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Bangladesch: Religionskritischer US-Blogger mit Machete totgeschlagen

Er hatte Bücher zu Atheismus und Homosexualität verfasst und in Bangladesch einen islamkritischen Blog gegründet: Der in den USA lebende Blogger Abhijit Roy ist in Dhaka brutal ermordet worden.

Experten der Spurensicherung untersuchen den Tatort auf dem Uni-Campus der Hauptstadt Dhaka

Experten der Spurensicherung untersuchen den Tatort auf dem Uni-Campus der Hauptstadt Dhaka

Ein prominenter atheistischer Schriftsteller und Blogger ist in von Unbekannten ermordet worden. Der 40 Jahre alte Abhijit Roy sei bei der Rückkehr von einer Buchmesse in Dhaka auf dem Uni-Campus der Hauptstadt mit Macheten angegriffen worden und habe tödliche Kopfverletzungen erlitten, teilte die Polizei am Donnerstag mit. Seine Ehefrau Rafida Ahmed sei bei dem Angriff schwer verletzt worden und habe einen Finger verloren.

Roy war der Gründer des Mukto-Mona, das sich in dem mehrheitlich muslimischen Land kritisch mit dem Islam auseinandersetzt und hatte kontroverse Bücher zu Themen wie Homosexualität und Atheismus verfasst. Der 40-Jährige, der die US-Staatsbürgerschaft besitzt und auch in den Vereinigten Staaten lebt, war mit seiner Frau zur Vorstellung seines neuen Buches nach Bangladesch gereist.

Nicht der erste ermordete Blogger

Der Vater des Bloggers, Ajoy Roy, sagte der Nachrichtenagentur AFP, sein Sohn habe eine Reihe von "Drohbotschaften" erhalten. Er sei ein "säkularer Humanist" gewesen und habe rund zehn Bücher geschrieben, darunter "Biswasher Virus" (Das Virus des Glaubens). Imran H. Sarker von einer Blogger-Vereinigung nannte den Angriff "empörend" und äußerte sich besorgt über die Sicherheit von . Pinaki Bhattacharya, ein Blogger und Freund des Mordopfers, schrieb im Internet, in Bangladesch seien Atheisten "das einfachste Ziel". Sie könnten straflos angegriffen und ermordet werden.

Im Jahr 2013 war in Bangladesch bereits der atheistische Blogger Ahmed Rajib Haider von einer kleinen Islamistengruppe ermordet worden. Sein Tod hatte damals zehntausende Menschen zu Protesten auf die Straße getrieben. Zugleich forderten aber radikale Islamisten, atheistische Blogger wegen Gotteslästerung hinzurichten. Die säkulare Regierung von Sheikh Hasina ließ daraufhin vier Blogger festnehmen und ein dutzend Websites und Blogs blockieren, um dem Zorn der Islamisten zu begegnen. Zugleich verstärkte sie die Sicherheitsvorkehrungen für die Blogger.

mad/AFP / AFP