Dass dem eigenen Hund etwas zustößt, ist der Albtraum praktisch aller Herrchen und Frauchen auf der Welt. Doch was Chutou, dem Border Collie von Reiseblogger und Influencer Guo aus China passiert ist, übersteigt auch die schlimmsten Horrorstories.
Wie die „South China Morning Post“ berichtet, war Guo Anfang Mai alleine auf einer Reise in Georgien. Seinen geliebten Chutou hatte er diesmal Zuhause in der Provinz Henan im Osten Chinas gelassen. Am 11. Mai sei Guos Vater aufgefallen, dass der Hund nicht mehr auf den Feldern der Familie zu finden war. Guo überprüfte die Videos von Überwachungskameras musste mit ansehen, was Chutou zugestoßen war:
Hund Chutou wurde offenbar gekidnappt, verkauft und geschlachtet
Die Aufnahmen zeigten, dass sich zwei Männer auf einem Elektroroller dem Hund näherten, ihn packten und verschwanden. Guo brach seine Reise ab und kehrte zurück nach China, wo er sich auf die Suche nach seinem entführten Vierbeiner machte.
Zwei Wochen später soll er einen der Entführer aufgespürt haben. Er kontaktierte ihn und bot ihm sogar eine Summe von 10.000 Yuan (ca. 1300 Euro) an, um Chutou wieder herauszugeben. Doch der mutmaßliche Kidnapper soll erklärt haben, dass er den Hund mit einem Streuner verwechselt und bereits für umgerechnet 23 Euro an ein Restaurant verkauft habe, das auf Gerichte aus Hundefleisch spezialisiert ist. Und das, obwohl Chutou ein Halsband und ein Tracker trug, wie der „Independent“ berichtet.
Als Guo das Restaurant kontaktierte, musste der Betreiber ihn enttäuschen. Er habe Chutou bereits seinen Gästen serviert.
Der Reiseblogger erstattete Anzeige, eine Entschuldigung des mutmaßlichen Kidnappers gab es aber nicht. Er habe lediglich gesagt: „Der Hund ist tot. Mach nicht so einen Aufriss. Ich habe nicht gegen das Gesetz verstoßen.“
Entführung könnte nicht bestraft werden
Möglicherweise liegt er damit sogar richtig. Wie „Bild“ berichtet, wird in der chinesischen Provinz Henan Diebstahl erst ab einem Schaden von 2000 Yuan bestraft. Guo selbst habe Chutou 2018 einem Straßenhändler für 2000 Yuan abgekauft. Wenn er nachweisen kann, dass er nun mehr wert ist, drohe dem mutmaßlichen Entführer sogar eine Gefängnisstrafe.
Das Vorurteil „In China essen sie Hunde“, stimmt übrigens nur teilweise. Etwa 10 Millionen Hunde werden jährlich für den Konsum in China geschlachtet. Aber nur in bestimmten Regionen. Laut der Tierschutzorganisation „Humane Worlds for Animals“ konsumieren nur etwas 20 Prozent der chinesischen Bevölkerung Hundefleisch.