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Kurzer Erfolg Von beliebter Touristenattraktion zum Problem-Objekt: Erstes schwimmendes Hotel der Welt verrottet am Hafen

Das schwimmende Hotel vegetiert in Nordkorea vor sich hin
Das schwimmende Hotel vegetiert in Nordkorea vor sich hin
© Hans Lucas / Imago Images
Das Barrier Reef Floating Resort war einst eine Touristenattraktion in Australien. Doch das änderte sich schnell. Das weltweit erste schwimmende Hotel mitten im Meer wechselte mehrmals seinen Besitzer und legte insgesamt rund 14.000 Kilometer zurück. Jetzt verrottet das Schiffshotel am Hafen.

Tennisplätze, Schwimmbäder, Nachtclubs, Bars sowie Restaurants – und sogar ein Hubschrauberlandeplatz: Das siebenstöckige Barrier Reef Floating Resort mit 200 Zimmern zog 1988 als weltweit erstes schwimmendes Hotel viele Gäste an. Es lag 70 Kilometer von der Küste vom australischen Townsville entfernt.

Die Idee des italienischen Einwanderers Doug Tarca, Gästen mitten im Meer am Great Barrier Reef eine besondere Urlaubsmöglichkeit zu bieten, schien aufzugehen. Tarca hatte das Schiffshotel für schätzungsweise 30 bis 40 Millionen US-Dollar in Singapur bauen und schließlich vor Townsville ins Meer bringen lassen. Damit hatte es bereits vor seiner Eröffnung eine 5000 Kilometer lange Seereise hinter sich.

Schnell erlebte das Barrier Reef Floating Resort einen ersten Dämpfer: Gleich zu seiner Eröffnung soll ein Zyklon Probleme bereitet haben. Außerdem gab es oft starken Wellengang, sodass Wassertaxis teils nicht fahren konnten oder Hotelgäste seekrank an dem Schiffshotel ankamen.

Hotel in mehrere Länder weiterverkauft

Nur ungefähr ein Jahr nach seiner Eröffnung wurde das Barrier Reef Floating Resort an ein vietnamesisches Unternehmen verkauft. Es nahm erneut eine knapp 5000 Kilometer weite Seereise nach Ho-Chi-Minh-Stadt in Vietnam auf und eröffnete unter neuem Namen. Als "Saigon Floating Hotel" alias "The Floater" wurde das Schiff wieder zu einem beliebten Touristenziel.

Fast ein Jahrzehnt kam es dann wieder zu einem Rückschlag: "Saigon Floating Hotel" musste wegen finanzieller Schwierigkeiten an ein südkoreanisches Unternehmen verkauft werden. Das Schiffshotel wurde ins nordkoreanische Urlaubsresort in der Gegend Mount Kumgang verlegt und in "Haegumgang" umbenannt. Die Gegend galt lange Zeit als ein wichtiges Symbol der Zusammenarbeit zwischen Nord- und Südkorea. Als jedoch im Jahr 2008 eine südkoreanische Touristin von nordkoreanischen Sicherheitskräften erschossen wurde,  bedeutete dies das Ende des beliebten Urlaubsresortes. Im Jahr 2009 wurde der Hotelbetrieb eingestellt.

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Kim Jong-un will "Haegumgang" schon lange abreißen lassen

Der nordkoreanische Machthaber Kim Jong-un bezeichnete die einstige Touristenattraktion als "Behelfszelte in einem Katastrophengebiet". Eigentlich wollte er "Haegumgang" schon lange abreißen lassen. Während die Menschen in Australien noch immer einen besonderen Bezug zu dem Hotel und Erinnerungsstücke sowie Geschichten über ihren Besuch teilen, ist das schwimmende Hotel zum Problem-Objekt geworden. Nach einer insgesamt 14.000 Kilometer langen Seereise ist Mount Kumgang womöglich seine letzte Station. Es verrottet am Hafen. Robert de Jong vom Maritime Museum in Townsville sagte zu dem geplanten Abriss: "Wahrscheinlich war das der Lauf der Dinge. Es war nicht für die Ewigkeit gebaut."

Quellen: TravelbookORF, ABC, Traveller


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