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Delegierte: Was passiert da in Bonn? Beschwerden über sexuelle Belästigungen auf Klimakonferenz

Null Toleranz gegenüber sexueller Belästigung - einen entsprechenden Hinweis auf der Weltklimakonferenz in Bonn nahmen offenbar nicht alle Delegierte ernst. Es soll zu mehreren Vorfällen gekommen sein.

Der Eingang zur Weltklimakonferenz in Bonn

Der Eingang zur Weltklimakonferenz in Bonn

Bei der UN-Klimakonferenz in gab es Beschwerden über sexuelle Belästigung. "Meines Wissens nach hat es hier in Bonn eine Reihe von Beschwerden gegeben", sagte ein Sprecher des Sekretariats der UN-Klimarahmenkonvention, Nick Nuttall, am Freitag auf Anfrage der Nachrichtenagentur AFP. Details zu den Beschwerden nannte er nicht, auch machte er keine Angaben zu den mutmaßlichen Tätern. Offenbar wollten die Betroffenen "keine weiteren formellen Schritte" einleiten.

Erstmals in der mehr als 20-jährigen Geschichte der UN-Klimakonferenzen waren die Delegierten in Bonn über eine "Null-Toleranz"-Politik hinsichtlich sexueller informiert worden. Auf der Tagesordnung war ein entsprechender Hinweis vermerkt. Jeder Vorfall solle den UN-Sicherheitsdiensten gemeldet werden, hieß es. Es wurden zwei Telefonnummern angegeben.

Die Welle von Enthüllungen über sexuelle Übergriffe im Berufsleben hatte Anfang Oktober mit dem Skandal um den früheren Hollywoodproduzenten Harvey Weinstein ihren Anfang genommen, der von inzwischen mehr als hundert Frauen beschuldigt wird, sie belästigt oder vergewaltigt zu haben. Unter anderem wurden auch im Europaparlament Vorwürfe der sexuellen Belästigung gegen Abgeordnete erhoben.

mai/AFP