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Noch Fragen?

Frage Nummer 3000117114 StechusKaktus

Worin unterscheiden sich die Freitagsproteste der Schüler von Demonstrationen der 80er Jahre?

Die von Greta Thunberg angestossenen Proteste hinterlassen bei mir einen gespaltenen Eindruck: Einerseits finde ich es gut, dass sich Jugendliche für etwas engagieren, andererseits bleiben die Forderungen für mich hohl. Denn erstens handelt es sich ja nun wahrlich nicht um ein Thema, mit dem sich die Politik nicht schon seit Jahren beschäftigt und andererseits kenne ich überhaupt keine konkreten Forderungen. Auf die Frage einer Journalistin in Davos, was denn alles geändert erden solle, antwortete Greta: "Alles"!

War es nich früher so, dass immer ein konkreter Gegenstand im Fokus war? Weg mit Atomkraft, weg mit Startbahne West, weg mit Wackersdorf/Gorleben?
Antworten (38)
Ramses
Die in den 80ern demonstriert haben sind vermutlich heute die Eltern und Lehrer der jetzt Demonstrierenden oder andere die einen Einfluss ausüben können wie bspw. Journalisten.
Heute wird nur für Dinge demonstriert welche den Mächtigen nicht wirklich weh tun.
ing793
Sie unterscheiden sich hauptsächlich im Alter der Protestierenden.
Startbahn West, NATO-Doppelbeschluss, Wackersdorf - das waren in erster Linie Mit-Zwanziger, Studenten und übrig gebliebene 68er.
Heute haben wir 16—jährige. Dass die noch nicht so genau wissen, was sie genau fordern sollen, das verstehe ich recht gut. Insbesondere wo es Dutzende von Maßnahmen GÄBE, die die Politik fast durchgehend verweigert.
ing793
Wobei ich nicht den Eindruck erwecken möchte, als ob die Politik derzeit hier irgendwas zu sagen hätte.
Vielleicht nimmt sie sich die Proteste zu Herzen und nimmt die Richtlinienkompetenz der Wirtschaft wieder aus der Hand. Die Hoffnung stirbt zuletzt.
Deho
Wobei die Demonstranten füher nicht nur konkrete Themen hatten, sondern auch konkrete Adressaten. Wer soll das heute bei diesem Thema sein?
Lempel
Der Unterschied ist, dass die Eltern damals mit der U-Bahn gefahren sind, und heute fahren sie ihre Kinder mit dem Porsche Cayenne hin und zurück.

Und wenn 20 Kinder damals nicht zur Schule gingen, war das Schwänzen.
Heute schäumt die Presse es auf als Protest.
Opal_V2
Dafür soll doch die Samstagsschule wieder eingeführt werden so das die Kinder Freitags demonstrieren können.

Siehe hier.
Deho
Mit dem Porsche Cayenne zur Schule? Womit denn sonst? Nicht alle Eltern haben eine eigene U-Bahn.
StechusKaktus
Ing793 hat ja schon wieder so Recht! Es wäre doch so einfach das Klima und damit die Welt zu retten: Man brauchte doch nur allen privaten Haushalten und allen Unternehmen in Deutschland morgen den Strom abzudrehen. Dann brauchte man auch keine Kraftwerke mehr. Und auch die CO2-Emmissionen bei der Produktion von Gütern und Dienstleistungen könnte gestoppt werden.

Und wenn wir morgen nichts mehr prodizieren, dann ziehen die Chinesen und Inder und Amerikaner bestimmt gleich nach. Und schon wäre die Welt gerettet.

Hurra!
ing793
Textverständnis (also inhaltlich) ist nicht so Dein Ding, wie mir scheint.
Weder habe ich Maßnahmen genannt noch Staaten.
Wobei mir zu denken gibt, dass Du bei einer Regierung, die sich ihr Handeln von der Wirtschaft vorschreiben lässt, sofort und nur an D denkst.
Entweder hast Du bei uns besonders viel oder in der Welt besonders wenig Ahnung ...
DerDoofe
StechusKaktus, ing793 hat entgegen seiner Behauptungen weder Abitur, noch hat er studiert. Woher soll er denn die subtilen Formen der gepflegten Beleidigung beherrschen, wie sie unter gebildeten Menschen üblich sind?!
ing793
Du hast mich entlarvt. 8 Jahre Volksschule, davon vier wegen besonderer Begabung auf der Sonderschule. Danach ein ausgiebiges Wirtschaftsstudium in einer ganzen Reihe von Wirtschaften, mit dem Schwerpunkt Eckkneipen.

