Streicheleinheit: Ein Elefantenkalb krault Wärterin Mary Lengees den Kopf, die revanchiert sich am Rüssel

© Ami Vitale

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Reportage:

Elefantenrettung in Kenia Der Kampf ums Leben: So werden mutterlose Elefantenbabys aufgepäppelt

Das Schutzprojekt Reteti in Kenia rettet Elefantenkinder, die ihre Herde verloren haben. Fotografin Ami Vitale dokumentiert das Leben in der Aufzuchtstation.

    Von
  • Theresa Palm

Das Berührendste an einer Rettung sind die Schreie. Das Elefantenbaby ruft nach seiner Mutter und der Herde und klingt dabei fast menschlich. "Es ist unheimlich", sagt die Fotografin Ami Vitale, "als würde dein eigenes Baby weinen." Sie erinnert sich an ihre erste Rettungsaktion: Ein Elefantenbaby war in einen Brunnen gefallen und stand völlig entkräftet im brackigen Wasser. Die Helfer zogen es an Seilen aus dem Loch und hoben es aufs Trockene. Dann begann der heikelste Teil des Einsatzes. Das Warten. 36 Stunden geben sie der Herde, um zurückzukehren und das Kalb zu holen.

Elefantenkühe hängen an ihren Jungen. Nach 22 Monaten Tragzeit säugen sie diese vier Jahre lang und beschützen sie, bis sie zwölf sind. Doch manchmal sind die Herden schon

  • Erschienen in stern 35/2021