Zwei afghanische Brüder werden Anfang August verhaftet. Sie sollen laut Staatsanwaltschaft ihre Schwester Maryam H., 34, Mutter zweier Kinder, "aus gekränktem Ehrgefühl" getötet, in einem Koffer nach Bayern transportiert und dort vergraben haben. Bundesweit sorgt der Fall für Empörung. Einige Wochen später sitzt Friedrich Kiesinger, Psychologe und Sozialunternehmer, im Büro der Albatros gGmbH. Er betreibt die Gemeinschaftsunterkunft, in der Maryam H. bis zuletzt gelebt hatte. Über ihren Tod möchte er nicht schweigen. Er möchte, dass man aus ihm lernt.
Herr Kiesinger, wie war es für Sie, zu erfahren, dass Maryam H. getötet wurde?
Ganz schrecklich. Wir kannten uns aus persönlichen Gesprächen, ich erinnere mich gut, wie sie mir gegenüber