Naja, eine Krähe erkennt halt die andere, und wenn sie sich als Schwan verkleidet
Lempel
ing793,
dass du kein Ingenieur sein kannst, hast du vor langer Zeit bewiesen, als du behauptet hattest, das Motorrad Honda CT110 würde bei jedem Gaswegnehmen in den Leerlauf schalten.
elfigy
Warum ist die Forderung der jungen Leute hohl? Sie fordern, dass mit den Lippenbekenntnissen und Absichtserklärungen Schluss ist und wirksam und sofort etwas für Klimaschutz und Bewahrung der Natur getan wird. Es geht um deren Zukunft, nicht um die derer, die die Entscheidungen treffen.
Es geht nicht um einzelne konkrete Maßnahmen, sondern um das Ganze. Oder, wie Greta es ausdrückte, um Alles.
Lempel
elfigy,
diese Greta hat auf die Frage, worum es ihr eigentlich ginge, keine Antwort gewusst, und daher gesagt »Um alles«.

Oh wie klug.
elfigy
Um was es ihr geht, hat sie und andere Teenager oft genug und lang und breit und verständlich erklärt.
Da war die Antwort auf so eine dumme Reporterfrage die einzig richtige Replik.
Opal_V2
Dieser Artikel von Christian Lindner stand heute bei uns im Käseblatt. Und er hat Recht.
dschinn
Ihr wisst schon, dass die Greta vom Asperger-Syndrom betroffen ist?
Von daher einfach mal die Latte nicht so hoch setzen?
elfigy
Dschinn du weißt aber schon, dass das keine intellektuelle Einschränkung ist?
dschinn
Ist klar und habe ich nicht behauptet...

Aber : Merkmale sind einerseits Schwächen in der sozialen Interaktion sowie Kommunikation und andererseits stereotypes Verhalten mit eingeschränkten Interessen.

Siehe https://de.wikipedia.org/wiki/Asperger-Syndrom

Will sagen: Mit so einer "Umweltaktivistin" ist schwer zu diskutieren und eine Antwort wie "alles" ist eben deren finale Antwort unter Umständen...
Opal_V2
Also Freitags wieder normaler Unterricht. Schluß mit dieser vorpubertären Anarchie.
Musca
In den 80ern waren die Probleme in ihrem jetzigen Ausmaß noch gar nicht absehbar, die damals schlimmsten Befürchtungen wurden übertroffen. Tschernobyl, Fukushima, Polschmelze, Überbevölkerung, Flüchtlingsprobleme.Plastikschwemme in den Weltmeeren, Aussterben von Tierarten im Akkordtempo,.....die Liste ist lang.
Wenn jetzt ein kleines 16-jähriges Mädchen mit Asperger-Syndrom es schafft, eine Bewegung in Gang zu setzen, ziehe ich meinen Hut vor der kleinen Lady.
Deinen Ausspruch, Stechus, : "Denn erstens handelt es sich ja nun wahrlich nicht um ein Thema, mit dem sich die Politik nicht schon seit Jahren beschäftigt"
erinnert mich an Stützen dieser Gesellschaft, VW-Vorstand oder den Herrn Mehdorn.
Er hat sich um die Bahn gekümmert, um den Flughafen BER, zum Glück ist er noch nicht bei der Fahrradindustrie eingestiegen, sonst hätten wir überhaupt keine funktionierende Mobilität mehr.
Insofern kann ich das kleine sympathische Mädchen sehr gut verstehen, es gibt unendlich viele Baustellen.
Mach weiter so Greta, ich bin stolz auf Dich.
Musca
@dschinn: Sorry, aber mir ist keine 16-jährige bekannt, ob mit oder ohne Asperger, welche jemals so eine gewaltige soziale Interaktion in Gang gebracht hat.
zu Opal: ziviler Ungehorsam hat noch nie geschadet, im Gegenteil, auch wenn es nicht in verkrustete Denkstrukturen (m.E. wesentlich bedenklicher als Asperger) passt.
StechusKaktus
In den 80er Jahren gab es nun wirklich Probleme: Die Flüsse waren tot und stanken, saurer Regen dezimierte die Wälder und die Kohlekraftwerke stiessen unter heutigem Massstab ihren Dreck ungefiltert hinaus. Auf der Nordsee entsorgten Schiffe sogenannte Dünnsäure, weil das die billigste Entsorgung war. Was die Autos ausstiessen lässt sich leicht erahnen. Allein, wenn ich an die alten Gelenkbusse denke, wird mir heute noch schlecht, wenn ich an die Russwolken denke, die sie ausstiessen.

