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Erdbeben in Italien Monti macht sich Bild von zerstörten Städten


Nachbeben erschüttern das italienische Erdbebengebiet. Regierungschef Mario Monti besucht die Betroffenen und sagt Hilfe zu. Auch in Bulgarien bebt die Erde. Die Menschen kommen mit dem Schrecken davon.

In der norditalienischen Erdbeben-Region Emilia Romagna haben Tausende Menschen die zweite Nacht in Notunterkünften verbracht. Regierungschef Mario Monti besuchte am Dienstag den Erdbebenort Sant'Agostino und das ebenfalls stark betroffene Finale Emilia und sagte den Menschen Hilfe zu. Vier der insgesamt sieben Toten kamen in Sant'Agostino unter Trümmern ums Leben - dort lag das Epizentrum des Bebens. Nachbeben erschütterten weiter die Region. Der Schaden geht wahrscheinlich in die Milliarden. Allein die Bauern machen Schäden in Höhe von bis zu 200 Millionen Euro geltend, 300.000 Laibe Parmesan wurden zerstört.

Auch in Bulgarien bebte in der Nacht zum Dienstag die Erde heftig. Anders als in Italien kamen die Bulgaren mit dem Schrecken davon. Eingestürzte Schornsteine, Risse an Häusern und leicht Verletzte waren die Folgen eines Bebens der Stärke 5,9, des schwersten Erdbebens im Raum Sofia seit rund hundert Jahren.

Monti sagte bei seinem Besuch in Norditalien: "Wir fühlen mit den Familien der Opfer, wir versuchen ihnen zu helfen, um ihre schwierige Situation zu meistern." Er kündigte an, die Regierung in Rom werde am Nachmittag den Notstand ausrufen. Das würde eine unbürokratische Hilfe und die Bereitstellung von Mitteln erleichtern. Die Regierung will auch über finanzielle Hilfen beraten.

Kaum Einschränkungen für den Tourismus

Tausende Helfer sind im Einsatz, darunter nach Angaben des Zivilschutzes etwa 1200 Freiwillige. Die Zahl der Obdachlosen stieg nach Medienberichten auf 5000. Viele wurden in Zelten untergebracht, andere in Schulen und Sporthallen. Regenfälle behinderten zeitweise die Aufräumarbeiten. Viele Schulen blieben geschlossen. Bei dem Erdbeben waren rund 50 Menschen verletzt worden.

Eine Serie von 34 Nachbeben versetzte in der Nacht zum Dienstag die Menschen erneut in Sorge. Zwischen 22.00 Uhr abends und 07.00 Uhr morgens habe es die Erschütterungen mit einer Magnitude über 2,0 gegeben, berichtete die Nachrichtenagentur ANSA unter Berufung auf das Nationale Geophysikalische und Vulkanologische Institut. Ein Erdstoß haben die Stärke von 3,5 erreicht. Am Vortag gab es nach Angaben des Portals "corriere.it" rund 170 Beben.

Das Epizentrum des Bebens in Bulgarien lag etwa 25 Kilometer südwestlich der Hauptstadt Sofia bei der Kleinstadt Pernik. Das Beben sei im gesamten Westen und Südwesten des Landes zu spüren gewesen, berichtete lokale Medien. Eine Frau starb an Herzversagen. In Sofia und Pernik bildeten sich an vielen Gebäuden, auch Schulen und Kindergärten, Risse. Herunterfallende Dachziegel und Backsteine beschädigten zahlreiche Autos. Vorübergehend fielen Strom und Internet aus. In dem Gebiet des Epizentrums wurde der Notstand ausgerufen. In Pernik wurden alle Behörden und Schulen geschlossen. Die Ausrufung des Notstands hat auch zur Folge, dass die Schäden mit staatlichen Mitteln repariert werden können.

Der Reiseverkehr in Italien wurde durch das Erdbeben kaum beeinträchtigt. Autobahnen und große Straßen seien nicht beschädigt, sagte eine Sprecherin des ADAC in München. Lediglich kleinere Straßen in der Gegend um das Epizentrum in der Emilia Romagna seien nicht befahrbar. Reisende in das Erdbebengebiet sollten sich daher vor Fahrtantritt über die aktuelle Verkehrssituation informieren.

DPA DPA

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