aufstände haben dann aber wohl auch die Russen eingesehen, dass sie nicht nur demontieren können, sondern dafür sorgen müssen das Land wieder aufzubauen. In diesem Zuge wurde dann die Industriealisierung des Landes forciert und damit Bevölkerungsschichten aufgebaut, die eben nicht mehr "an der Scholle hingen" und die diese gewonnene Beweglichkeit dann dafür genutzt haben "rüber zu machen". Da das mit der Industriealisierung nicht über Nacht geht, setzt auch die Wanderungsbewegung nur langsam ein und es dauert seine Zeit, bis diese Tendenz dann wirklich deutlich sichtbare Ausmaße annimmt, auf die dann ja mit dem Mauerbau reagiert wurde.

Habt Ihr das wirklich nicht in der Schule gelernt? (Ich frage jetzt die Westler)

Sgt_Hartman
Die gute Moony hätte auch schreiben können

"Dann geh doch nach Netto"
hase caesar
die menschen dort waren doch schon eingesperrt (abgesehen von berlin, was dem damaligen viermaechtestatus wohl zu verdanken ist)
an der innerdeutschen grenze konnte man (oaf) schon 1953 nur unter gefahr von leib und seele ruebermachen. an der grenze zwischen berlin west und der ddr war's ja dasselbe, mehr oder weniger; nur innerhalb von berlin wars relativ leicht moeglich von ost nach west zu emigrieren (immer mit der gefahr, dat einem die kinder weggenomen werden, aber sowat passiert ja nur in unzivilisierten , diktatorischen laendern ;D)
Sgt_Hartman
Nun mal keine Klagerei. Den Kindern ging es doch hinterher gut, bei der Schirmherrin Margot.
wokk
So mein Hase, jetzt habe ich auch etwas dazu zu sagen!
Meine frühesten Kindheitserinnerungen waren, dass eine Euphorie statt fand.
Ich befand mich auf der Pritsche eines Lastwagens, mein Vater mit mir!
Überall Fahnen . . .
Es war sehr hektisch. . . danach - Leere.

17ter Juni 1953!


Mein Vater hat sofort - weil von der Stasi gesucht - mit seinem Bruder das Weite gesucht -> Richtung Westen.
Ein Jahr später hat meine Mutter die Kinder an die Hand genommen und ist zum Bahnhof gefahren.
Tante Mielchen zu besuchen. . . wurde uns eingebläut.
Sie hatte drei Kinder an der Hand - dazu noch zwei Koffer!
Alles Andere blieb in der Wohnung - es sollte kein Verdacht aufkommen.
Tante Mielchen wohnte bei Hannover. Von da ging es erst mal ins Grenzdurchgangslager Giessen - dann nach Weinsberg.
Dies alles ohne Gefahr für Leib und Seele - es war einfach ein Besuch bei 'Tante Mielchen'!

Dies um dir mitzuteilen, dass damals die Grenze noch total offen war!!!
Es wurde nirgends geschossen oder verhaftet!
Man ist einfach von einem Sektor in einen anderen Sektor gefahren!
Natürlich war eine offizielle Ausreise nicht möglich, aber man hat 'versprochen' , dass man wieder zurück kam!!!
hase caesar
@wokk aha und die sperrzone, die 1952 entlang der innerdeutschen grenze eingefuehrt wurde, war nur so aus jux und dollerei? da durfte jeder einfach mal durch und seine tante im westen besuchen?
wokk
JA!
Meine Mutter hat es mit ihren drei Blagen so gemacht!
hase caesar
ein bissel gegoogelt: interessant ist der letzte satz, ergo glaube ich immer noch nicht, dass man (oaf) einfach mal so ueber die grenze gehen konnte:

Die Abriegelung der Grenze zu West-Berlin und Westdeutschland wurde bereits in den 1950er Jahren zunehmend militanter organisiert. Seit 1954 existierte auf dem Gebiet der DDR offiziell ein "Sperrgebiet", das aus einem Kontrollstreifen (10 Meter) unmittelbar entlang der innerdeutschen Grenze, einem 500 Meter breiten "Schutzstreifen" sowie einer "Sperrzone" (5 Kilometer) bestand. Bewohner dieser "Sperrzone" unterlagen einer besonderen Kontrolle; sie waren durch einen Vermerk im Personalausweis zum Betreten des "Sperrgebiets" berechtigt. Besucher benötigten einen Passierschein.
wokk
. . .
Sgt_Hartman
Also die Zeit dafür war perfekt gewählt. Republikoppositionelle Kräfte haben im Subraum der Bevölkerung, der Arbeiter, der Dienstleister und sogar Ingenieure über neuartige Kommunikationswege z,B SMS mit TelefonKarten vom imperialistischen und unersättlichen Konsum geprägten Westen unterstütztend die Massen aufgewiegelt.

Dem ist in beeindruckender Art und Weise Einhalt geboten worden.

Allerdings war die Ende der Achtziger Ost-West Flüchtlingskrise nicht gewollt.

Die Pläne zur Süderweiterung der Mauer waren schon vom Politbüro genehmigt. Total geheim selbstverständlich.
Sgt_Hartman
Dabei ging es eigentlich nur darum eine Mauer zu Hessen zu errichten. Zu zehn Republikflüchtlingen komme hundert aus Hesse. Lieber Sächsisch als Hessisch.
OnePiece
Weil man so ein großes Projekt nicht in wenigen Stunden durchführen kann...
Dorfdepp
Überlesen wir mal, was Sgt. Weichbirn so trollt.

Meine Eltern haben erzählt, dass sie in den Jahren 1947 bis 1950 des öfteren über die grüne Grenze zwischen dem West- und dem Ostsektor gewandert sind. Das war kein Spaziergang, und erwischen lassen durfte man sich nicht.