Heute gibt es wieder Fische in den Flüssen, die teuersten Wohnungen an ihrem Rand ersetzten die Stadtslums. Dünnsäureverklappung gibt es nicht mehr, die Autos und Kraftwerke sind deutlich sauberer geworden. Von den Verbesserungen in der ehemaligen DDR gar nicht zu reden.

Das alles bedeutet, dass die Regierung dort, wo sie Einfluss nehmen konnte, gehandelt hat.

Aber sortieren wir:
1. Die Forderungen der Schüler bleiben hohl, weil diejenigen, an die sich der Protest richtet, längst Massnahmen ergriffen haben.

2. Deutschland hat keinen nennenswerten Anteil an der Klimaverschmutzung. Allein der ZUSÄTZLICHE CO2-Ausstoss von China übertrifft den GESAMTEN von Deutschland

3. Die Schüler können die unterschiedlichen Ziele der Energiepolitik nicht einordnen und sind sich über die Konsequenzen ihrer Forderungen nicht bewusst.

Die Anführerin kann sich nicht ausdrücken, aus welchen Gründen auch immer.

Ich kann den demonstrierenden Schülern nur empfehlen, in ihrem Cluburlaub auf aus ihrer noblen Anlage herauszutreten und sich das Leben anzusehen. In China, in Indien oder in einem anderen aufstrebenden Land.

Genauso gut könnte man für den Weltfrieden Schule schwänzen oder dafür, dass alle Menschen 100.000 Euro/Jahr erhalten sollen. Kann man machen. Muss man aber nicht.
Lempel
Ist doch süß.
Tagsüber Schule schwänzen und protestieren.
Nachts mit Mutti zum Laternenumzug.
elfigy
Stechus, ohne die Grünen z.B? hätte es die von Dir gepriesenen Verbesserungen der Umwelt nicht, oder nur teilweise, oder sehr viel später gegeben.
Es braucht immer jemand, der den Anstoß gibt. Die Politiker neigen zur Trägheit.
Und dass du meinst, für den Klimaschutz wäre alles erledigt...... naja. Ich habe keinen Bock, dir alles vorzubeten oder so weit runterzubrechen , dass du es kapierst.
hier wird es dir gut erklärt
Lempel
Ja, elfigy,
diese weltweite Revolution ist auch nach Australien durchgebrochen. Da üben Schulkinder sich im freien Sprechen, zu debattieren und sich so zu verhalten wie Politiker. Viel reden und nichts übermitteln, weil sie nichts zu übermitteln haben.

Und es sind überwiegend Mädchen, wo sind die Jungs? Playstation?
Ich sehe es als ein Zeichen, dass das wahre Geschlecht in einer der nächsten Generationen das Ruder übernimmt.
»The Hand that Rocks the Cradle Rules the World.«

Die jungen Frauen in Australien haben mit ihrem »No Tampon Tax!« Protest erreicht, dass weibliche Hygiene Artikel von der GST (Mehrwertsteuer) (10%) seit 1. Januar dieses Jahres befreit wurden.

Bezahlt ihr Weiber Deutschlands noch immer die volle MwSt auf die Artikel, die ihr benötigt, nur weil ihr Frauen seid?
Musca
Herr Lindner von der FDP hat den Schülern geraten, die Sache doch lieber den Fachleuten zu überlassen.
Wäre ja eine gute Idee, wenn Politik jemals zeitnah auf Fachleute und Wissenschaftler gehört hätten.
Das hat noch nie funktioniert, weltweit, ich rede nicht von dem Stecknadelkopf auf dem Globus namens BRD.
Wirksame Veränderungen gab es bisher nur unter Druck einzelner Bevölkerungsgruppen.
Politik agiert nicht, sie reagiert.
Den Schülern geht es ja nicht um den PH-Wert in einem Baggersee von Hintertupfingen, sondern um das Weltklima.
Auch die abenteuerliche These, dass diese europaweit vernetzten Schüler Probleme nicht einordnen können, zeugt von der gleichen Überheblichkeit wie die des Herrn Lindner.
Aber was soll diese ganze Schwarzmalerei, dieser Pessimismus ?
Fliegen wir doch mal ganz energieeffizient nach Australien, ein kleiner Tauchurlaub in das Great Barrier Reef, zum Abschalten, die Natur genießen, nur um zu sehen, dass die Natur doch völlig in Ordnung ist. ????
Opal_V2
Musca, womit sollen sich denn die neuernannten Klimaschützer untereinander denn vernetzen, oh Gott, dazu brauchen wir Strom aus erneuerbaren Energien aber niemand will ein Windrad im Garten haben, , und Silicium abbau in Minen mit Kinderarbeit und Kinderarbeit auf den Baumwollplantagen, Hanf will keiner, macht ja süchtig. Und und und. Christian Lindner ist der erste und einzige der es richtig einschätzt.

