Erdbeben Beben versetzt Menschen in Angst

Ein Erdbeben hat am Samstagabend den Südwesten Deutschlands, Teile Frankreichs und der Schweiz erschüttert. Das Epizentrum der Erdstöße mit der Stärke 5,4 lag 20 Kilometer nordöstlich der Vogesen-Gemeinde Saint-Die des Vosges.

Ein Erdbeben der Stärke 5,4 hat am Samstagabend in Frankreich, Deutschland und der Schweiz viele Menschen in Angst und Schrecken versetzt. Das Beben um 21.41 Uhr war von Genf und Zürich über Südwestdeutschland bis Karlsruhe und Paris zu spüren. Verletzt wurde offensichtlich niemand, allerdings wurden nach Angaben der Behörden zahlreiche Gebäude beschädigt. Das Epizentrum lag nahe dem französischen Ort Saint-Dié in den Vogesen.

In Colmar im Elsass wurde ein 14-stöckiges Wohnhaus mit 50 Familien wegen Rissen in den Mauern evakuiert. Die französischen Behörden räumten auch die Oper in Straßburg und ein Ferienlager in den Vogesen. Im Südwesten Deutschlands entstanden einige Schäden an Hauswänden. Eine Straße in Karlsruhe riss auf.

Stichwort Erdbeben

Erdbeben sind in der Rheinregion zwischen Basel, den Vogesen, Köln und den südlichen Niederlanden keine Seltenheit. Allein im nördlichen Rheinland registrierte die Erdbebenstation Bensberg der Universität Köln mehr als 2000 Erdbeben seit 1955. Nach einer Erdbebenkarte des Geoforschungszentrums Potsdam kann sich ein Erdbeben, bei dem Schornsteine und Türme einstürzen, alle tausend Jahre auf der Schwäbischen Alb, um Basel und Aachen ereignen. Auch das Vogtland ist erdbebengefährdet.

Die Spannungen der Rheinregion werden von der Kollision der afrikanischen mit der europäischen Platte ausgelöst. Sie können nach Ansicht von Forschern sogar dazu führen, dass sich binnen Jahrmillionen West- von Mitteleuropa löst. Deutlich sichtbar wird der Druck im Untergrund an Schwarzwald und Vogesen, die in der Bruchzone mit Senkungen und Verwerfungen steil aus der Rheinebene aufragen.

«Es laufen aber die Notrufe heiß, weil sich unendlich viele Menschen bei Feuerwehr und Polizei melden», sagte ein Polizeisprecher am Samstagabend in Stuttgart. Auch im Saarland, in Rheinland-Pfalz und im Allgäu meldeten sich viele besorgte Bürger bei der Polizei.

In etlichen französischen Städten gingen die Menschen nach dem mittelschweren Beben aus Angst vor einstürzenden Häusern auf die Straßen. «Anrufer vermuteten ein Attentat oder eine Explosion», berichtete die Pariser Feuerwehr. Bei Feuerwehren und Radiostationen standen die Telefone lange nicht still, weil alarmierte Menschen Bürger wissen wollten, was geschehen war. Das Erdbeben, eines der schwersten der vergangenen Jahrzehnte in Frankreich, war in etwa 30 Départements des Landes zu spüren.

Nach Angaben des Landesamtes für Geologie in Freiburg waren die Erschütterungen in einem Umkreis von etwa 200 Kilometern um Saint-Dié zu spüren. Ein weiterer Erdstoß erreichte 3,1 auf der Richterskala. Die Seismologen registrierten mehrere leichte Nachbeben.

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