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Tabuthema in Lettland Außenminister outet sich als homosexuell


Hierzulande keine Besonderheit mehr, in Lettland noch ein großes Thema: Außenminister Rinkevics outet sich als homosexuell und bekommt dafür Kritik im eigenen Land. International erntet er Lob.

Der lettische Außenminister Edgars Rinkevics (41) hat sich als homosexuell geoutet. "Ich verkünde stolz, ich bin schwul", schrieb Rinkevics im Kurznachrichtendienst Twitter. Ein Sprecher des Außenministeriums in Riga bestätigte die Echtheit des Tweets vom Donnerstagabend. Rinkevics ist der erste führende Politiker in dem baltischen Land, der sich offen zu seiner Homosexualität bekennt:

Der lettische Verband der Lesben, Schwulen, Bisexuellen und Transgender (LGBT) dankte Rinkevics für seinen "Mut und historischen Schritt hin zu einem offeneren, vielfältigen und besseren Lettland". Die Verbandvorsitzende Kristine Garina äußerte die Hoffnung, dass noch weitere Prominente dem Vorbild des Außenamtschefs folgen.

Immer noch Tabuthema in Lettland

Homosexualität gilt in der lettischen Gesellschaft bis heute als Tabuthema - ein Großteil der Bevölkerung ist strikt dagegen. Ein katholischer Priester schrieb auf Twitter, für ihn als lettischen Bürger sei es "traurig, dass der Minister stolz ist auf die Sünde".

In seinem Tweet kündigte Rinkevics an, er wolle sich für einen rechtlichen Rahmen für alle Arten von Partnerschaften in Lettland einsetzen. In dem Baltenstaat ist die Homo-Ehe nicht zugelassen.

Für seinen Schritt erhielt Rinkevics Lob aus dem Ausland. Estlands Präsident Toomas Hendrik Ilves und Litauens Außenminister Linas Linkevcius würdigten den Mut des Letten. Auch Polens Parlamentschef Radoslaw Sikorski und der Europa-Staatsminister im Auswärtigen Amt in Berlin, Michael Roth, lobten das Coming-Out.

fin/DPA DPA

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