Und noch was anderes. Heute fällt Unterricht trotz Schulpflicht wegen des Klimas aus, und was ist es morgen? Neues Toilettenpapier weil das alte kratzt?
Musca
"Silicium abbau in Minen mit Kinderarbeit und Kinderarbeit auf den Baumwollplantagen, " ein weiterer Punkt auf die Frage, was denn alles geändert werden muss.
rayer
@Opal
Du schwafelst. Die gesamte Erde besteht zu etwa 15 Massenprozent aus Silizium. Minen braucht es dafür nicht.
Die größten Hersteller von hochreinem Silizium sind:
Elkem (N, USA) Invensil (F, USA) Globe Metallurgical (USA) und Rima Metal (Br).
Willst Du uns allen Ernstes vermitteln da sind Kinder am Werk?
Musca
Menschen wie Opal sind mir Sch. egal, Menschen wie Stechus machen mir Angst.
rayer
@Stechus
Wie vernagelt bist Du eigentlich? Du machst mir Angst. Noch mehr von Deiner Sorte und die Welt ist am Ende.
Der Spruch: "In den 80er Jahren gab es nun wirklich Probleme", ist wohl als Witz zu verstehen. Die heutigen Probleme sind um ein vielfaches größer als in den 80ern. Wir reden nur davon es muss was geschehen. Es wird aber so gut wie nichts getan. Im Gegenteil, wir holzen Urwälder ab um Soja, Ölpalmen, Mais und Weizen zu kultivieren, damit man die Kohlenwasserstoffe durch den Auspuff jagen kann. Das Mädchen hat schon recht. Alles muss sich verändern. Dein Kumpel Lindner von der FDP und sehr nahe der Energie und Öl Lobby, kann man nicht für ernst oder voll nehmen. Die Profis richten unseren Planeten zugrunde, von einer Entspannung in der Frage des Umweltschutzes kommt aus der Richtung nichts.
rayer
@Musca
Was die Grünen betrifft, eine verlogenere Partei gibt es kaum noch. Das hat mit der grünen Bewegung der 70er und 80er Jahren überhaupt nichts mehr zu tun. Da wird die Produktion der Biokraftstoffe befördert, um angeblich den klimaneutralen Kraftstoff am Markt zu etablieren. Ist Dir eigentlich klar, wie viel CO2 ein Urwald speichert und durch dessen Verbrennung in die Atmosphäre freigesetzt wird? Wir können Ölfrüchte auf den freien Flächen anpflanzen so viel wir wollen, die Milliarden von Tonnen gespeichertes CO2 der Wälder sind freigesetzt. Das Ganze ist sogar so pervers, wenn ich die Bruttoerträge, nach dem Aufwand für die Bearbeitung der Felder, Düngemittel, Pestizide und für die Gewinnung/Raffinerie von Bioethanol auf Nettoerträge umrechne, plus den Transport für alles genannte, bleibt so gut wie nichts pro Hektar.
StechusKaktus
Die Grünen waren ab der 80er superwichtig. Da stimme ich Elfigy voll zu, denn ohne sie hätten die anderen Parteien Umweltthemen erst viel später aufgegriffen.

Im Gegensatz zu Rayer aber haben die Grünen verstanden, dass Dinge langfristig nicht aus der Opposition heraus geändert werden können. Und in der Regierung müssen eben Kompromisse gemacht werden. Wem das nicht passt, muss sich eben irgend eine Diktatur suchen. Macht aber schnell, in Venezuela scheint die nächste gerade wegzubrechen.

Musca, Elfigy und Rayer bitte ich, meinen Vorschlag von vorgestern zu studieren. Dazu hat sich keiner geäussert. Sicher, er ist extrem. Aber das ist es doch, was die Schüler wollen. Oder nicht? Wenn nicht, was dann?

Und noch einen speziellen Gruss an Rayer: Die aktuellen Probleme sind IMMER die grössten. Da geraten sogar Weltkriege in Vergessenheit.
StechusKaktus
Musca, bitte sag: Warum mache ich dir Angst? Weil ich nicht alles schwarz sehe oder weil ich mich von einem Holocaust oder von der Vergiftung eines Nachbarflusses stärker betroffen fühle als davon, dass die Malediven etwas Land verlieren?
PeterUL
Das sehe ich genau so. Ich finde auch, dass die Demos nicht unbedingt während der Schulzeit stattfinden sollten.
dschinn
Greta Thunberg ist nicht einfach nur ein kleines Mädchen, was durch Zufall nun berühmt wurde...
Wir werden noch viel von ihr hören in den nächsten Jahrzehnten!

there is always a reason for